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Nahezu
zwanzig Jahre Kampf gegen AIDS haben deutlich gemacht, dass das koordinierte,
konzentrierte Engagement unterschiedlichster Parteien erforderlich
ist. Das Gemeinsame HIV/AIDS-Programm der Vereinten Nationen - UNAIDS
- wurde 1996 als Beitrag zur Bewältigung dieser Aufgabe ins Leben
gerufen.
UNAIDS dient als führendes Gremium für globales Handeln
gegen HIV/AIDS. Seine Aufgabe ist es, weltweit die Bemühungen
um Eindämmung der Epidemie zu steuern, zu stärken und zu
stützen. Diese Bemühungen sind darauf ausgerichtet,
die Ausbreitung von HIV zu verhindern,
die Betreuung und Unterstützung von Infizierten und von der Krankheit
Betroffenen sicherzustellen,
die Anfälligkeit von Personen und Gemeinschaften gegenüber
HIV/AIDS zu verringern und
die Auswirkungen der Epidemie auf sozioökonomischer und menschlicher
Ebene zu lindern.
In den Anfangsjahren der Epidemie übernahm die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) in den Vereinten Nationen die Hauptverantwortung in der AIDS-Frage
und unterstützte Länder bei der Einführung lebenswichtiger
nationaler AIDS-Programme. Bis Mitte der neunziger Jahre hatte die
erbarmungslose und mörderische Ausbreitung der Epidemie allerdings
deutlich gemacht, dass ein sehr viel massiverer Einsatz seitens Vereinten
Nationen notwendig war.
Anstatt einer einzigen Organisation der Vereinten Nationen die vielfältigen
zur Bekämpfung der Epidemie erforderlichen Maßnahmen aufzubürden,
beschloss man, die Spezialkenntnisse, Ressourcen und Netzwerke verschiedener
Stellen zu kombinieren. Die Vereinten Nationen entschieden sich für
einen innovativen Ansatz. 1996 schlossen sich sechs Organe der Vereinten
Nationen zu einem gemeinsamen und gemeinsam finanzierten Programm
zusammen: dem Gemeinsamen HIV/AIDS-Programm der Vereinten Nationen
(UNAIDS), das vom UNAIDS-Sekretariat in Genf koordiniert wird. Zu
diesen ersten Trägerorganisationen - dem Kinderhilfswerk der
Vereinten Nationen (UNICEF), dem Entwicklungsprogramm der Vereinten
Nationen (UNDP), dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen
(UNFPA), der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung,
Wissenschaft und Kultur (UNESCO), der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) und der Weltbank - kam im April 1999 das Drogenkontrollprogramm
der Vereinten Nationen (UNDCP) hinzu.
Die Trägerorganisationen arbeiten sowohl untereinander als auch
mit dem UNAIDS-Sekretaritat zusammen und vergrößern ihre
Reichweite durch strategische Bündnisse mit anderen Organen der
Vereinten Nationen, nationalen Regierungen, Körperschaften, Medien,
religiösen Organisationen, Basis-Initiativen, regionalen und
Ländernetzwerken von Menschen, die mit HIV/AIDS leben, und weiteren
nichtstaatlichen Organisationen.
UNAIDS geht bei seiner Arbeit davon aus, dass der Kampf gegen HIV/AIDS
ständig ausgeweitet werden muss, um der Epidemie Einhalt zu gebieten
und ihre Wirkungen zu verringern. Diese Ausweitung hat zwei Stoßrichtungen:
Zum einen sind Qualität und Umfang der laufenden Bemühungen
um Prävention, Behandlung, Unterstützung und Wirkungsminderung
zu steigern; zum anderen sind diese Bemühungen zu kombinieren
mit Maßnahmen zum Abbau gesellschaftlicher Faktoren, welche
die Anfälligkeit der Menschen gegenüber HIV/AIDS erhöhen.
Maßnahmen auf Länderebene
UNAIDS handelt
global, aber entscheidende Teile der Arbeit werden auf Länderebene
geleistet.
In Entwicklungsländern arbeitet das Programm im Wesentlichen
über das Ortspersonal seiner sieben Trägerorganisationen.
Vertreter der Trägerorganisationen kommen als Themengruppe der
Vereinten Nationen zu HIV/AIDS im Gastland zusammen, tauschen Informationen
aus, planen und überwachen das miteinander und mit anderen Partnern
koordinierte Vorgehen. Sie entscheiden auch über die gemeinsame
Finanzierung wichtiger AIDS-Maßnahmen zur Unterstützung
der Landesregierung und anderer nationaler Partner.
Die Maßnahmen der Themengruppen sollen die nationalen strategischen
Pläne des Gastlands reflektieren und unterstützen. Gibt
es keine Landesstrategie, besteht die Hauptaufgabe einer Themengruppe
darin, den nationalen Behörden bei der Entwicklung einer solchen
zu helfen. Da der Schwerpunkt somit auf der Koordinierung der Maßnahmen
zur Epidemie-Bekämpfung liegt, wird die Gastregierung üblicherweise
eingeladen, sich an der Themengruppe zu beteiligen. Zunehmend werden
auch andere Partner einbezogen (etwa Vertreter sonstiger Organe der
Vereinten Nationen und Organisationen der bilateralen Zusammenarbeit,
die im Land tätig sind).
Derzeit sind über 130 HIV/AIDS-Themengruppen der Vereinten Nationen
in 155 Ländern aktiv. Die meisten haben spezielle Arbeitsgruppen
geschaffen, in denen Geber, nichtstaatliche Organisationen und Vereinigungen
von Menschen, die mit HIV/AIDS leben, vertreten sind.
In vielen Fällen wird ein UNAIDS-Mitarbeiter als Country
Programme Adviser (CPA, Landesprogrammberater) in die Themengruppe
berufen. In anderen Fällen fungiert ein Vertreter einer der sieben
Trägerorganisationen als UNAIDS-Kontaktperson für das Land.
Neben der Unterstützung für das System der Vereinten Nationen
setzen sich diese Kräfte auch für eine weitere Stärkung
der nationalen AIDS-Programme ein und stehen unterschiedlichen Partnern
im Gastland, darunter Regierungsstellen, Privatunternehmen und Basisorganisationen,
mit Information und Beratung zur Seite.
Ansporn zum Handeln
Das UNAIDS-Sekretariat will in erster Linie AIDS-Maßnahmen anregen
und koordinieren, weniger als direkte Finanzierungs- oder Durchführungsorganisation
dienen. Es arbeitet mit etwa 130 Fachkräften und einem Jahresbudget
von 70 Millionen US$, wovon ein Zehntel für die International
Partnership against AIDS in Africa (IPAA, Internationale Partnerschaft
gegen AIDS in Afrika) vorgesehen ist.
Die wichtigsten Geberländer für UNAIDS sind die Vereinigten
Staaten von Amerika, die Niederlande, Norwegen, Japan, das Vereinigte
Königreich und Schweden. Weitere 25 Länder leisten finanzielle
Beiträge zu UNAIDS.
UNAIDS wird von einem Koordinierungsgremium gesteuert, dem Vertreter
von 22 Regierungen aus verschiedenen Teilen der Welt und der sieben
UNAIDS-Trägerorganisationen angehören. Fünf weitere
Sitze ohne Wahlrecht sind einer ausgewogenen Mischung nichtstaatlicher
Organisationen einschließlich Vereinigungen von Menschen, die
mit HIV/AIDS leben, vorbehalten. Damit ist UNAIDS die einzige Institution
der Vereinten Nationen, bei der nichtstaatliche Organisationen im
Leitungsgremium vertreten sind.
UNAIDS dankt der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit)
für die freundliche Übersetzung des englischen Textes.
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