UNO und Privatwirtschaft
Der Globale Pakt






Citat
Kofi Annan Die 9 Grundsätze
Menschenrechte
Arbeitsbeziehungen
Umwelt


Gemeinsame Werte für den globalen Markt



Förderung allgemein gültiger Werte –
Förderung offener Märkte

Entschlossenes Eintreten für multilaterales Engagement und offene Märkte hat in den Jahrzehnten seit 1945 Wachstum und Entwicklung rasch vorangetrieben. Heute vertreten die Vereinten Nationen nachdrücklich die Auffassung, dass florierende Märkte und die Sicherheit der Menschen Hand in Hand gehen. In vielen Teilen der Welt jedoch wächst die Opposition gegen die Globalisierung, da in Frage gestellt wird, ob die Märkte in der Lage sind, gesellschaftlichen Erwartungen und Bedürfnissen gerecht zu werden.

Marktkräfte walten nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum. Staaten und ihre Volkswirtschaften können nur dann funktionieren, wenn ihnen eine gemeinsame Wertordnung zugrunde liegt. Ohne diese Werte brechen die freien Märkte zusammen.

Die rasche Ausbreitung von Technologien und Märkten hat eine unwandelbar globale Wirtschaft und Gesellschaft geschaffen. Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts besteht darin, allgemein gültige Werte zum Tragen zu bringen, die der Globalisierung ein menschliches Gesicht verleihen. Diese Werte sind bereits bekannt; sie sind in der Charta der Vereinten Nationen und in den Ergebnisdokumenten international gebilligter UNO-Konferenzen verankert.

Vor diesem Hintergrund hat Generalsekretär Kofi Annan einen “Globalen Pakt“ zwischen den Vereinten Nationen und der globalen Privatwirtschaft angeregt. Der Globale Pakt ist eine Initiative, die ein nachhaltiges Wachstum im Kontext der Globalisierung gewährleisten soll, indem sie einen grundlegenden Katalog allgemein gültiger Werte fördert, die für die Befriedigung der sozioökonomischen Bedürfnisse aller Menschen jetzt und in Zukunft von wesentlicher Bedeutung sind. Ziel der Initiative ist es, dem globalen Markt ein menschliches Gesicht zu verleihen.



Die neun Grundsätze des Paktes

Der Globale Pakt fordert den Privatsektor auf, innerhalb seiner Einflusssphäre eine Gruppe von zentralen Werten in den Bereichen Arbeitsnormen, Menschenrechte und Umwelt zu unterstützen und in die Tat umzusetzen. Dies kann sowohl über einzelne Unternehmen als auch über Wirtschaftsverbände erfolgen.


Menschenrechte

1. Die Wirtschaft soll den Schutz der international verkündeten Menschenrechte unterstützen und achten und
2. sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen beteiligt.

Arbeitsbeziehungen

3. Die Wirtschaft soll die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Tarifverhandlungen wahren sowie ferner für
4. die Beseitigung aller Formen der Zwangs- oder Pflichtarbeit,
5. die tatsächliche Abschaffung der Kinderarbeit und
6. die Beseitigung von Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf eintreten.

Umwelt

7. Die Wirtschaft soll umsichtig mit ökologischen Herausforderungen umgehen,
8. Initiativen zur Förderung eines verantwortlicheren Umgangs mit der Umwelt durchführen und
9. sich für die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien einsetzen.



Verwirklichung der Grundsätze

Zurzeit gibt es folgende Verfahren zur Förderung des Globalen Paktes:

  • Eine Webseite über Unternehmen als Weltbürger, auf der die Aktivitäten, Themen und Informationen zusammengefasst sind, die im Zusammenhang mit den drei Bereichen des Paktes, nämlich Menschenrechte, Arbeitsnormen und Umwelt, stehen
  • Lösungsorientierte Dialoge zum Zweck des Meinungs-, Informations- und Erfahrungsaustauschs
  • Auswahl und Vermittlung von Erfahrungen der Unternehmen bei der Förderung der Grundsätze, wobei vor allem der Nutzen der Erfolge und die Kosten der Misserfolge dargestellt werden sollen
  • Mittel und Ressourcen zur Umsetzung der Grundsätze in Managementpraktiken
  • Förderung von partnerschaftlichen Konzepten, Kapazitätsaufbau und Fortbildung zur Verwirklichung der Ziele des Paktes
  • Anerkennung von Beiträgen zur Umsetzung der Grundsätze des Paktes durch die Vergabe von Preisen
  • Zugang zu der umfangreichen Länderdatenbank der Vereinten Nationen zu den Themen Menschenrechte, Arbeitsnormen und Umwelt



Die Privatwirtschaft kann für den Erfolg des Globalen Paktes sorgen,

  • indem sie eine Führungsrolle im gesellschaftlichen Engagements übernimmt – Der Globale Pakt bietet Unternehmen die Gelegenheit, ihre Führungsrolle als Weltbürger unter Beweis zu stellen.
  • indem sie sich die Grundsätze des Globalen Paktes zu eigen macht und diese umsetzt – Die Hauptverantwortung für die Wahrung der Umwelt-, Menschenrechts- und Arbeitsnormen liegt bei den Regierungen. Unternehmen und Führungskräfte der Privatwirtschaft können aber sehr viel selbst dazu beitragen, indem sie sich die oben genannten neun Grundsätze einsetzen und diese in ihrer unternehmerischen Praxis verwirklichen.
  • indem sie mit den Organisationen der Vereinten Nationen zusammenarbeitet – Als neutraler Vermittler können die Vereinten Nationen eine Schlüsselrolle als Triebkraft des Wandels, bei der Förderung praktischer Zusammenarbeit und als Fürsprecher spielen. Die Internationale Arbeitsorganisation, das Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen stehen zur direkten Zusammenarbeit mit den Unternehmen bereit, um bei der Umsetzung des Globalen Paktes behilflich zu sein.
  • indem sie für eine starke Organisation der Vereinten Nationen eintritt – Die Vereinten Nationen sind heute Teil der Lösung. Eine erhebliche Stärkung ihrer Autorität und ihrer Ressourcengrundlage – insbesondere jener Organisationen, die sich mit Umwelt-, Menschenrechts- und Arbeitsfragen befassen – ist der vernünftigste Weg in eine bessere Zukunft.



Gemeinsame Basis,
gemeinsames Ziel

Ausgangsgrundlage für den Globalen Pakt sind die gemeinsamen Interessen der Vereinten Nationen und der globalen Privatwirtschaft. Die Volatilität der globalen Märkte und die negativen Auswirkungen der Globalisierung drohen eine Gegenreaktion zur Liberalisierung herbeizuführen. Das multilaterale Handelssystem steht dabei besonders im Kreuzfeuer.

Gleichzeitig setzt die Förderung der allgemein gültigen Werte, zu deren Wahrung die Vereinten Nationen geschaffen wurden, voraus, dass alle Akteure – Regierungen, Unternehmen, nichtstaatliche und internationale Organisationen – gemeinsam das Ziel anstreben, diese Werte mehr sein zu lassen als nur schöne Worte in kaum beachteten Dokumenten. Durch seinen Beitrag zum Schutz und zur Förderung dieser allgemein gültige Werte kann der Privatsektor den Vereinten Nationen dabei helfen, Überzeugungsarbeit für die Vorzüge des offenen globalen Marktes zu leisten. Daher liegt das Eintreten für eine starke Organisation der Vereinten Nationen im Interesse der Privatwirtschaft wie auch der Gesellschaft als Ganzes.



Kontaktstellen zum Thema “Globaler Pakt“

Weitere Auskünfte über die einzelnen Grundsätze des Paktes können Sie von den nachstehend genannten Kontaktpersonen bei den entsprechenden Organisationen der Vereinten Nationen erhalten:

Vereinte Nationen
Georg Kell, E-mail: kell@un.org
Denise O'Brien, E-mail: obrien@un.org

Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte
Tom McCarthy, Tel: 0041-22-917-9305, Fax: 0041-22-917-9012, E-mail: tmccarthy.hchr@unog.ch
Scott Jerbi, Tel: 0041-22-917-9132, Fax: 0041-22-917-9012, E-mail: sjerbi.hchr@unog.ch

Internationale Arbeitsorganisation
Goran Hultin, Tel: 0041-22-799-7764, Fax: 0041-22-799-6875, E-mail: hultin@ilo.org
Janelle Diller, Tel: 0041-22-799-7041, Fax: 0041-22-799-7691, E-mail: diller@ilo.org

Umweltprogramm der Vereinten Nationen
Jacqueline Aloisi de Larderel, Tel: 0033-1-4437-1441, Fax: 0033-1-4437-1474, E-mail: j.aloisi@unep.fr
Laura Williamson, Tel: 0033-1-4437-1469, Fax: 0033-1-4437-1474, E-mail: lwilliamson@unep.fr

 

Besuchen Sie bitte auch die englischsprachige Website des Globalen Paktes unter www.unglobalcompact.org


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