| Solange
es uns nicht gelingt, weitaus mehr Finanzmittel zu mobilisieren
- sowohl durch öffentliche als auch durch privatwirtschaftliche
Investitionen - werden unsere Vorhaben zur Ausrottung der Armut
und zur Beschleunigung der Entwicklung vereitelt werden. |
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Kofi
A. Annan
Generalsekretär der Vereinten Nationen
Mai 2001
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Im März 2002
werden die Vereinten Nationen zum ersten Mal ein Gipfeltreffen einberufen,
das sich mit zentralen finanziellen Aspekten der globalen Entwicklung
und damit zusammenhängenden Fragen auseinandersetzen soll.
Die wegweisende
Resolution 54/196 der Generalversammlung vom Dezember 1999 legte als
wichtigstes Ziel der Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung fest,
sich im Rahmen der Globalisierung und der Interdependenz auf ganzheitliche
Weise mit nationalen, internationalen und systemischen Fragen der
Entwicklungsfinanzierung und mit der Beschaffung von Geldern für
die volle Umsetzung der Ergebnisse wichtiger Konferenzen und Gipfeltreffen
der Vereinten Nationen in den 90er Jahren zu befassen.
Im September 2000
kamen die politischen Führer der Welt zum Millenniumsgipfel zusammen
und beschlossen alle Anstrengungen zu unternehmen, um den Erfolg
dieser Veranstaltung zu sichern. In seinem Bericht an den Vorbereitungsausschuss
legte der Generalsekretär im Januar 2001 umfassende politische
Empfehlungen dazu vor (Dokument A/AC.257/12).
Eine Besonderheit
der Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung bildet die erstmalige aktive
Beteiligung der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und
der Welthandelsorganisation an einem von den Vereinten Nationen geleiteten
Vorbereitungsprozess. Außerdem wirken bei der Konferenz und
ihrer Vorbereitung auch die Konferenz der Vereinten Nationen für
Handel und Entwicklung (UNCTAD), das Entwicklungsprogramm der Vereinten
Nationen (UNDP), die fünf Regionalkommissionen, andere Sonderorganisationen
der Vereinten Nationen sowie Vertreter der Zivilgesellschaft und der
Privatwirtschaft mit.
Die Tagesordnung
Ausgehend von
den Quellen und der Verwendung der für die Entwicklung aufgewendeten
Mittel wurden sechs Schlüsselbereiche festgelegt, über die
diskutiert und in denen Entscheidungen gefunden werden sollen.
Heimische Finanzmittel mobilisieren
Der Großteil des Entwicklungskapitals eines Landes wird innerhalb
der eigenen Grenzen aufgebracht. Wirksame rechtliche Einrichtungen
und Besteuerungssysteme, sowie eine funktionsfähige öffentliche
Verwaltung und finanzielle Infrastruktur sind erforderlich, um öffentliche
und private Gelder mobilisieren und effizient zur Stärkung des
sozialen und wirtschaftlichen Fortschritts einsetzen zu können.
Ausländische
Direktinvestitionen und andere private Kapitalflüsse mobilisieren
Neben den eigenen Ressourcen sind die meisten Entwicklungsländer
auf ausländisches Kapital angewiesen, um entscheidende Investitionserfordernisse
zu erfüllen. In zunehmendem Maße bedeutet dies, Privatkapital
aus dem Ausland anzuziehen, wie ausländische Direktinvestitionen,
Portfolioinvestitionen und Bankkredite. Eine besondere Aufgabe besteht
darin, den Umfang dieser Kapitalflüsse zu erhöhen, ihre
Reichweite auszudehnen und gleichzeitig ihre Volatilität in den
Griff zu bekommen.
Internationaler
Handel
Einkünfte aus dem Handel sind ein wichtiger Weg zur Förderung
des Wirtschaftswachstums und zur Beseitigung der Armut, vor allem
wenn sie die Wirtschaftstreibenden dazu anregen, ihr produktives Potenzial
auf wirksamste Weise einzusetzen. Aber eine anhaltend rasche Ausweitung
des Handels ist nicht gesichert und viele Entwicklungsländer
haben bislang nur magere Gewinne aus der Öffnung ihrer Wirtschaften
erzielt.
Öffentliche
Entwicklungshilfe
Die öffentliche Entwicklungshilfe ist langfristig rückläufig,
bleibt jedoch für die Entwicklung vieler Länder mit geringem
Einkommen weiterhin unverzichtbar. Mehr Entwicklungshilfe ist auch
erforderlich, wenn die Welt ihren auf dem Millenniumsgipfel abgegebenen
Verpflichtungen zur Armutsreduzierung und zur Entwicklung gerecht
werden will.
Schuldenerlass
Ein erheblicher Schuldenerlass wurde durch die Initiative für
hochverschuldete arme Länder bewirkt, aber in vielen Entwicklungsländern
hemmt die schwere Schuldenlast weiterhin ihre Entwicklung. Neben dem
Bemühen, die gegenwärtigen Schuldenprobleme zu lösen,
muss aber auch mehr getan werden, um die Entwicklungsländer nicht
in neue Schuldenfallen tappen zu lassen.
Internationale
Währungs-, Finanz-, und Handelssysteme
Schwerwiegende und zunehmend häufige Finanzkrisen und tektonische
Verschiebungen im Ablauf des Weltwirtschaftssystems seit der Gründung
des Bretton-Woods-Systems vor einem halben Jahrhundert haben zur Forderung
nach Reformen der internationalen Finanzarchitektur geführt.
Einige Verbesserungen sind vorgenommen worden, aber weitere sind erforderlich.
Eine dringende Aufgabe besteht darin, Wege zu einer stärkeren
Beteiligung der Entwicklungsländer in den internationalen Wirtschaftsprozessen
zu finden. Außerdem muss die Kohärenz zwischen den wichtigsten
Einrichtungen des internationalen Finanz-, Währungs-, Handels-
und Entwicklungssystems verstärkt werden. Die Vereinten Nationen
sollten dabei eine wirksamere Rolle in der internationalen Wirtschaftsarena
spielen.
Der Vorbereitungsprozess
Anfang 2000 wurde
ein Vorbereitungsausschuss zur Entwicklungsfinanzierung eingesetzt.
Zur Unterstützung des Konsultationsprozesses fanden im Jahr 2000
fünf regionale Treffen statt - in Jakarta (Indonesien), Addis
Abeba (Äthiopien), Bogotá (Kolumbien), Beirut (Libanon)
und Genf (Schweiz). Ende 2000 wurden zwei öffentliche Anhörungen
durchgeführt, bei denen die Nichtregierungsorganisationen und
die Privatwirtschaft ihre Ansichten einbringen konnten. Daran beteiligten
sich auch leitende Manager von Banken, Investmentgesellschaften, multinationalen
Konzernen und mittelständischen Unternehmen aus Industrie- und
Entwicklungsländern. Zusammen mit den Ergebnissen zahlreicher
organisationsübergreifender Arbeitsgruppen trugen diese Treffen
zur Ausarbeitung der Empfehlungen bei, die im Bericht des Generalsekretärs
von Januar 2001 enthalten sind.
Die Tagesordnung
der Konferenz wurde auf zwei Tagungen des Vorbereitungsausschusses
im Februar und Mai 2001 von den Regierungsvertretern erörtert.
Der Vorbereitungsausschuss trat neuerlich vom 15. - 19. Oktober 2001
und zuletzt vom 14. - 25. Januar 2002 zusammen, um die in Aussicht
genommenen politischen Initiativen und Entscheidungen, die von der
Konferenz verabschiedet werden sollen, konkreter zu formulieren.
Neben den schon
bisher vorliegenden Dokumenten erhielt der Vorbereitungsausschuss
im Juni 2001 auch den wichtigen Bericht des hochrangigen Beirats zur
Entwicklungsfinanzierung (Dokument A/55/1000). Der vom Generalsekretär
eingesetzte Beirat steht unter dem Vorsitz des ehemaligen Präsidenten
von Mexiko, Ernesto Zedillo. Darüber hinaus lud der Vorbereitungsausschuss
andere institutionelle und nicht-institutionelle Beteiligte ein, konkrete
Initiativen zur Unterstützung des Vorbereitungsprozesses zu beraten.
Teilnahme
an der Konferenz
Organisationen, die nicht bereits Konsultativstatus beim Wirtschafts-
und Sozialrat der Vereinten Nationen haben, wurden eingeladen, sich
für einen Ad-Hoc-Konsultativstatus zu bewerben.
Weitere
Informationen:
Für weitere Informationen über die Vorbereitungen für
die Internationale Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung wenden Sie
sich bitte an:
Oscar de Rojas
Exekutivkoordinator
Koordinationssekretariat Entwicklungsfinanzierung
Two United Nations Plaza
Room DC2-2386
Tel.: +1-212 963-2587
Fax: +1-212 963-0443
Website: www.un.org/ffd
E-Mail: ffd@un.org
Kontakt
für Medienvertreter:
Vereinte Nationen
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Klomjit Chandrapanya
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Herausgegeben von der Hauptabteilung Presse und Information, Vereinte
Nationen, DPI/2226.
Deutsche Übersetzung: Informationszentrum der Vereinten Nationen
(UNIC) Bonn.
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