nachhaltige Entwicklung
 

Johannesburg-Gipfel 2002

 

Der Johannesburg-Gipfel: Ein Überblick

Was ist der Johannesburg-Gipfel?

Der Johannesburg-Gipfel ist die große Chance für die Welt, sich einer nachhaltigen Zukunft zu nähern - einer Zukunft, die es den Menschen ermöglicht, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, ohne die Umwelt zu schädigen. Nachhaltige Entwicklung ist ein Aufruf zu einer anderen Haltung gegenüber Entwicklung und zu einer anderen Art der internationalen Zusammenarbeit. Sie geht von der Einsicht aus, dass Entscheidungen, die in einem Teil der Welt getroffenen werden, das Leben der Menschen in anderen Regionen beeinflussen können und sie verlangt daher weitsichtiges Handeln zur Förderung globaler Bedingungen, die Fortschritt und Nutzen für alle bringen.

Der Plan für die Erreichung nachhaltiger Entwicklung wurde vor zehn Jahren auf dem Erdgipfel in Rio verabschiedet. Doch bleibt bis dahin noch ein weiter Weg zurückzulegen. Der Johannesburg-Gipfel soll die Lücken in der Umsetzung dieses Planes durch konkrete Handlungsvorschläge überbrücken.

Der Gipfel wird das bisher größte internationale Treffen über Fragen der Nachhaltigkeit sein und wird tausende Teilnehmer zusammenbringen, darunter Staats- und Regierungschefs, führende Wirtschaftspersönlichkeiten und Vertreter der Zivilgesellschaft. Sie alle wollen ein Ziel verfolgen: nachhaltige Entwicklung fördern.

Wann und wo wird der Gipfel stattfinden?

Der Gipfel wird vom 26. August bis 4. September 2002 im Sandton Convention Centre in Johannesburg, Südafrika, stattfinden.

Welches Ergebnis soll der Gipfel bringen?

Der Gipfel will vor allem das politische Bekenntnis zu nachhaltiger Entwicklung wiederbeleben. Er soll zum Abschluss eine klare und eindeutige Aussage der Staats- und Regierungschefs aus aller Welt in Form einer „Johannesburg-Erklärung“ annehmen, in der sie erneut ihre Entschlossenheit versichern, auf nachhaltige Entwicklung hinzuarbeiten. Ein ausgehandelter Umsetzungsplan soll die für nachhaltige Entwicklung benötigten vorrangigen Handlungsschritte umreißen. Außerdem sollen Regierungen, Zivilgesellschaften und Wirtschaftsvertreter ermutigt werden, Partnerschaftsinitiativen anzukündigen, die sich mit spezifischen Problemen befassen und zu messbaren Ergebnissen führen sollen, um das Leben der Menschen weltweit zu verbessern.

Wer ist für die Organisation des Gipfels verantwortlich?

Die zehnte Tagung der UNO-Kommission für nachhaltige Entwicklung dient als Vorbereitungsausschuss für den Gipfel. Sie ist das zentrale Organisationsgremium. Zwischen 2001 und 2002 hielt die Kommission vier vorbereitende Sitzungen für den Gipfel ab, deren vierte und letzte auf Ministerebene vom 27. Mai bis 7. Juni 2002 auf Bali, Indonesien, stattfand.

Der Vorbereitungsausschuss wird von einem Büro geleitet, das aus zwei Vertretern aus jeder Region der Welt besteht (zehn Mitglieder insgesamt). Das Büro tagt zwischen den Sitzungen der Kommission, um den Ablauf zu steuern und politisches Bewusstsein und Unterstützung für den Gipfel bei Regierungen und wichtigen Gruppen zu wecken. Den Vorsitz führte Dr. Emil Salim (Indonesien).

Innerhalb der Vereinten Nationen liegt die Gesamtverantwortung für den Gipfel beim Untergeneralsekretär für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten, Nitin Desai, der als Generalsekretär des Johannesburg-Gipfels fungiert.

Neben der politischen Organisation des Gipfels gibt es eine Reihe logistischer Organisationsfragen, wie Unterbringung und Transport vor Ort, die von der Regierung Südafrikas als Gastgeberland geregelt werden. Für die Abwicklung dieser Aufgaben wurde das Unternehmen Johannesburg Weltgipfel (Johannesburg World Summit Company, JOWSCO) unter Aufsicht der Regierung Südafrikas geschaffen.

Ist Johannesburg eine Wiederholung von Rio?

Der Johannesburg-Gipfel ist ein Schritt vorwärts, von der Grundsatzkonzeption zur Aktion. Die Agenda 21, der Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung, der auf dem Erdgipfel in Rio verabschiedet wurde, bleibt eine kraftvolle langfristige Vision und Richtlinie für die Verbesserung des Zustands der Welt und das Leben ihrer Bürger. Durch die Annahme dieses Plans haben die Regierungen ihrer Erkenntnis Ausdruck verliehen, dass eine Fortsetzung der gegenwärtigen Politik die wirtschaftliche Spaltung innerhalb und zwischen den Ländern noch weiter vertiefen und zu noch größerer Armut und einer weiteren Verschlechterung der Ökosysteme führen würde. Sie stimmten darin überein, dass ein anderer Kurs möglich sei, der den Planeten schützen und eine gedeihlichere Zukunft sichern könnte. „Kein Land kann dieses Ziel alleine erreichen“, heißt es in der Präambel der Agenda 21, aber „zusammen können wir es“. Die Agenda 21 soll daher als Grundlage für die Ausarbeitung greifbarer Initiativen dienen, die zu Ergebnissen führen.

Ist dies eine Umweltkonferenz? Eine Armutskonferenz?

Beim Johannesburg-Gipfel geht es um nachhaltige Entwicklung - also eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der Menschen heute und zukünftiger Generationen entspricht. Es ist keine Konferenz über Armut, sondern eine Konferenz über die Art der Entwicklung, die sowohl von Industrie- als auch Entwicklungsländern verfolgt werden sollte. Allerdings sind Armut, Verschwendung und nicht nachhaltige Lebensformen wichtige Anliegen, mit denen sich der Johannesburg-Gipfel befassen wird. Nachhaltige Entwicklung will diesen Anliegen durch Maßnahmen gerecht werden, die Wirtschaftswachstum, soziale Entwicklung und Umweltschutz fördern.

Der Johannesburg-Gipfel ist also keine einfache Fortsetzung des Erdgipfels in Rio; er ist auch keine Folgekonferenz des Internationalen Treffens über Entwicklungsfinanzierung in Monterrey. Aber er baut auf den Ergebnissen dieser beiden Konferenzen auf und verfolgt auch die auf vielen anderen Konferenzen vereinbarten Forderungen, wie die von den Staats- und Regierungschefs auf dem Millenniumsgipfel angenommenen Entwicklungsziele, unter dem gemeinsamen Thema der nachhaltigen Entwicklung.

Welche Themen werden auf dem Gipfel behandelt?

Das beherrschende Thema beschäftigt sich damit, wie weit die Welt ihren Kurs ändern und eine nachhaltige Zukunft erreichen kann. Dieser Ansatz umfasst viele andere Themen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat fünf Schlüsselbereiche benannt, in denen der Johannesburg-Gipfel wirklich etwas bewirken kann: Wasser und Kanalisation, Energie, Gesundheit, landwirtschaftliche Produktivität, sowie Artenvielfalt und Management von Ökosystemen. Der Generalsekretär vertritt die Ansicht, dass auf dem Gipfel zu diesen wichtigen Themen konkrete Ergebnisse erzielt werden können und müssen.

Wer wird die für diese Veränderungen nötigen Schritte unternehmen?

Es ist klar, dass die Regierungen für die Umsetzung der Verhandlungsergebnisse des Gipfels verantwortlich sind. Doch die Realität ist, dass die Regierungen nicht über die erforderlichen Ressourcen verfügen, um alles zu tun, was getan werden muss. Die nachhaltige Entwicklung erfordert Partnerschaften zwischen verschiedenen Sektoren der Gesellschaft, wie Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen.


Herausgegeben von der Hauptabteilung Presse und Information der Vereinten Nationen. DPI/2252
Deutsche Übersetzung: Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNIC) Bonn. Juli 2002.



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