Drogen



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Übersicht

Die Vereinten Nationen gehen gegen das weltweite Drogenproblem vor

Die Annahme eines weltweiten Plans zur wesentlichen Senkung des Angebots und der Nachfrage nach Drogen bis zum Jahre 2008 wird von einem Treffen der Staats- und Regierungschefs erwartet, die vom 8. - 10. Juni in New York zu einer Sondertagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zusammentreffen.

Die in ihrer Art beispiellose Initiative, die Regierungen, die Zivilgesellschaft und die Privatwirtschaft einbinden soll, fordert bis zum Jahre 2003 schärfere nationale Gesetze und Programme gegen Geldwäsche und synthetische Drogen, verstärkte Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Jugendlichen und eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Staaten bei der Festnahme und Verurteilung von Drogenhändlern.

“Drogen reißen unsere Gesellschaft auseinander, bilden den Nährboden für Verbrechen, verbreiten Krankheiten wie AIDS und vernichten unsere Jugend und unsere Zukunft“, warnt der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan. “Heute gibt es schätzungsweise 190 Millionen Drogenkonsumenten weltweit. Kein Land ist gegen die Drogengefahr immun. Kein Land kann allein gegen den Drogenhandel innerhalb seiner Grenzen ankämpfen. Die Globalisierung des Drogenhandels erfordert internationale Reaktionen.“

“Die Sondertagung soll ein Wendepunkt für die Welt sein, um mit neuer Kraft gegen den Drogenmißbrauch vorzugehen“, sagt Pino Arlacchi, der Exekutivdirektor des Internationalen Drogenkontrollprogramms der Vereinten Nationen (UNDCP). “Es gibt viele Gründe für Optimismus: ein politisches Klima der verstärkten internationalen Zusammenarbeit ohne die ideologische Trennung von Ost-West und Nord-Süd, hochentwickelte Technologien wie Satellitenüberwachungssysteme, und das gebündelte Wissen der internationalen Gemeinschaft auf dem Gebiet der Drogenkontrolle“, betont Arlacchi. Die Sondertagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum weltweiten Drogenproblem wird sich auf sechs entscheidende Bereiche konzentrieren:

Senkung der Nachfrage

Die Senkung der Nachfrage nach Drogen ist der Schlüssel zur Lösung des globalen Drogenproblems. Die Sondertagung wird eine Erklärung zur Senkung der Drogennachfrage verabschieden, deren Leitlinien den Regierungen helfen soll, bis zum Jahre 2003 wirksame Programme zur Drogenprävention, zur Behandlung und zur Rehabilitation aufzustellen. Die Erklärung fordert stärkere Bemühungen zur Reduzierung der Nachfrage, an denen auch die lokalen Gemeinden teilnehmen sollen, sowie die Integration dieser Bemühungen in die Sozial- und Gesundheitspolitik, damit bis zum Jahre 2008 entscheidende Ergebnisse erzielt werden können.

Vernichtung illegaler Ernten und alternative Entwicklung

In den letzten zehn Jahren haben alternative Entwicklungsprogramme, ergänzt durch Vollzugsmaßnahmen, den Ernteertrag aus Suchtstoffplanzen in mehreren Ländern, wie Peru, Thailand und Pakistan, erfolgreich reduziert. Um diesen Erfolg weltweit auszubauen, verpflichtet der von der Sondertagung anzunehmende Aktionsplan die Regierungen dazu, eng mit UNDCP bei der Ausarbeitung von Strategien zusammenzuarbeiten, die den illegalen Anbau von Koka-büschen, Schlafmohn und Cannabispflanzen bis zum Jahr 2008 deutlich verringern sollen.

Geldwäsche

Das “Waschen“ der aus dem Handel mit illegalen Drogen und anderen schwerer Verbrechen erzielten Erlöse hat in aller Welt immer mehr zugenommen und praktisch alle Nationen erfaßt. Dennoch verfügen erst 30% der Länder über wirksame Anti-Geldwäsche-Gesetze. Die Regierungsvertreter sollen daher in der Sondertagung über das Bankgeheimnis und über das Off-shore-Banking in entlegenen Staaten reden und sich darauf einigen, bis zum Jahr 2008 in ihren Ländern gesetzliche Maßnahmen gegen die Geldwäsche zu beschließen.

Amphetaminartige Aufputschmittel (ATS)

Etwa 30 Millionen Menschen konsumieren amphetaminartige Aufputschmittel, das sind mehr als Kokain- und Heroinkonsumenten zusammen genommen. Da die weltweite Aufklärung und Reaktion zu diesem Problem eher gering ist, wird sich die Sondertagung mit einem Aktionsplan gegen Herstellung, Handel und Mißbrauch dieser zunehmend beliebten synthetischen Drogen befassen, zu denen auch “Ecstasy“ und Methamphetamin gehören. Der Aktionsplan soll bis zum Jahre 2003 umgesetzt werden, um Angebot und Nachfrage nach diesen Aufputschmitteln bis zum Jahre 2008 deutlich zu verringern.

Zusammenarbeit der JustizBehörden

Drogenkriminelle nutzen die offenen Grenzen und Märkten; sie blühen auf, woimmer Gesetze und Behörden schwach sind. Ohne verstärkte Zusammenarbeit zwischen Justiz- und Vollzugs-Behörden kann praktisch keine der internationalen Vertragsbestimmungen gegen den Drogen-handel durchgeführt werden, meint UNDCP.

Die Mitgliedstaaten sollen daher bis zum Jahre 2003 Maßnahmen zur Auslieferung, zur gegen-seitigen Rechtshilfe, zur übertragung von Gerichtsverfahren, zur Durchführung überwachter Lieferungen und zur Kontrolle des illegalen Handels zur See beschließen.

Chemische Vorläufersubstanzen

In den letzten Jahren ist die Verbreitung chemischer Vorläufersubstanzen, die zur Herstellung von illegalen Drogen verwendet werden, zu einer der ernstesten Herausforderungen des weltweiten Drogenproblems geworden. Um dieser Verbreitung vorzubeugen, haben die Staaten vereinbart, den nationalen und internationalen Handel mit bestimmten Chemikalien zu überwachen. Die Sondertagung der Generalversammlung soll nun Maßnahmen zur Verschärfung der Kontrolle dieser Substanzen beschließen, um bis zum Jahre 2008 deren Abzweigung aus legalen Quellen einschneidend zu verringern.

 

Für weitere Information wenden Sie sich bitte an:
Bill Hass
Development and Human Rights Section
United Nations
Department of Public Information
Room S-1040
New York, NY 10017, USA
Tel.: (212) 963-0353/3771
Fax.: (212) 963-1186
Sandro Tucci
External Relations Unit
United Nations International Drug Control Programme
Vienna International Centre
A-1400 Vienna, Austria
Tel.: (43-1) 21345-5629
Fax.: (43-1) 21345-5931

 

Herausgegeben von der Hauptabteilung der Vereinten Nationen für Presse und Information (UN/DPI).
Deutsche Fassung: Informationsdienst der Vereinten Nationen, Wien und Informationszentrum der Vereinten Nationen, Bonn – Mai 1998.


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