Drogen


UNIC/INCB/19
23. Februar 1999

INCB-Jahresbericht 1998
Pressemitteilung Nr. 2

Suchtstoffkontrollrat legt Bericht über
weltweiten Verbrauch kontrollierter Drogen vor

Mißbrauch von streßmindernden Drogen und Rauchen von Heroin nimmt zu –
Geschichte der Drogenkontrolle und Ausblick auf die Herausforderungen der Zukunft

WIEN, 23. Februar 1999 (UNO-Informationsdienst) -- Die weltweiten Trends bei Mißbrauch und illegalem Handel von kontrollierten Drogen während des vergangenen Jahres werden vom jüngsten Bericht* des Internationalen Suchtstoffkontrollrates (International Narcotics Control Board, INCB) behandelt, der heute hier und in dreißig weiteren Städten der Welt präsentiert wird.

Die im diesjährigen Bericht behandelten großen Probleme umfassen den wachsenden Mißbrauch von Benzodiazepinen (“Bennies“), Amphetamin-Stimulanzien und die Zunahme des Straßenverkaufs dieser Drogen und anderer bewußtseinsverändernder Mittel in den Entwicklungsländern. Das Rauchen von Heroin nimmt zu und Cannabis mit einem hohen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) ist auf den illegalen Drogenmärkten insbesondere in Nordamerika, immer populärer geworden.

Der Mißbrauch von Benzodiazepin hat in Europa und anderen entwickelten Ländern stark zugenommen, wo einige ärzte dieses Mittel über lange Zeiträume gegen fragwürdige Symptome verschreiben. Der in Wien angesiedelte Rat beobachtet den weltweiten Verbrauch von Drogen und die Einhaltung der drei internationalen Drogenverträge sehr genau und drängt die betroffenen Regierungen, die ärzte in ihren Ländern zu einer ausgewogeneren Nutzung dieser Medikamente zu veranlassen.

Der Mißbrauch von Stimulanzien vom Amphetamin-Typ, insbesondere von “Ecstasy“, hat sich in Südamerika und hier wieder besonders in Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay ausgebreitet. Das trifft auch für das Gebiet der früheren Sowjetunion und den Nahen Osten zu. LSD- und “Ecstasy“-Mißbrauch hat sich auch in Israel gezeigt. Dazu kommt noch der Gebrauch anderer “Designerdrogen“ des Amphetamin-Typs, die noch nicht der internationalen Kontrolle unterliegen.

Der Einsatz des Stimulans Methylphenidat zur Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität (Attentional Deficit/Hyperactivity Disorder, ADHD) ist in mehr als fünfzig Ländern um kaum faßbare 100 Prozent angestiegen. In einigen davon, wie Australien, Belgien, Deutschland, Großbritannien, Irland, Island, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen und Spanien könnte die Verwendung dieser Droge Ausmaße wie in den Vereinigten Staaten erreichen, auf die zur Zeit 85 Prozent des gesamten Weltverbrauchs entfallen.

Der Rat fordert die Länder dazu auf, Wege aus der möglichen überdiagnostizierung von ADHD zu suchen und die exzessive Verwendung von Methylphenidat einzuschränken. Waren es zu Beginn der 90er Jahre hauptsächlich männliche Volksschüler, die mit diesem Mittel behandelt wurden, so sind es nun zunehmend mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In den Vereinigten Staaten hat man bereits an einjährigen Kindern ADHD diagnostiziert.

Die Verwendung von Stimulanzien des Amphetamin-Typs, wie etwa Diätpillen, ist seit dem Rekordstand von 1996 zurückgegangen, aber in den Vereinigten Staaten immer noch sehr hoch. Schlankheitskuren mit Hilfe dieser Pharmaka sind in jüngster Zeit in Asien (Hongkong, Malaysia und Singapur) populär geworden und haben Ausmaße erreicht, wie sie seinerzeit in lateinamerikanischen Ländern am Höhepunkt ihres Konsums verzeichnet wurden.

Das geringe Angebot von legalen bewußtseinsverändernden Drogen wie Schmerzmitteln und Beruhigungsmittel in den Entwicklungsländern hat zur Entstehung von parallelen Märkten geführt, die der mißbräuchlichen Verwendung ebenso dienen wie wirklichen Patienten. Die Drogen auf diesen Märkten werden nicht offiziell kontrolliert und die Konsumenten haben keine medizinische Beratung. Der Rat fordert die Regierungen zur Sicherstellung einer angemessenen Versorgung mit diesen Drogen auf kontrollierten Wegen für medizinische Zwecke auf.

Der zugelassene Morphiumverbrauch hat in den meisten entwickelten Ländern zugenommen. Der weltweite Bedarf beträgt mehr als 25 Tonnen. Die Verwendung dieser Droge wurde durch den wachsenden Einsatz bei der Schmerzbehandlung unheilbar kranker Patienten, die an Krebs oder AIDS leiden, sowie durch die wachsende Zahl älterer Menschen gesteigert.

Reineres und zugleich billigeres Heroin auf dem nordamerikanischen Markt hat zu einer Zunahme des Rauchens dieser Droge geführt, besonders bei jüngeren Menschen. Ein großer Teil dieses Heroins wird in Kolumbien, Mexiko und Guatemala unter Verwendung örtlich wachsender Pflanzen hergestellt. Der Mißbrauch von Opiaten scheint in vielen Ländern des Nahen Ostens sowie der Gemeinschaft Unabhäniger Staaten (GUS) zuzunehmen. Besonders besorgniserregend in diesen Gegenden ist das Injizieren von Drogen, da diese Methode hauptsächlich zur Ausbreitung des Immunschwäche-Virus (HIV) als Auslöser von AIDS beiträgt.

Während zwar der Drogenmißbrauch in einigen Regionen zugenommen hat, zeigt der Bericht doch auch, daß die Anwendung der internationalen Drogenverträge in jüngster Zeit zu Erfolgen bei der Verhinderung der Ausbreitung psychoaktiver Substanzen geführt haben, die andernfalls in den internationalen Drogenhandel gelangt wären.

Die deutschen Behörden haben kürzlich über große Mengen von Chlordiazepoxid, Ephedrinhydrochlorid und Diazepam (je 1.250 kg) berichtet, die aus Deutschland und China nach Ghana exportiert und dann nach Gabun rückexportiert werden sollten. Diese Mengen haben den Bedarf Gabuns weit überschritten. Gabun und Ghana haben gefälschte Importlizenzen entdeckt und festgestellt, daß es sich bei dem Empfänger um eine fiktive Person handelt. Laut INCB hätten diese Substanzen für die Herstellung von mehreren hundert Millionen Tabletten gereicht.

Eine pharmazeutische Firma in Ungarn versuchte große Mengen von offenbar beschlagnahmtem Opium aus Zentralasien zu importieren. Die UntersuchungsBehörden fanden 1998 heraus, daß derartig große Mengen dieser Droge noch nie in diesen Ländern beschlagnahmt wurden. Die ungarische Regierung hat daraufhin den Import des Opiums abgelehnt.

China erteilte 1997 einer Firma die Erlaubnis, 1.800 Kilogramm Diazepam nach Singapur zu exportieren, obwohl der dortige legale Bedarf bei weniger als 700 Kilogramm liegt. Nachforschungen in Singapur ergaben, daß die importierende Firma, die übrigens ihr Wissen von dem Geschäft abstritt, keine Erlaubnis zum Handel mit psychotropen Substanzen hatte. Die exportierte Menge selbst ist bis jetzt noch nicht gefunden worden.

Der Iran hat im vergangenen Jahr beträchtliche Mengen von Codeinphosphat an europäische und nordamerikanische Länder geliefert. Da der Iran seit 1979 kein Opium legal produziert oder bedeutende Mengen an Rohopium importiert hat, stammt das Codein, laut INCB, vermutlich aus Beschlagnahmungen von Opium. Der Rat fordert die Regierungen auf, keinesfalls Ungleichgewichte zwischen der legalen Versorgung und Nachfrage an Opiaten durch die Hereinnahme von beschlagnahmten Drogen auszugleichen.

Geschichte und zukünftige Herausforderungen der Drogenkontrolle

Ein eigenes Kapitel des Berichtes ist der Geschichte der internationalen Drogenkontrolle und den großen Herausforderungen in der Zukunft gewidmet. Dazu gehören die mit Computerhilfe erzeugten illegalen Substanzen, die zunehmende Verschreibung psychoaktiver Drogen und der weitverbreitete Konsum von Cannabis.

Dealer können mit Hilfe des Internets die Herstellung von illegalen Drogen erlernen und sie dann über Einrichtungen wie das World Wide Web verkaufen. Der Rat ersucht die Regierungen in diesem Zusammenhang eng mit der Internetindustrie, Gemeinschaftseinrichtungen, Familien und dem Erziehungswesen zusammenzuarbeiten und damit sicherzustellen, daß diese Technologien nicht für die Verbreitung des Drogenmißbrauchs verwendet werden.

Gleichzeitig werden einige psychoaktive Drogen wie Benzodiazepine und Stimulanzien in hohem Maße verschrieben. Das deutet darauf hin, daß sie nicht nur auf einen berechtigten medizinischen und wissenschaftlichen Gebrauch beschränkt sind. Der Bericht verweist auch auf den weitverbreiteten Konsum von Cannabis in praktisch allen Ländern. Das Einheitsabkommen von 1961, das die Verwendung von Cannabis und anderen Substanzen mit wenig medizinischem Wert und hohem Mißbrauchspotential verbietet, muß streng eingehalten werden. Insbesondere betrifft dies Länder, in denen die Popularität von Cannabis in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist.

Künftigen Herausforderungen an die Drogenkontrolle wird auf der Basis vergangener Erfolge begegnet werden können. Die internationalen Drogenkontrollverträge haben die Abzweigung legaler Drogen hin zu den illegalen Handelsrouten beinahe völlig unterbunden. Der Vertrag von 1971 hat zu einem Rückgang der Amphetamin-Verschreibungen gegen Depressionen oder Fettleibigkeit sowie von Barbituraten und anderen Hypnotika geführt.

Der Drogenkontrollvertrag von 1988 hat konkrete Maßnahmen gegen Drogenhandel und Drogenmißbrauch nach sich gezogen. Dazu zählen die rechtliche Zusammenarbeit, die Auslieferung von Drogenhändlern, die kontrollierte Lieferungen sowie Maßnahmen gegen die Geldwäsche. Vorläufersubstanzen von Drogen, also die Zutaten für Substanzen auf chemischer Basis, werden ebenfalls durch den Vertrag von 1988 weit besser kontrolliert. Dadurch gelangen Millionen von LSD-Rationen, Methamphetamine und andere amphetaminartige Stimulanzien nicht mehr auf die Straße.

INCB unterstreicht, daß die internationale Drogenkontrolle die Suchtepidemien der ersten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts eingedämmt hat. Kurz vor Einführung der Drogenkontrolle in den Vereinigten Staaten im Jahre 1914 wurden beispielsweise 90 Prozent der Suchtstoffe für nichtmedizinische Zwecke eingesetzt. China verzeichnete mehr als zehn Millionen Opiumsüchtige bei einer Bevölkerung von damals 450 Millionen, bis 1914 der Import von Drogen verboten wurde.

Regionale Drogentrends

Ein weiterer Teil des INCB-Berichts gibt eine ausführliche Analyse des illegalen Drogenkonsums und der Bemühungen um Drogenkontrolle in einzelnen Weltregionen. Im folgenden einige der wesentlichen Trends:

Afrika

Große Städte und Häfen in Afrika werden in zunehmendem Maße zur Verschiffung von Heroin aus Asien sowie von Kokain aus Südamerika nach Europa verwendet. Der Mißbrauch dieser Drogen auf dem afrikanischen Kontinent selbst nimmt ebenfalls zu.

Ein großes Problem ist in einigen afrikanischen Ländern das “Klebstoffschnüffeln“ flüchtiger Lösungsmittel bei Straßenkindern. In Südafrika sind neun von zehn Kinder Schätzungen zufolge Konsumenten dieser Produkte.

Sieben afrikanische Länder - Angola, äquatorialguinea, Dschibuti, Eritrea, die Komoren, Kongo und die Zentralafrikanische Republik - sind bisher keinem der drei internationalen Drogenkontrollverträge beigetreten. Der Rat stellt weiter fest, daß einige afrikanische Länder immer noch keine Gesetze beschlossen haben oder über kein Personal verfügen, um diese Verträge in Kraft zu setzen.

Im April 1998 hat die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) nachdrücklich die Entkriminalisierung und Legalisierung von Cannabis abgelehnt. Cannabis ist die meistangebaute, meistbeschlagnahmte und meistmißbrauchte Droge des Kontinents. Die OAU hat das Internationale Drogenkontrollprogramm (UNDCP) ersucht, bei der Erstellung eines besonderen Planes zur Beseitigung dieser Droge mitzuhelfen.

Marokko hat seit 1996 in Folge drei Rekord-Cannabisernten verzeichnet. Die Anbaufläche wird auf 60.000 Hektar geschätzt und die Herstellung von Harz daraus soll 1998 rund 2.000 Tonnen betragen haben.

Im östlichen und südlichen Afrika werden wachsende Mengen von Suchtstoffen wie Methaqualon erzeugt, statt wie früher aus Indien importiert. Eine Maschine zur Herstellung von Drogen in großen Mengen wurde im Hafen von Daressalam im März 1998 beschlagnahmt. Darüber hinaus ist der Rat über die heimliche Herstellung und den Mißbrauch von “Ecstasy“ in dieser Region besorgt.

Mittelamerika und die Karibik

Die Menge des beschlagnahmten Cannabis in Mittelamerika und der Karibik hat in den letzten fünf Jahren ständig zugenommen. Die Droge wird in Mittelamerika nahezu ausschließlich für den regionalen Gebrauch erzeugt, doch wird sie auch von Schmugglern aus Jamaika und St. Vincent und den Grenadinen nach Kanada und in die Vereinigten Staaten gebracht. Die Kokainbeschlagnahmen haben in der ganzen Region ständig zugenommen. Crack ist die zweithäufigste Droge in Mittelamerika, insbesondere unter den Armen der Großstädte sowie entlang der Atlantikküste und steht oft in Zusammenhang mit der wachsenden Gewalt in dieser Region.

Der Rat begrüßt die Gesetze gegen Geldwäsche, die jüngst auf den Britischen Jungferninseln und in St. Kitts und Nevis erlassen wurden. Der Rat hofft auf ähnliche Gesetze in Barbados sowie Trinidad und Tobago.

Belize ist das einzige Land in Mittelamerika, das nicht dem Einheitsabkommen von 1961 beigetreten ist. Der Rat ruft Belize auf, diesem Vertrag sowie dem Vertrag von 1971 beizutreten und drängt, die Kontrollen für Substanzen einzuführen, die der illegalen Herstellung von Suchtstoffen und psychotropen Substanzen dienen könnten. Dies verlangt der Vertrag von 1988.

Nordamerika

Cannabis mit einem höheren Anteil an Tetrahydrocannabinol (THC) wird nunmehr in Kanada und in den westlichen Teilen der Vereinigten Staaten in Gewächshäusern angebaut und in den Süden und Osten des Landes transportiert.

Volksabstimmungen in einigen Staaten der USA haben die Verwendung von Cannabis für bestimmte medizinische Zwecke befürwortet, doch bleibt diese Frage kontrovers. Der Rat betont, daß die medizinischen und wissenschaftlichen Entscheidungen über alle Drogen ausschließlich von den befugten nationalen GesundheitsBehörden getroffen werden sollen.

Mexiko und die Vereinigten Staaten haben im Februar 1998 eine bilaterale Drogenkontrollstrategie angekündigt. Sie soll sich mit dem Kampf gegen Korruption und Geldwäsche, dem beschleunigten Austausch von Information und Technik, Ausbildung, Strafverfolgung und mit der Auslieferung von Drogenhändlern befassen. Anleitungen zum Selbstmachen helfen Leuten dabei, illegale Drogen herzustellen und zu mißbrauchen. Diese Anleitungen werden über das Internet verbreitet, wobei viele der Home Pages von Servern in Kanada und den Vereinigten Staaten kommen. Die Vereinigten Staaten haben im Januar 1998 eine Medienkampagne gegen den Drogenmißbrauch begonnen. Sie richtet sich gegen Botschaften im Fernsehen und im Internet, die den Drogenmißbrauch Fördern.

Ein Großteil des Heroins wird in Geheimlabors in Kolumbien, Mexiko und Guatemala hergestellt. Die Zahl der Drogentoten durch überdosis nimmt in Kanada und den Vereinigten Staaten zu. möglicherweise ist dies eine Folge von reinerem Heroin. Heroin hat neue und jüngere Konsumenten angezogen, weil es leicht erhältlich, billig und rein ist.

Während der letzten paar Jahre hat das Auftreten von HIV unter Drogenkonsumenten in den städtischen Gebieten Kanadas zugenommen. Dies geht vielleicht auf die wachsende Zahl von Süchtigen zurück, die Kokain in Kombination mit anderen Drogen wie Heroin spritzen. Der Handel und Mißbrauch von Methamphetamin nimmt in den Vereinigten Staaten rasch zu. Kriminelle Gruppierungen aus Mexiko, die mit Cannabis und Kokain handeln, haben zu dieser Droge gewechselt und in den letzten Jahren die illegalen Märkte der Vereinigten Staaten versorgt.

Amphetamin und Dexamphetamin wird in dieser Region zunehmend zur Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen (ADHD) oder bei Aufmerksamkeitstörungen in Verbindung mit Hyperaktivität verwendet.

In den Vereinigten Staaten wird der Mehrfachdrogenmißbrauch (“Speedballing“) immer populärer. Dabei werden Heroin und Kokain injiziert oder inhaliert. Cannabis-Zigaretten gemischt mit Substanzen wie Kokainhydrochlorid, “Crack“, Phencyclidin (PCP) oder Codein-Hustensyrup breiten sich endemisch aus.

Südamerika

In einigen Teilen Südamerikas ist der Anbau des Koka-Busches, der größten illegalen Anpflanzung in der Region, zurückgegangen, wurde aber rasch durch neue Koka-Pflanzungen in anderen Teilen Südamerikas ausgeglichen. Der Rat fordert besonders die Regierungen von Bolivien, Kolumbien und Peru auf, die neuen Pflanzungen zu zerstören.

Die Polizei von Rio de Janeiro hat Anfang 1998 eine Säuberungskampagne begonnen, die Berichten zufolge zur Entlassung einiger Polizeibeamter wegen Korruption geführt hat. Die brasilianische Bundespolizei hat mindestens drei große Drogenhändlerringe im südlichen Teil des Landes gesprengt und in den Jahren 1997 und 1998 ein nationales Programm zur Kontrolle von Vorläufersubstanzen erstellt.

Kolumbien hat die Auslieferung wieder ermöglicht, soferne sie Verbrechen betrifft, die nach Dezember 1997 begangen wurden. Das Land hat auch einige hochrangige Beamte wegen Korruption im Jahre 1998 gemäß den neuen Gesetzen von 1997 bestraft. Nach diesem neuen Gesetz wurde das Strafausmaß für einige große Drogenhändler hinaufgesetzt.

Einige Länder der Region berichten nun über zumindest einige Fälle von Heroinmißbrauch, verglichen mit dem völligen Fehlen diesbezüglicher Berichte vor einem Jahrzehnt. Dies läßt auf eine leichtere Verfügbarkeit der Droge schließen.

Die Herstellung und der Schmuggel von illegalem Kokain hat in Bolivien und Peru zugenommen. Dennoch bleibt Kolumbien der weltgrößte Erzeuger dieser Droge. Die Kokainhändler verwenden nun verschiedene Routen zu den Märkten in Europa und Nordamerika. Mit Ausnahme von Peru und Uruguay wurde im vergangenen Jahr mehr von dieser Droge beschlagnahmt.

Der Mißbrauch von Kokainhydrochlorid ist in der Altersstufe der 30- bis 39jährigen am häufigsten. Dies geht aus Aufzeichnungen der Notaufnahmen der Krankenhäuser hervor. Der steigende Mißbrauch von “Crack“ betrifft hauptsächlich Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Venezuela. Der Mißbrauch von Beruhigungsmitteln und Substanzen des Amphetamintyps wie “Ecstasy“ nimmt vor allem in Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay zu.

Die Verfolgung und Auffindung von Chemikalien für die Kokainherstellung hat sich in vielen Ländern verbessert. Insbesondere in Kolumbien konnten große Mengen davon beschlagnahmt werden. 1997 wurde die größte beschlagnahmte Menge an Säuren und Lösungsmitteln innerhalb von fünf Jahren und die größte Menge an Kaliumpermanganat (112 Tonnen) seit 1989 verzeichnet. Insgesamt sind das größere Mengen als in den vergangenen vier Jahren, zusammen genommen, beschlagnahmt wurden.

Ost- und Südostasien

Eine starke Steigerung des Cannabishandels wurde in Malaysia verzeichnet und Kambodscha ist zu den größten Lieferanten der illegalen Weltmärkte geworden.

Der Heroinschmuggel durch Hongkong scheint stark gesunken zu sein, da die Drogenhändler ihre Lager auf das asiatische Festland verlegt haben und in kleineren Mengen handeln.

Der illegale Handel mit Amphetamin-Stimulanzien hat in einigen Ländern Rekordausmaße erreicht. Die Angaben über Beschlagnahmen weisen China und Myanmar als hauptsächliche Quellen der illegal hergestellten Metamphetamine aus.

Die Beschlagnahmen von Metamphetaminen aus der Produktion des asiatischen Festlandes sind in Hongkong stark angestiegen. Es ist dies die Route zu Ländern wie Japan und den Philippinen. 1997 hat die chinesische Polizei erstmals ein Labor zur Erzeugung von “Ecstasy“ in China ausgehoben.

Der Mißbrauch von Amphetaminstimulanzien nimmt unter jungen Menschen auf den Philippinen und in Thailand rasch zu. Der MDMA-Mißbrauch und dessen Beschlagnahmen sind in Thailand angestiegen, in Indonesien ist die Droge ein anhaltendes Problem.

Der Mißbrauch von sich verflüchtigenden Lösungsmitteln, vor allem in der Form des “Klebstoffschnüffelns“, hat in einigen Ländern wie Kambodscha, der Volksdemokratischen Republik Laos und Thailand zugenommen. Dies betrifft vor allem kleinere Kinder in armen städtischen Gebieten.

Vietnam ist 1997 allen drei internationalen Drogenkontrollverträgen beigetreten, lehnt jedoch eine Auslieferung von Verdächtigen weiterhin ab. Eine Haltung, die es dem Rat nach überprüfen sollte.

Kambodscha und die Volksrepublik Korea sind die einzigen Länder dieser Region, die nicht den Drogenkontrollverträgen beigetreten sind. Allerdings wird angenommen, daß Kambodscha diesbezügliche Schritte setzen wird.

Die Mitgliedstaaten der Vereinigung Südostasiatischer Länder (ASEAN) haben im Juli 1998 eine gemeinsame Deklaration für eine drogenfreie Region unterzeichnet. Ziel ist die Beseitigung der illegalen Produktion, des Mißbrauches und des illegalen Handels mit Drogen bis zum Jahr 2020.

Kambodscha und Thailand haben im Mai 1998 einen Auslieferungsvertrag unterzeichnet - eine Vereinbarung zur Unterdrückung des Drogenhandels entlang der gemeinsamen Grenzen und ein Abkommen zur Aufstellung gemeinsamer Patrouillen gegen Drogenhandel und Piraterie in ihren Hoheitsgewässern, geltend ab Juli.

Südasien

Der Mißbrauch von psychotropen Substanzen und Mehrfachdrogen hat in jüngster Zeit in Südasien zugenommen. Dieses Gebiet leidet an mangelnden finanziellen Mitteln zur Durchsetzung der nationalen Drogenkontrollgesetze oder für die überwachung der heimischen Kanäle für pharmazeutische Produkte und Vorläufersubstanzen.

Obwohl Cannabis in Indien, Nepal und Sri Lanka regelmäßig vernichtet wird, wird es nach wie vor illegal vor allem für den lokalen Bedarf angebaut. Eine große Sorge in den städtischen Gebieten dieser Region ist die Verbindung zwischen der Ausbreitung von AIDS und dem intravenösen Drogenmißbrauch.

Die meisten der 1998 in Indien beschlagnahmten Opiate kamen aus Südwestasien und erreichten Indien auf dem Land- und Seeweg. Die gesamte in Indien 1997 beschlagnahmte Heroinmenge belief sich auf etwa eine Tonne. Der größte Teil davon kam über Peschawar (Pakistan) aus Kabul.

Chemikalien, die in Bangladesch in der Textil- und Färbeindustrie verwendet werden und unter den weltweiten Drogenvertrag vom 1988 fallen, werden Berichten zufolge von den bestehenden Gesetzen nicht erfaßt. Gleichermaßen ist die Herstellung, der Import und der Export dieser Chemikalien nicht geregelt.

Das Schmerzmittel Buprenorphin ist zu einem der am häufigsten mißbrauchten Drogen in einigen Gebieten geworden. Vor allem junge Männer in den städtischen Zentren von Bangladesch, Indien und Nepal mißbrauchen diese Substanz. Der Rat fordert die indische Regierung zu verstärkten Anstrengungen für die Einhaltung der Rezeptpflicht für diese Droge durch die Apotheken auf.

Der Rat begrüßt die kürzlich erfolgte Unterzeichnung von Auslieferungsabkommen und Verträgen über die gegenseitige Rechtshilfe zwischen Indien und neun anderen Ländern.

Westasien

Der illegale Opiumanbau in Afghanistan hat zugenommen, obwohl die Ernte des Jahres 1998 wegen schlechter Wetterverhältnisse eigentlich geringer ausfallen sollte als die des Vorjahres. Afghanistan erzeugt nunmehr das gesamte illegale Heroin, welches früher aus Pakistan kam. Der Rat ist besorgt, daß Opium und Heroin im nördlichen Afghanistan in der Nähe der tadschikischen Grenze in großen Beständen gehäuft wird und nach Pakistan oder andere Länder gelangen wird.

Während der beiden vergangenen Jahre dürften die Schmuggler neue Routen durch die GUS-Länder in Zentralasien verwendet haben, von wo die Drogen weiter ihren Weg nach Belarus, die Russische Föderation, die Ukraine und die Baltischen Staaten nach Westeuropa nehmen. Der Konsum von Heroin und Opiaten ist in Afghanistan, im Iran und Pakistan hoch und dürfte dort noch weiter steigen.

Bisher gibt es noch keine strengen Maßnahmen gegen die Geldwäsche in vielen westasiatischen Ländern. Darunter befinden sich auch solche mit hohen Investitionsraten, insbesondere Israel, Libanon und viele Länder am Persischen Golf.

Die offizielle Verpflichtung zum Verbot des illegalen Mohnanbaus und der Opiatverarbeitung in Afghanistan ist fragwürdig. Nach ersten Schätzungen der Mohnernte von 1998 in Pakistan dürfte diese über den Werten von 1997 liegen. Der Rat hofft, daß die Regierung dennoch imstande sein wird, die Pflanzungen wie versprochen bis zum Jahr 2000 zu vernichten.

Die GUS-Länder in Zentralasien werden in zunehmendem Maße als alternative Quellen von Chemikalien für die illegale Heroinherstellung genutzt. Usbekische Zollbeamte haben seit 1995 den illegalen Export von 72 Tonnen dieser Chemikalie nach Afghanistan gestoppt.

Die Beschlagnahmen von Opiaten sind im Iran nach wie vor weltweit die größten. Zugleich haben die meisten GUS-Länder stark zunehmende Mengen von Heroin entdeckt. Ende 1997 haben die turkmenischen Sicherheitsorgane beinahe 2.000 Kilogramm Heroin auf dem Weg nach Westeuropa über die Türkei beschlagnahmt.

Der Kaukasus ist zu einem neuen Korridor für den Transithandel mit illegalen Drogen geworden und dies ist vor allem auf die löchrigen GUS-Grenzen und die Zunahme des organisierten Verbrechens zurückzuführen.

Man nimmt an, daß sich in Afghanistan der Mißbrauch von Opiaten zunehmend ausbreitet, während der Heroinmißbrauch in einigen Ländern von Westasien, einschließlich jener mit niedrigen Mißbrauchsraten, zunimmt. Der Drogenmißbrauch scheint auch unter den jungen Menschen der GUS deutlich zu wachsen. Besonders besorgniserregend ist das Injizieren von Drogen als hauptsächliche Ursache für die Ausbreitung von HIV in diesen Ländern.

Die kasachische Regierung ist besorgt über die riesigen natürlichen Wachstumsflächen der Ephedra-Pflanze, die in den südlichen Bergen rund 140.000 Hektar bedecken. Allein im Jahr 1997 hat die Polizei Kasachstans 13 Tonnen Ephedra-Pflanzen beschlagnahmt, die vermutlich für die Herstellung von Ephedrin und anderen Stimulanzien wie Metamphetamin vorgesehen waren.

Der Mißbrauch von Amphetaminen, einschließlich “Ecstasy“ aus Westeuropa, ist in der GUS und anderen westasiatischen Ländern angestiegen. Mißbrauch von LSD und verschiedenen Amphetaminen sowie von Ecstasy und “Designer“-Drogen vom Amphetamintyp, die nicht der internationalen Kontrolle unterliegen, wurde in Israel verzeichnet.

Europa

Der Heroinmißbrauch ist in einigen westeuropäischen Ländern angestiegen, in anderen gleich geblieben oder sogar zurückgegangen. Viele Abhängige haben vom Injizieren zum Rauchen gewechselt, möglicherweise wegen der zunehmenden Reinheit des Heroins.

Der Preisverfall und die falsche Annahme, daß Heroinrauchen risikofrei sei, kann zu seinem Wiederaufleben beigetragen haben.

In Albanien haben die Unruhen im Lande 1997 den Beitritt zu den internationalen Drogenkontrollverträgen bislang verhindert. Kriminelle Gruppen haben sich dort ausgebreitet und das Land sieht sich nun einem ernstlichen Problem des illegalen Drogenhandels gegenüber.

Ein übereinkommen betreffend den raschen Informationsaustausch über neue synthetische Drogen und ihre Risiken ist in der Europäischen Union im Januar 1998 in Kraft getreten. Die Grenzüberwachung der baltischen Staaten hat sich im Juli 1998 zur Zusammenarbeit im Kampf gegen den Drogenhandel bereit erklärt und die Operation “Kanal“ als gemeinsame Anstrengung von Belarus, der Republik Moldau, der Russischen Föderation und der Ukraine hat die Grenzen dieser Länder sicherer gemacht. Gesetze gegen die Geldwäsche sind in der Schweiz im April 1998 in Kraft getreten.

Das Kollegium der Staatsanwälte und das Justizministerium von Belgien haben im April 1998 die öffentlichen Ankläger dazu aufgefordert, Anklagen für den Besitz kleiner Cannabismengen, die “niedrigste juridische Priorität“ zu geben. Ferner traten sie dafür ein, daß Cannabismißbraucher ohne frühere Vergehen nicht mit Gefängnis bestraft werden sollten. Unglücklicherweise ist dies großteils als ein Schritt hin zur Legalisierung dieser Droge mißverstanden worden.

In Deutschland ist im August 1998 ein Gesetz in Kraft getreten, welches das Lenken von Kraftfahrzeugen unter dem Einfluß von Drogen verbietet. Jeder, der nach dem Konsum von Cannabis, Heroin, Morphin, Kokain oder Amphetaminen ein Kraftfahrzeug lenkt, muß mit einer hohen Strafe oder mit führerscheinentzug rechnen.

Die Europäische Union hat im Juni ihre Regelung für die Gewährung von Unterstützungen an Flachs- und Hanfanbauer abgeändert. Hilfe erhalten nur noch jene, die Verträge mit anerkannten Erstverarbeitungsbetrieben von Hanf abgeschlossen haben oder jene, die es zu Stroh verarbeiten. Der Rat hat die EU aufgefordert, weitere Kontrollmaßnahmen wie örtliche Inspektionen oder Sanktionen zur Verhinderung der illegalen Verwendung subventionierten Hanfes einzuführen.

In den Niederlanden hat eine klinische Untersuchung nach dem Stichprobenprinzip begonnen, in der medizinisch verschriebenes Heroin zusammen mit der oralen Methadon-Abgabe oder die orale Methadon-Abgabe allein bei der Behandlung chronischer Heroinsüchtiger vergleichen wird. Der Rat ist besorgt, daß weitere Heroinexperimente und die Verschreibung von Heroin vor der vollen Bewertung der Projekte durchgeführt werden.

Die Schweizer Regierung hat im Februar ein Gesetz novelliert, damit Heroin an schwer Süchtige verschrieben werden kann. Voraussetzung war ein Referendum, daß diesen Schritt befürwortete. Der Rat unterstreicht seine Bedenken gegenüber diesem Programm und bedauert, daß eine Untersuchung dieses Programms durch die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) zum Zeitpunkt der Gesetzesnovelle nicht vorlag.

Einige Länder haben sogenannte “Fixerstuben“ eingerichtet, wo Drogensüchtige sich unter überwachung und in guten hygienischen Verhältnissen Drogen verabreichen können. Der Rat fordert diese Länder auf, rechtliche Probleme, die Ansammlung von Süchtigen, den illegalen Handel und die Wirkung dieser Orte auf die Öffentlichkeit zu bedenken.

Der Handel mit Cannabis nimmt zu und verbreitet sich über Europa. Dies geht vor allem auf den Anbau der Droge im Inneren von Gebäuden zurück, der in den Niederlanden begann, sowie auf den offenen Handel mit stark THC-hältigem Cannabissaatgut.

Eine Reihe von Staaten, darunter Bulgarien, Rumänien und die Slowakei, werden zunehmend als Lager und Verteilungszentren vor allem für Heroin verwendet.

Ein hausgemachter Extrakt aus Mohnstroh wird verbreitet in der Ukraine, in Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rußland injiziert. Das hat zur raschen Verbreitung von HIV, vor allem in der Ukraine, beigetragen, wo man die höchste Zuwachsrate des Virus in der GUS verzeichnet.

In Rußland sind die Behörden besorgt über die rasche Zunahme selbsthergestellter synthetischer Drogen sowie über Präparate aus Ephedrin aus geheimen Kleinlaboratorien.

Ozeanien

Es wird angenommen, daß der Mißbrauch von Amphetamin-Derivaten in Australien und Neuseeland sowie anderen pazifischen Ländern zunehmen wird.

Der Cannabis-Mißbrauch scheint in Australien zugenommen zu haben, wobei der Erstkontakt auf immer jüngere Personen entfällt. Der Rat fordert die australische Regierung dringend auf, weiterhin dem Druck zur Legalisierung von Cannabis zu widerstehen und mißverständliche Auffassungen über die Droge durch Bildungskampagnen und in den Medien zu überwinden.

Der Cannabis-Anbau mit hohem THC-Gehalt in Gewächshäusern hat vor allem in Australien und Neuseeland, aber auch in anderen Ländern dieser Region zugenommen.

Der Rat ist besorgt, daß Papua-Neuguinea noch immer nicht den THC-Gehalt des dort angebauten Cannabis analysiert hat, zumal das Angebot in diesem Land zunimmt. Billiges Cannabis mit hohem THC-Gehalt aus diesem Land ist in Australien sehr populär, ebenso in Australien gewachsenes Cannabis (“Skunk“).

Im Februar 1998 wurde ein Kokapflanzung auf den Solomoninseln gefunden. Die pazifischen Inseln werden zunehmend für den Transit von Kokain auf der Route nach Australien und Neuseeland benutzt, und die Beschlagnahmen der Droge in diesen Ländern haben graduell zugenommen. Zwei Laboratorien zur Erzeugung von “Crack“ wurden in Australien 1997 ausgehoben. Die Erzeugung von Amphetamin in Australien hat zusammen mit einem Trend zu mobilen Labors zugenommen. In Neuseeland wurden 1997 zwei davon für die Amphetaminerzeugung gefunden.

Die Beschlagnahmen von “Ecstasy“ haben in Australien und in Neuseeland zugenommen. Ein kürzlich erstellter Bericht über LSD und MDMA zeigte, daß die Art des Mißbrauchs in Europa nun auch auf Neuseeland zutrifft.

Hintergrundinformation zum INCB

Der Internationale Suchtstoffkontrollrat (International Narcotics Control Board, INCB) wurde 1968 als unabhängiges und quasi-richterliches Organ zur überwachung der Umsetzung der UNO-Drogenkontrollverträge eingerichtet und ersetzt frühere Gremien zur überwachung von Konventionen aus der Zeit des Völkerbundes.

Obwohl die Tätigkeit des Rates von den Vereinten Nationen finanziert wird, ist er unabhängig von Regierungen und der UNO. INCB versucht, die Bereitstellung von geeigneten Mengen von Drogen für medizinische und wissenschaftliche Zwecke sicherzustellen und Schlupflöcher zwischen legalen Quellen und dem illegalem Handel zu verhindern. Zur gleichen Zeit versucht der Rat Schwächen der nationalen und internationalen Drogenkontrolle festzustellen.

Die Aufgaben des Rates, einschließlich seines Jahresberichtes, sind in den internationalen Drogen-kontrollverträgen festgelegt. Seine 13 Mitglieder werden vom Wirtschafts- und Sozialrat gewählt, wobei drei von einer Kandidatenliste der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und zehn von einer Liste aus Regierungsvorschlägen kommen.

Einhaltung der Konventionen

Während Jahr für Jahr immer mehr Staaten den internationalen Drogenkontrollverträgen beitreten, ist dies bei einigen Staaten noch immer nicht der Fall. Der Rat ersucht diese Staaten, rasch den bestehenden Verträgen beizutreten und die notwendigen Gesetze zu deren Durchführung zu beschließen.

Mit 1. November 1998 waren 166 Staaten Teilnehmerländer an der Einheitlichen Konvention über Suchtstoffe, von denen 152 auch den Zusatzvertrag laut dem Protokoll von 1972 ratifiziert haben. Neue Teilnehmerstaaten der Konvention von 1961 und seinem Protokoll seit dem Erscheinen des Berichts für 1997 sind: Dschibuti, El Salvador, Grenada, Namibia, Palau und Vietnam. Saudi-Arabien, das bereits 1961 beigetreten war, nimmt jetzt auch am 1972er Protokoll teil.

158 Staaten sind der Konvention von 1971 über psychotrope Substanzen beigetreten, darunter die sechs neuen Mitglieder El Salvador, Georgien, Mosambik, Namibia, Palau und Vietnam.

Die Konvention gegen den illegalen Handel mit Suchtstoffen und psychotropen Substanzen von 1988 haben bisher 148 Staaten und die Europäische Union ratifiziert. Das entspricht 77 Prozent aller Staaten der Welt. Neue Teilnehmerländer wurden im vergangenen Jahr Georgien, der Irak, Litauen, Mosambik und Vietnam.

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* Der vollständige Text des INCB-Jahresberichts ist ab 23. Februar 1999 in der INCB-Homepage im Internet unter http://www.incb.org abrufbar.


zur Information - kein offizielles Dokument


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