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“Wild geboren“
Der majestätische Tiger hat nur noch wenige Orte, wo er sich verstecken kann. Einst streifte er frei durch ausgedehnte Mangrovenwälder, die von den Menschen fast vollständig zerstört worden sind. Wilderer bekommen hohe Preise für Tigerfelle und andere Körperteile, die in der traditionellen Medizin benutzt werden.

Heutzutage gibt es nur noch etwa 7.000 Tiger, die in der Wildnis leben, vor einem Jahrhundert waren es noch mehr als 100.000.

Tiere wie der Tiger benötigen für ihr Überleben große Gebiete. Zwei von den Vereinten Nationen unterstützte Projekte helfen Ländern, die verbliebenen Urwälder - die Heimat der gefährdeten Arten - zu schützen und zu verwalten. Diese Naturschutz-Projekte kommen gleichzeitig den örtlichen Gemeinden zugute, die von Urwaldressourcen mit alternativen Lebensweisen abhängig sind.

Die Sundarbans, die sich wischen Indien und Bangladesch erstrecken, sind eines der größten küstennahen Feuchtgebiete der Erde und umfassen mehrere zehntausend Quadratkilometer Mangrovenwald. Angesichts der einmaligen Flora und Fauna wurden Teile der Sundarbans in beiden Ländern als Weltkulturerbe anerkannt.

Das UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP) arbeitet mit Indien und Bangladesch an einem Partnerschaftsprojekt zur Erhaltung der Artenvielfalt in den Mangrovensümpfen der Sundarbans, wo die Tiger noch umherstreifen. Das Projekt wird sehr armen Menschen, die in der Nähe dieser Sümpfe leben, helfen, einen neuen Lebensunterhalt zu finden, wie z.B. den Tourismus. “Wir möchten die Abhängigkeit der örtlichen Bevölkerung vom Regenwald verringern“, sagt Arin Ghosh, der die Wälder in Indiens west-bengalischer Provinz beaufsichtigt.

Geschützte Gebiete werden von anderen natürlichen Lebensräumen immer mehr isoliert. Das macht die Erhaltung der Artenvielfalt besonders schwierig. Eine Lösung ist es, die geschützten Gebiete mit anderen Wäldern und Reservaten durch regenerierte Korridore zu verbinden. Das erfordert, den in diesen Verbindungsstellen lebenden Menschen dabei zu helfen, für Ihren Lebensunterhalt weniger abhängig von den Ressourcen des Waldes zu werden.

Aus Mitteln der UNO-Stiftung und der Globalen Umwelt-Fazilität (GEF) führt UNDP ein Projekt zur Erhaltung und zum Wiederaufbau des einzigen noch bestehenden Korridors durch, der den Royal Chitwan National Park, ein Weltkulturerbe in Nepal, mit den im Hochland gelegenen Waldgebieten des Himalaya verbindet, wo Tiger und andere gefährdete Arten leben. Dort ansässige Familien werden in alternativen Erwerbsformen ausgebildet und die Dorfbewohner bekommen Anreize zur Förderung des Schutzes der wilden Tiere und zur Erhaltung ihrer Lebensräume.

Tiger, andere Tiere und seltene Pflanzen stehen unter dem Schutz der Konvention über den Internationalen Handel mit Gefährdeten Tierarten (CITES). Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) überwacht den Vertrag, der den internationalen Handel mit Tigern und deren Körperteilen verbietet. Die Länder greifen auf dieses Abkommen zurück, um ihre eigenen Maßnahmen zur Verhinderung des Abschusses oder der Vernichtung von gefährdeten Tierarten und Pflanzen, bzw. des Handels damit, zu verstärken und um Wilderer und Schmuggler zu ergreifen.

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Foto: UN