Freitag, 19 September 2014
UNRIC logo - Deutsch
                

UNO - SCHLAGZEILEN

UN headlines banner

UN-Nahrungsmittelhilfe stößt an Grenzen

579419Mit fünf humanitären Katastrophen zur gleichen Zeit ist das UN-Welternährungsprogramm aufs Äußerste gefordert. Über zehn Millionen Menschen werden bereits unterstützt. Die Mittel werden knapp, doch die Menschen spenden nur wenig bei Krisen und Konflikten. Krieg in Syrien, Kämpfe in Irak, in der zentralafrikanischen Republik, im Südsudan und dazu noch der Ebola-Ausbruch in Westafrika. Mitten in all diesen Krisenherden sind Millionen Menschen auf der Flucht, leben in prekären Verhältnissen und hungern. «Es sind fünf humanitäre Katastrophen zur gleichen Zeit, das gab es noch nie», sot Ralf Südhoff, Sprecher des UN-Welternährungsprogramms (WFP). Laut Südhoff unterstützt allein das WFP zurzeit über zehn Millionen Menschen. Bei vier der fünf Krisen handle es sich um Konflikte oder Krieg. Entsprechend schwierig sei vielfach der Zugang zu den Bedürftigen auch wegen der Sicherheitslage. Luftbrücken seien zwar ein gutes Mittel, aber auch sehr teuer. Die eigentlich grössere Herausforderung seien momentan aber die Ressourcen, betont der WFP-Sprecher: Für Krisen und Konflikte werde leider nur sehr wenig gespendet, obwohl Millionen von Menschen erreicht würden. Allein in Syrien seien es täglich vier Millionen Bedürftige, so viele wie noch nie: «Weil das Geld ausgeht, müssen vermutlich noch im September die Nahrungsrationen für syrische Flüchtlinge gekürzt werden.» Die aktuelle Grosskrisenlage bedeutet aber auch Abstriche bei den Aktivitäten der UN-Welternährungshilfe in anderen Regionen, etwa in den Dürregebieten Zentralamerikas. Wenn nicht mehr Spenden eingingen, müssten beispielsweise die Programme zur Verhinderung von Dürren gestoppt werden, sagt Südhoff.

Ebola-Epidemie: UN warnen vor Lebensmittelkrise in Westafrika

72356Wegen der Ebola-Epidemie ist die Nahrungsmittel-Versorgung in den am stärksten von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone stark beeinträchtigt. Der internationale Gesundheitsnotstand, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im August ausgerufen hatte, wirkt sich auch auf den Alltag der Bevölkerung in Westafrika aus. Infolge von Grenzschließungen und Beschränkungen beim Personenverkehr sei es bereits zu Panikkäufen, stark steigenden Lebensmittelpreisen und Knappheit bei bestimmten Nahrungsmitteln gekommen. In der liberischen Hauptstadt Monrovia sei der Preis für das Grundnahrungsmittel Maniok in den ersten Augustwochen bereits um 150 Prozent gestiegen, heißt es in einem UN-Bericht. Die Schließung internationaler Grenzen und Häfen führe dazu, dass Getreide nicht mehr ausreichend importiert wird. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen rechne darüber hinaus mit Schwierigkeiten bei den anstehenden Ernten. Viele Bauern könnten wegen Quarantänemaßnahmen ihre Häuser nicht verlassen und Erntehelfer aufgrund des Reiseverbots die Reis- und Maisfelder nicht erreichen. Bereits vor dem Ausbruch der Ebola-Epidemie habe ein Großteil der Bevölkerung in den drei betroffenen Ländern bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. Der sprunghafte Preisanstieg führe womöglich dazu, dass sie sich keine Nahrungsmittel mehr leisten können. Das UN-Welternährungsprogramm reagiert auf die prekäre Lage mit einem Notfall-Plan, der für die 1,3 Millionen Menschen in der Region etwa 65.000 Tonnen Nahrungsmittel vorsieht.

UN vergleichen Ebola-Ausbruch mit einem Tsunami

581335Der Ebola-Ausbruch in Westafrika ist nach Ansicht der Vereinten Nationen eine ähnlich große Herausforderung für die internationale Gemeinschaft wie der Tsunami im Indischen Ozean 2004 oder das Erdbeben in Haiti 2010. "Es ist eine der schwersten Gesundheitskrisen, die die UN je zu bewältigen hatten", sagte Vize-Generalsekretär Jan Eliasson in New York. "Die Situation ist kritisch, ängstigend, aber wir werden es schaffen." Die Epidemie sei ein Test für die Infrastruktur der betroffenen Länder und die Solidarität der Welt. "Dieser Ausbruch ist größer, komplexer und ernster als alles, was wir in der 40-jährigen Geschichte von Ebola gesehen haben", sagte die Chefin der Weltgesundheitsorganisation, Margaret Chan. "Etwa 3500 Fälle, etwa 1500 Tote – solch eine Dimension hatte es noch nie. Diesmal sind auch erstmals dicht besiedelte Gebiete betroffen, das ist die besondere Herausforderung." Die Welt müsse helfen, mit Experten, Material oder Geld. "Es ist eine globale Bedrohung. Aber dieser Ausbruch kann und wird kontrolliert werden. Wir wissen, was zu tun ist und wir werden es tun." Die UN bestätigten, dass Schiffe Liberia und Sierra Leone wegen Ebola meiden, viele Fluggesellschaften fliegen die Region nicht mehr an. "Wir verstehen diese Ängste", sagte UN-Koordinator David Nabarro. "Aber mit den nötigen Maßnahmen ist die Gefahr beherrschbar." Für die betroffenen Länder stehe die Zukunft auf dem Spiel. "Isolierung ist nicht die Antwort. Dann gefährdet man die in den vergangenen Jahren teuer erkauften Erfolge beim Aufbau der Wirtschaft."

Golan: Ban fordert erneut Freilassung von Blauhelm-Soldaten

undofhqUN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat erneut die umgehende Freilassung der 44 Blauhelm-Soldaten aus Fiji gefordert, die auf den Golanhöhen gefangen genommen wurden. In einem Gespräch mit Fijis Premierminister Frank Bainimarana erläuterte Ban den aktuellen Stand der Verhandlungen mit den bewaffneten Gruppen und versicherte dem Regierungschef, dass die Vereinten Nationen keine Mühen scheuen werden, um eine möglichst schnelle Freilassung der Peacekeeper zu erreichen.

Weitere Informationen finden Sie (in englischer Sprache) hier: http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=48608#.VAV79MLwAy8

Seite 3 von 172

3

Kontakt

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777


Für Informationen und Presseanfragen zu den in Bonn ansässigen UNO-Organisationen:
Informationsstelle der Vereinten Nation in Bonn

Tel.: +49-228-815-2776
Email: info@unbonn.org

Banner
Banner
Banner