Dienstag, 06 Dezember 2016
UNRIC logo - Deutsch
                

UNO - SCHLAGZEILEN

UN headlines banner

Studie: Sexuelle Belästigung von Frauen im Entwicklungshilfe-Sektor weit verbreitet

unspecifiedSexistische Kommentare, Annäherungsversuche, Gewalt: Auch Frauen, die im humanitären Bereich arbeiten, sind Opfer von Mißbrauch und Belästigungen. Dabei wagen nur wenige den Schritt, die Übergriffe zu melden.
Einer Studie des Humanitarian Women’s Network (HWN) zufolge, sind viele Frauen im Entwicklungshilfesektor von mißbräuchlichem Verhalten ihrer männlichen Kollegen betroffen. In einer Umfrage hatte das Netzwerk für Entwicklungshelferinnen, mehr als 1000 Frauen aus 70 Organisationen befragt. Dabei gaben 55 Prozent der Frauen an, dass sie im Laufe ihrer Karriere unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche männlicher Kollegen erlebt hätten. Darüber hinaus berichteten 48 Prozent der Teilnehmerinnen von „unerwünschten Berührungen“ während vier Prozent angaben, zu Geschlechtsverkehr gezwungen worden zu sein.

Im Interview äußert sich Rosalia Gitau, Mitgründerin des Netzwerkes, besonders überrascht über die vier Prozent Ziffer. „Was ich nicht erwartet habe sind die Zahlen im Bereich sexuellen Mißbrauches. Vier Prozent aller Befragten sind vergewaltigt worden. Das sind 40 Personen.“ Die Studie zeigte weiter, dass 60 Prozent der Frauen sich entschieden, die Übergriffe für sich zu behalten.
„Vor vier Jahren wurde ich von einem Kollegen sexuell mißbraucht. Ich habe nicht darüber gesprochen. Ich habe mich geschämt und hatte Angst meine Karriere zu riskieren. Ich wusste, dass eine Beschwerde eine lange Untersuchung und jede Menge Fragen nach sich ziehen würde und ich habe mich nicht stark genug gefühlt, diesen Prozess zu durchlaufen“, erklärte eine Betroffene, die in Afrika arbeitete und sich bereite erklärt hat, mit UNRIC zu sprechen.
Im Bereich der Belästigung zeigte sich Gitau weniger überrascht über die Ergebnisse der Studie. Dabei gaben knapp 70 Prozent der Frauen an Kommentare bezüglich ihrer äußeren Erscheinung bekommen zu haben. Knapp 50 Prozent berichteten von Kommentaren über die Intelligenz von Frauen. Trotzdem sagt Gitau, dass sie diese Zahlen im Bereich der Mikro-Agressionen erwartet habe. „Das ist Teil der Herausforderung für Frauen die im humanitären Sektor arbeiten“.

Auf der Basis der Umfrageergebnisse stellt das Netzwerk jetzt sieben Forderungen an das Inter-Agency Standing Committee (IASC), das zentrale Forum für die Koordination humanitärer Arbeit zwischen verschiedenen Organisationen. Unter Anderem wird dabei eine offzielle Anerkennung des Problems verlangt sowie die Etablierung eines Monitoring-Instruments.
„Ich bin optimistisch“ sagt Gitau, „denn es gibt einfach so viele Frauen – und Männer – denen dieses Thema am Herzen liegt.

Mehr Informationen:

Humanitarian Women’s Network

Internationaler Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Dag Hammarskjöld Ehrenmedaille für Staffan de Mistura und Angela Kane

csm Dag Hammarskjoeld Medaille 4b1f2c3d9425. November 2016 - Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura und die frühere Hohe Repräsentantin der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen Angela Kane haben am 22. November 2016 in Berlin die Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN). erhalten Die Preisträger wurden für ihr unermüdliches Engagement für Frieden und Abrüstung im Dienste der Vereinten Nationen geehrt: de Mistura vermittelt seit 2014 als UN-Sondergesandter zwischen den zahlreichen Konfliktparteien in Syrien. Kane verhandelte 2013 mit der syrischen Regierung eine Untersuchung durch UN-Waffeninspekteure, nachdem es in Syrien zu einem Chemiewaffenangriff gekommen war. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hielt die Laudatio für beide Preisträger .
Die nach dem zweiten UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld benannte Medaille wird von der DGVN seit 1977 an herausragende Persönlichkeiten verliehen. Zu den bereits ausgezeichneten Persönlichkeiten gehören der ehemalige Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppenprozess Benjamin Ferencz, der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, die norwegische Politikerin Gro Harlem Brundtland, der frühere Direktor des UN-Umweltprogramms Klaus Töpfer sowie der ehemalige polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki.

Bonn Symposium diskutiert Umsetzung der Agenda 2030 auf lokaler Ebene

rsz bonn sdg symposium562425. November 2016 – Ein Jahr nach der Verabschiedung der Agenda 2030 haben die Teilnehmer des Bonn Symposiums, einer Konferenz der Stiftung Frieden und Entwicklung, die zentrale Rolle lokaler Akteure für die Umsetzung des Plans betont.
In seiner Eröffnungsrede präsentierte Jens Martens, Direktor des Global Policy Forums, seine Ansicht des soziopolitischen Mandats der Agenda. Dabei betonte Martens einerseits, dass die 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG’s) als Gegenwicht zu internationalem Protektionismus und Isolation fungieren könnten. Gleichzeitig kritisierte er mangelnden politischen Willen. „Wie wir zum Beispiel mit dem kürzlich verabschiedeten Klimaschutzplan der Bundesregierung gesehen haben, fehlt es an der Bereitschaft die gemachten Versprechen einzulösen und echten Wandel einzuleiten.
Während einer ersten Gesprächsrunde konzentrierten sich die Teilnehmer auf SDG 10 und die Frage wie Ungleichheiten innerhalb Gesellschaften verringert werden können. Dr. Tausi Kida, Geschäftsführerin der Economic and Social Research Foundation (ESRF), bezog sich dabei auf die drei Säulen der Agenda 2030 – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – und betonte, dass in der Politikgestaltung alle gleichermaßen berücksichtigt werden müssen. „Früher haben wir gesagt: Wir brauchen erst Wirtschaftswachstum, um uns soziale Dienstleistungen leisten zu können. Jetzt vertreten wir die Ansicht, dass diese Bereiche einander benötigen und Hand in Hand gehen müssen“. Auch Paul Ladd, Direktor des UN Research Institute for Social Development (UNRISD), lobte den holistischen Ansatz der Agenda 2030, fügte jedoch hinzu, dass “wir einen riesigen Sprung bezüglich der Koordinierung von politischen Richtlinien zwischen den Ländern benötigen“.
Weitere Themen, die im Laufe der Konferenz besprochen werden, sind unter Anderem Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen, Geschlechtergerechtigkeit sowie ein Austausch von Erfahrungen hinsichtlich der lokalen Umsetzung der SDG’s.

Ban Ki-moon: Zypriotische und türkische Seite müssen auf erreichten Erfolgen aufbauen

07 27 cyprus eide24. November 2016 – Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, hat beide Parteien im Zypernkonflikt aufgefordert, ihre Gespräche fortzusetzen. Ban würdigte das große Bemühen der türkisch-zypriotisch sowie griechisch-zypriotischen Verhandlungsführer während der jüngsten Gespräche in der Schweiz. Nach dem von der UN vermittelten Treffen forderte Ban beide Seiten auf, noch in diesem Jahr eine Einigung zu erreichen.
„Insbesondere in einer Region und in einer Welt, die von wachsenden Spannungen gekennzeichnet ist, darf diese historische Chance nicht verpasst werden“, hieß es in einer Stellungnahme aus dem Sprecherbüro Bans.
Zuvor war es während der Gespräche im schweizerischen Mont Pèlerin nicht gelungen, die Jahrzente andauernde Teilung der Insel zu überwinden. Bis zuletzt konnten sich die Verhandlungsführer über entscheidende Territorialfragen nicht einigen.
Während einer Demonstration am 21. November in Nicosia hatten sich Mitglieder beider Gemeinschaften für eine Einigung der Insel ausgesprochen. Ban zeigte sich angesichts dieser Erwartungshaltung zuversichtlich, dass beide Parteien ihre Bemühungen für eine Einigung fortsetzen. „Die Zyprioten verdienen es“, hieß es in dem Statement.

Seite 3 von 272

3