Im Syrien-Konflikt sind bislang mindestens 93.000 Menschen getötet worden. Diese Zahl hat jetzt das Büro der Hohen Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Navi Pillay, veröffentlicht. Über achtzig Prozent der Getöteten sind Männer, aber die Vereinten Nationen haben auch die Tötung von mehr als 8200 Kindern dokumentiert.
Erst am Mittwoch hatte Leila Zerrougui, Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte, mit deutlichen Worten auf die dramatische Situation der Kinder in Syrien hingewiesen. „Sie werden getötet, sie werden verstümmelt, sie werden rekrutiert, sie werden inhaftiert und sie werden gefoltert“, so Zerrougui anlässlich der Vorstellung ihres jüngsten Berichts in New York. Weltweit habe sich die Situation für Kinder in Konflikten zwar grundsätzlich etwas gebessert, sagte die Sonderbeauftragte. Es gebe aber eben auch deutliche Verschlechterungen zu verzeichnen – neben Syrien sei die Lage so etwa auch in Mali, Somalia, der Zentralafrikanischen Republik sowie der Demokratischen Republik Kongo besonders besorgniserregend. Mehr Informationen zum genannten Bericht finden Sie hier: http://childrenandarmedconflict.un.org/
(UNRIC, 13.6.2013)

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat alle Beteiligten zu Ruhe und friedlichem Dialog nach dem harten Vorgehen der türkischen Polizei gegen Demonstranten in Istanbul aufgefordert. Ban verfolge die Entwicklungen in der Türkei sehr genau, so Sprecher Martin Nesirky: „Proteste sollten friedlich sein, und das Recht auf Versammlung und freie Meinungsäußerung sollte respektiert werden, denn das sind fundamentale Prinzipien einen demokratischen Staates."
Der deutsche Spitzendiplomat Martin Kobler leitet künftig die UN-Friedensmission in der Demokratischen Republik Kongo. Seit 2011 war Kobler UN-Sonderbeauftragter für den Irak. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nominierte Kobler als Nachfolger des US-Diplomaten Roger Meece, dessen dreijährige Amtszeit im Juli endet. Seit 2011 war der 60-jährige Kobler Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für den Irak und leitete die dortige UN-Unterstützungsmission. Davor arbeitete er als Vizechef der UN-Mission in Afghanistan. Vor seinem Engagement bei den Vereinten Nationen machte Kobler Karriere im Auswärtigen Amt. Unter anderem war er deutscher Botschafter im Irak und in Ägypten sowie Büroleiter des früheren Außenministers Joschka Fischer unter der rot-grünen Regierung.
Die UN-Hilfsorganisationen haben in Genf dazu aufgerufen, bis zum Ende des Jahres mehrere Milliarden US-Dollar an zusätzlichen finanziellen Mittel bereitzustellen, um Millionen von Syrern innerhalb und außerhalb ihres Landes helfen zu können. Insgesamt werden 2,9 Milliarden US-Dollar für die Versorgung der Flüchtlinge in den Nachbarländern gebraucht. Bei diesem Hilfseinsatz ist UNHCR federführend. Mit zusätzlich 1,4 Milliarden US-Dollar soll der Hilfseinsatz in Syrien selbst ausgestattet werden. Dieser wird vom UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) koordiniert. Darüber hinaus ruft die libanesische Regierung dazu auf, bilateral 449 Millionen US-Dollar bereitzustellen, die jordanische Regierung benötigt 380 Millionen US-Dollar. Niemals zuvor hat es vom finanziellen Umfang her einen größeren humanitäre Hilfsaufruf gegeben. Er aktualisiert einen früheren UN-Finanzierungsplan für die betroffene Region, für den bislang 1,2 Milliarden US-Dollar eingegangen sind. Bei der Vorstellung der beiden Hilfsaufrufe betonten sowohl UN-Flüchtlingskommissar António Guterres als auch UN-Nothilfekoodinatorin Valerie Amos, dass der Konflikt auf dem Rücken der Zivilbevölkerung ausgetragen wird. Über 1,6 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarländern seit Ausbruch des Konfliktes im März 2011, geschätzte 4,25 Millionen Binnenvertriebene im Lande selbst, dazu viele weitere Menschen, die unter den Kriegseinwirkungen leiden müssten - so ihre Schreckensbilanz. "In diesem blutigen Konflikt lösen sich die zivilen Strukturen der Gesellschaft zunehmend auf, da rund die Hälfte der Bevölkerung dringend auf Unterstützung angewiesen ist", sagt Guterres. "Wir brauchen die zusätzlichen Mittel, um das Überleben der leidenden Syrer zu ermöglichen und sie sind unerlässlich für die Nachbarländer, die die Flüchtlinge aufgenommen haben."

