Samstag, 25 Februar 2017
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UNO - SCHLAGZEILEN

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Unicef beklagt 74 tote Kinder im Jemen

A family finds temporary shelter at a school in Aden Governorate, Yemen. Photo: OCHA/EmanBei den Kämpfen im Süden des Jemen sind seit Ausbruch der Gewalt laut Unicef mindestens 74 Kinder getötet worden.

Insgesamt fielen den Kämpfen allein seit Sonntag (5.4.2015) rund 160 Menschen zum Opfer. Außerdem seien in den vergangenen zwei Wochen über 100.000 Menschen geflohen, so die UNO-Organisation. Die Krankenhäuser seien kaum noch in der Lage, die vielen Verwundeten zu versorgen. Unicef wies zudem darauf hin, dass die Trinkwasserversorgung nicht mehr funktioniere. Das Abwasser in den Straßen erhöhe die Seuchengefahr.

Im Jemen rücken die schiitischen Huthi-Rebellen immer weiter nach Süden vor. Sie zwangen Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht und drangen in die Hafenstadt Aden ein. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten haben mit Luftangriffen interveniert – bislang erfolglos.

UNO mahnt Weltgemeinschaft zu Hilfe im Kampf gegen Boko Haram

Nigerian refugees at the Minawao camp in Cameroon's Far North region. Fresh fighting has forced thousands to flee to the region. Photo: UNHCR/D. MbaioremDer UN-Menschenrechtsrat hat die Weltgemeinschaft zu einer stärkeren Unterstützung der afrikanischen Staaten im Kampf gegen die islamistische Miliz Boko Haram aufgerufen. In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung forderte der Rat die internationale Gemeinschaft auf, Kamerun, den Tschad, Niger, Nigeria und andere durch Boko Haram bedrohte Staaten "aktiver und vielfältiger" zu unterstützen.

Der neu gewählte nigerianische Präsident Muhammadi Buhari hatte am Mittwoch einen entschlossenen Kampf gegen Boko Haram angekündigt. Ein Vertreter des nigerianischen Außenministeriums betonte jedoch vor dem UN-Menschenrechtsrat, sein Land könne den Kampf nicht allein führen: "Wir haben es mit gesichtslosen Monstern zu tun", sagte Danjuma Nanpon Sheni in Genf.

Pierre Buyoya von der Afrikanischen Union warnte, die Islamistenmiliz sei nicht nur eine regionale, sondern eine weltweite Bedrohung. Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen nach UN-Angaben mehr als 15.000 Menschen. Das nigerianische Militär wird im Kampf gegen Boko Haram mittlerweile von Truppen aus den Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad unterstützt.

Neben tödlichen Anschlägen habe Boko Haram auch zahllose Kinder, Frauen und Männer entführt, misshandelt und zwangsrekrutiert, sagte der UN-Menschenrechtsbeauftragte Zeid Ra'ad Al Hussein. Frauen und Mädchen seien Opfer "besonders grauenvollen Missbrauchs einschließlich der sexuellen Versklavung", klagte er. Das "verabscheuungswürdige Gemetzel" durch Boko Haram müsse gestoppt werden.

3,8 Milliarden Dollar Hilfe für Syrien

Syrian refugee Shadi was living with a host family in North Lebanon and had returned briefly to Syria to visit family there. Upon returning via an unofficial border crossing, he was injured during an explosion. Photo: UNICEF/NYHQ2012-0221/Kate BrooksMit fast vier Milliarden Dollar Hilfsgeldern wollen internationale Geber in diesem Jahr die humanitären Folgen des Bürgerkriegs in Syrien lindern. Auf der dritten Geberkonferenz für Syrien in Kuwait-Stadt kam am Dienstag (31.3.2015) eine Gesamtsumme von 3,8 Milliarden Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) zusammen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich zufrieden über das Ergebnis: Dies seien "sehr großzügige Zusagen".

Die Vereinten Nationen hatten die benötigte Summe für humanitäre Hilfe in Syrien dieses Jahr mit 8,4 Milliarden Dollar beziffert, davon 5,5 Milliarden für Flüchtlinge und 2,9 Milliarden für die Menschen im Land selbst.

Die nun erreichte Summe von 3,8 Milliarden Dollar, wovon mehr als 500 Millionen Dollar von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) stammen, entspricht fast der Gesamtsumme der beiden vorangegangenen Syrien-Geberkonferenzen. Bei den ebenfalls von Kuwait ausgerichteten Konferenzen 2013 und 2014 hatte es Zusagen in Höhe von insgesamt 3,9 Milliarden Dollar gegeben. Ban Ki-moon hatte vergangene Woche beklagt, dass nicht alle zugesagten Gelder auch geflossen seien.

Bei der Eröffnung der dritten Geberkonferenz für Syrien sprach Ban von der "schlimmsten humanitären Krise unserer Zeit". Vier von fünf Syrern lebten in Armut, im Elend und litten Entbehrungen. Das Land habe durch den seit vier Jahren andauernden Bürgerkrieg "fast vier Jahrzehnte humane Entwicklung verloren". Rund die Hälfte der Bevölkerung habe fliehen müssen.

Mit der Aufnahme von fast 2,5 Millionen syrischen Flüchtlingen tragen die Nachbarländer Jordanien und Libanon die Hauptlast. Die Regierungschefs beider Länder forderten in Kuwait-Stadt internationale Hilfe für die Bewältigung der Flüchtlingstragödie.

Die Europäische Union verdoppelte am Dienstag ihre im vergangenen Jahr zugesagte Hilfe auf 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro). Davon stammen 500 Millionen Euro aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU und der Rest aus den einzelnen Mitgliedsländern. Deutschland steuert 255 Millionen Euro bei - 100 Millionen davon sind humanitäre Hilfe aus dem Auswärtigen Amt und 155 Millionen Euro kommen aus dem Etat des Entwicklungsministeriums.

Die USA sagten 500 Millionen Dollar zu. Die gastgebende Golfmonarchie Kuwait versprach ebenfalls, zur Bekämpfung der "größten humanitären Katastrophe in der modernen Geschichte der Menschheit" 500 Millionen Dollar beizusteuern. Die Vereinigten Arabischen Emirate stellten 100 Millionen Dollar in Aussicht, Norwegen 93 Millionen Dollar.

Der diesjährigen Konferenz, auf der fast 80 Staaten vertreten waren, ging ein Treffen von NGOs voraus. Dabei wurden Hilfen in Höhe von insgesamt 506 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.

Fast zehn Millionen Menschen in Syrien benötigen Nahrungsmittelhilfe, mehr als elf Millionen Menschen brauchen sauberes Trinkwasser. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef gehen 2,6 Millionen syrische Kinder nicht zur Schule. Laut der Organisation Save the Children sank die Alphabetisierungsrate in Syrien von 95 Prozent vor dem Konflikt auf eine der niedrigsten Raten weltweit. Mindestens ein Viertel aller Schulen im Land sei beschädigt, zerstört oder von bewaffneten Gruppen besetzt. Für ihren Wiederaufbau sowie die Wiederbeschaffung des Lehrmaterials und die Ausbildung neuer Lehrkräfte seien mindestens 3,2 Milliarden Dollar nötig.

ICTY: Serbischer Ultranationalist Seselj muss wieder in Haft

Front view of the ICTYDer mutmaßliche serbische Kriegsverbrecher Vojislav Seselj muss wieder ins Gefängnis: Das UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien hob die vorläufige Haftverschonung für den Ultranationalisten am Montag (30.3.2015) auf. Das Gericht hatte Seselj im November auf freien Fuß gesetzt, um ihm eine Krebsbehandlung in Serbien zu ermöglichen. Dort kündigte der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen Angeklagte an, er werde nicht wieder zum gegen ihn laufenden Prozess erscheinen.

Mit der Aufhebung der Haftverschonung ist es nun Aufgabe der serbischen Behörden, Seselj festzunehmen und nach Den Haag zu überstellen. Der serbische Präsident Tomislav Nikolic und Regierungschef Aleksandar Vucic - frühere Verbündete Seseljs, die sich mittlerweile für die EU stark machen - bezeichneten die Entscheidung aus Den Haag jedoch als "tückisch" und "beschämend". Der serbische Außenminister Ivica Dacic sagte, die Aufhebung der Haftverschonung bedrohe die "Stabilität Serbiens und der gesamten Region".

Mehrfach übte der 60-jährige Vorsitzende der Serbischen Radikalen Partei (SRS) heftige Kritik an dem Verfahren. Außerdem kündigte Seselj an, er werde weder zur Urteilsverkündung kommen, noch eine mögliche Haftstrafe antreten.

Seselj werden schwere Verbrechen zur Zeit der Balkankriege Anfang der 90er vorgeworfen. Er wird unter anderem beschuldigt, in den Jahren 1991 bis 1993 zusammen mit dem mittlerweile gestorbenen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic an einem kriminellen Unternehmen zur Realisierung eines Projekts "Großserbien" teilgenommen zu haben. Dabei wurden Mitglieder der kroatischen, muslimischen und anderer nicht-serbischer Volksgruppen vertrieben, vergewaltigt und ermordet.

Die Anklage fordert 28 Jahre Haft für Seselj, der sich dem Tribunal im Februar 2003 freiwillig stellte und auf unschuldig plädiert. Während des Verfahrens wurde er mehrfach wegen Missachtung des Gerichts für schuldig befunden.

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