Dienstag, 17 Januar 2017
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UNO - SCHLAGZEILEN

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Vereinte Nationen: Der IS bringt die Zivilbevölkerung bewusst in Gefahr

Iraq Mosul UNHCR 201630. November 2016 – Dem Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) zufolge gibt es weiterhin Berichte über schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen des Islamischen Staates in der umkämpften irakischen Stadt Mossul.
„Wir sind zutiefst besorgt über das Schicksal hunderter Menschen, die Berichten zufolge vom IS entführt und an unbekannte Orte verschleppt wurden. Der IS zwingt Zivilisten weiterhin zur Umsiedlung und ermordet Menschen, die unter Verdacht stehen, Informationen an die irakischen Sicherheitskräfte weitergegeben zu haben“, sagte OHCHR-Pressesprecherin Ravina Shamdasani während einer Pressekonferenz in Genf.
Sie fügte hinzu, dass der IS, unter der Drohung nicht kooperierende Zivilisten umzubringen, Raketenwerfer und Scharfschützen auf den Dächern ziviler Häuser platziert hat. „Diese Familien werden als menschliche Schutzschilder benutzt und bewusst in Gefahrt gebracht“, so Shamdasani.
Vor zwei Wochen hatte der IS in Bakir 12 Zivilisten hingerichtet, die sich angeblich geweigert hatten, Raketen von ihren Hausdächern starten zu lassen. Des Weiteren sei ein 7-jähriges Kind erschossen worden, nachdem es in Richtung der irakischen Sicherheitskräfte gelaufen war.

Dramatische Situation in Aleppo

62802329. November 2016 - Die Lage im syrischen Aleppo ist nach Angaben der Vereinten Nationen angesichts verschärfter Kämpfe höchst besorgniserregend. Willkürliche Bombardements aus der Luft im östlichen Teil der Stadt hätten viele Zivilisten getötet und verletzt und Tausende vertrieben, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Im östlichen Aleppo lebten 275.000 Menschen in "entsetzlichen Zuständen" und benötigten dringend Unterstützung, da humanitäre Helfer die Gegend seit Juli nicht mehr hätten betreten können. Die letzten Lebensmittelrationen des Welternährungsprogramms seien den Betroffenen vor gut zwei Wochen ausgegangen. Auch Vorräte von Partner-Organisationen neigten sich dem Ende. Die UN stünden bereit, die Betroffenen umgehend zu versorgen, sagte Dujarric in New York.

UN-Beauftragter untersucht Foltervorwürfe nach Putschversuch in der Türkei

CtnMv0dWgAEinnrDer UN-Sonderberichterstatter zu Folter, Nils Melzer, untersucht seit Montag die Foltervorwürfe in der Türkei nach dem Putschversuch im Juli. Der Schweizer werde bis Freitag mit mutmaßlichen Folteropfern sprechen und Haftanstalten besuchen, teilte die UNO in Ankara mit. Melzers Untersuchungen in Polizeiwachen, Haftanstalten und Untersuchungsgefängnissen sollen demnach in einen Bericht für den UN-Menschenrechtsrat einfließen, der im März 2018 vorliegen soll.

Studie: Sexuelle Belästigung von Frauen im Entwicklungshilfe-Sektor weit verbreitet

unspecifiedSexistische Kommentare, Annäherungsversuche, Gewalt: Auch Frauen, die im humanitären Bereich arbeiten, sind Opfer von Mißbrauch und Belästigungen. Dabei wagen nur wenige den Schritt, die Übergriffe zu melden.
Einer Studie des Humanitarian Women’s Network (HWN) zufolge, sind viele Frauen im Entwicklungshilfesektor von mißbräuchlichem Verhalten ihrer männlichen Kollegen betroffen. In einer Umfrage hatte das Netzwerk für Entwicklungshelferinnen, mehr als 1000 Frauen aus 70 Organisationen befragt. Dabei gaben 55 Prozent der Frauen an, dass sie im Laufe ihrer Karriere unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche männlicher Kollegen erlebt hätten. Darüber hinaus berichteten 48 Prozent der Teilnehmerinnen von „unerwünschten Berührungen“ während vier Prozent angaben, zu Geschlechtsverkehr gezwungen worden zu sein.

Im Interview äußert sich Rosalia Gitau, Mitgründerin des Netzwerkes, besonders überrascht über die vier Prozent Ziffer. „Was ich nicht erwartet habe sind die Zahlen im Bereich sexuellen Mißbrauches. Vier Prozent aller Befragten sind vergewaltigt worden. Das sind 40 Personen.“ Die Studie zeigte weiter, dass 60 Prozent der Frauen sich entschieden, die Übergriffe für sich zu behalten.
„Vor vier Jahren wurde ich von einem Kollegen sexuell mißbraucht. Ich habe nicht darüber gesprochen. Ich habe mich geschämt und hatte Angst meine Karriere zu riskieren. Ich wusste, dass eine Beschwerde eine lange Untersuchung und jede Menge Fragen nach sich ziehen würde und ich habe mich nicht stark genug gefühlt, diesen Prozess zu durchlaufen“, erklärte eine Betroffene, die in Afrika arbeitete und sich bereite erklärt hat, mit UNRIC zu sprechen.
Im Bereich der Belästigung zeigte sich Gitau weniger überrascht über die Ergebnisse der Studie. Dabei gaben knapp 70 Prozent der Frauen an Kommentare bezüglich ihrer äußeren Erscheinung bekommen zu haben. Knapp 50 Prozent berichteten von Kommentaren über die Intelligenz von Frauen. Trotzdem sagt Gitau, dass sie diese Zahlen im Bereich der Mikro-Agressionen erwartet habe. „Das ist Teil der Herausforderung für Frauen die im humanitären Sektor arbeiten“.

Auf der Basis der Umfrageergebnisse stellt das Netzwerk jetzt sieben Forderungen an das Inter-Agency Standing Committee (IASC), das zentrale Forum für die Koordination humanitärer Arbeit zwischen verschiedenen Organisationen. Unter Anderem wird dabei eine offzielle Anerkennung des Problems verlangt sowie die Etablierung eines Monitoring-Instruments.
„Ich bin optimistisch“ sagt Gitau, „denn es gibt einfach so viele Frauen – und Männer – denen dieses Thema am Herzen liegt.

Mehr Informationen:

Humanitarian Women’s Network

Internationaler Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen

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