Dienstag, 28 Februar 2017
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UN-Beauftragte warnt: Humanitäre Krise in Mosul wird Militäroperation überdauern

Mosul 2016 UNHCR RF28058012. Januar 2017 – Mit Blick auf die Lage in der Stadt Mosul (Irak) hat die UN-Nothilfekoordinatorin im Irak, Lise Grande, vor einer humanitären Krise nach dem Ende der irakischen Militäroperation gewarnt. Ohne humanitäre Unterstützung der Bevölkerung nach Beendigung der Operation drohe ein Wiederaufstieg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS. Man stehe in der Pflicht, den geflüchteten Menschen Hilfe zu leisten.

Seit Beginn der Militäroperation der irakischen Regierung im Oktober 2016 konnten bereits 400.000 Zivilisten aus dem östlichen Teil der Stadt aus der Kontrolle des IS befreit werden. Im dichter besiedelten, westlichen Teil sind jedoch weiterhin 750.000 Zivilisten in den Händen der Terroristen. Die Operation zur Befreiung dieses Teils der Stadt soll im Februar oder Anfang März beginnen.

"Es ist außergewöhnlich, dass die irakischen Sicherheitskräfte für ihre Militäroperation nicht nur einen Angriffsplan entwickelt haben, sondern gleichzeitig auch ein humanitäres Konzept“, unterstrich die UN-Nothilfekoordinatorin. Insgesamt seien seit dem Aufstieg des IS jedoch 4,5 Millionen Menschen geflohen. Durch die Militäroperation könnte eine weitere Million Zivilisten vertrieben werden. Die Rückführung der Menschen in ihre Heimat gestalte sich sehr schwierig, so Grande.

„Sobald der IS besiegt ist, wollen die Menschen zurück in ihr Zuhause und ihr altes Leben. Wenn ihnen das nicht möglich ist, könnte der IS wieder aufsteigen. Nach der Militäroperation geht die Aufmerksamkeit zurück. Für uns wird es dann schwierig sein, die notwendigen Ressourcen für humanitäre Hilfe zu mobilisieren“, betonte Grande.

UN-Sicherheitsrat: Guterres fordert „neuen Ansatz“ zur Konfliktvermeidung

711732Guterres11. Januar 2017 – In seiner ersten offiziellen Ansprache an den UN-Sicherheitsrat hat UN-Generalsekretär António Guterres die Mitglieder aufgefordert, sich stärker für Frieden in Konfliktregionen einzusetzen. Der Rat könne durch Prävention, Friedenssicherung und nachhaltige Entwicklung einen größeren Beitrag als bisher zum friedlichen Miteinander der internationalen Gemeinschaft leisten.

„Wir verbringen zu viel Zeit damit, auf Krisen zu reagieren. Stattdessen müssen wir sie verhindern. Dafür brauchen wir einen neuen Ansatz. Für die Zukunft müssen wir mehr tun, um Kriege zu verhindern und für Frieden zu sorgen“, betonte der Portugiese während einer Sicherheitsratdebatte zu Konfliktprävention.

Obwohl sich die Mehrzahl der heutigen Konflikte innerhalb eines Staates abspielen, seien die Konsequenzen regional und sogar global spürbar. Nichtsdestotrotz sei es schwierig, den Fokus der Entscheidungsträger auf die Konfliktprävention zu lenken, sagte Guterres.

Gleichzeitig unterstrich der Generalsekretär die Bedeutung gegenseitigen Vertrauens zwischen den UN-Mitgliedsstaaten. "Meinungsverschiedenheiten aus der Vergangenheit dürfen sich nicht auf unsere Gegenwart auswirken und uns davon abhalten zu handeln“, erklärte Guterres. Es sei wichtig, vertrauensvollere Beziehungen zu pflegen. Dies gelte auch für ihn als UN-Generalsekretär. Auch die Kommunikation mit dem Sicherheitsrat müsse regelmäßiger, offener und transparenter geführt werden.

Was haben Thunfisch, Asteroiden, Tschernobyl und nachhaltige Gastronomie gemein?

ChernobylWährend es bei Thunfisch und nachhaltiger Gastronomie offensichtlich eine Verbindung gibt, passen Tschernobyl und Asteroiden nicht unbedingt zusammen. Etwas haben die vier Themen jedoch gemein: Im Jahr 2017 widmen die UN allen erstmals einen Internationalen Tag.

Die UN haben den 30. Jahrestag des Atomunglücks im ukrainischen Tschernobyl zum Anlass genommen, um Anfang Dezember 2016 einen offiziellen Jahrestag zu beschließen. Mit dem „Internationalen Tag der Tschernobyl-Katastrophe“ am 26. April, soll den Opfern des Unglücks gedacht werden. Mit dem Tag ist auch ein Appell an die internationale Gemeinschaft verbunden, die Ukraine bei der Bewältigung der Langzeitfolgen des Unfalls zu unterstützen.

Anfang Dezember 2016 hat die Generalversammlung einen weiteren Internationalen Tag beschlossen, der auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich klingt. Am 2. Mai 2017 begehen die UN erstmals den „Welttag des Thunfischs“. Die Resolution war auf Antrag der Pazifikinsel Nauru zustande gekommen, die von anderen kleinen Pazifikinseln unterstützt worden war. Der Jahrestag soll zeigen, welche Bedeutung diese Fischart weltweit für viele Staaten hat. Mehr als 80 Länder fangen Thunfisch und viele weitere sind stark von Thunfischbeständen abhängig. Der Fisch bietet vielen Menschen eine sichere Nahrungsquelle und fördert die wirtschaftliche Entwicklung und nationale Beschäftigung. Außerdem bildet Thunfisch für viele Inselstaaten gewissermaßen ein kulturelles Erbe.

15635699298 08084f08f3 zAm 6. Dezember 2016 hat die Generalversammlung außerdem einen „Internationalen Asteroiden-Tag“ ins Leben gerufen. In Gedenken an die Opfer des Tunguska-Asteroideneinschlags über Sibirien im Jahr 1908, fällt das Datum auf den 30. Juni. Der Jahrestag soll das öffentliche Bewusstsein für die Gefahr von Asteroideneinschlägen stärken und auf die Arbeit des Büros der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA) aufmerksam machen.

Der vierte neue Internationale Tag ist Ende November 2016 zustande gekommen. Durch eine Initiative von Peru und 37 weiteren Mitgliedsstaaten hat die Generalversammlung den „Tag der nachhaltigen Gastronomie” eingeführt, der jährlich am 18. Juni abgehalten werden soll. Gastronomie gilt als Ausdruck der Kulturen und der vielfältigen Gemeinschaften in der Welt. Diese natürliche Vielfalt leistet nach Auffassung der UN einen entscheidenden Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.

Über die Einführung Internationaler Tage entscheidet die Generalversammlung der Vereinten Nationen. Insgesamt verzeichnet die UN derzeit 133 Internationale Tage.

António Guterres zur Zukunft der UN: Diplomatie und friedliche Beziehungen stärken

465887 Guterres10. Januar 2017 – In einem Gastkommentar für das US-Magazin Newsweek hat UN-Generalsekretär António Guterres zur die Zukunft der Vereinten Nationen Stellung genommen. Die internationale Gemeinschaft stehe vor vielen herausfordernden Aufgaben. Nur gemeinsam könne man für Frieden und Sicherheit sorgen, die wirtschaftliche Entwicklung fördern und den Klimawandel bekämpfen.

„Noch immer mangelt es an probaten Mitteln, um Konflikte zu verhindern und weltweit für Sicherheit zu sorgen“, erklärte Guterres zu Beginn seiner fünfjährigen Amtszeit. Seit dem 1. Januar ist der Portugiese neuer UN-Generalsekretär.

Die internationale Gemeinschaft stehe in der Pflicht, auf die jüngsten Krisen zu reagieren. Ein Mehr an Diplomatie und friedliche Beziehungen im neuen Jahr könnten der Schlüssel dafür sein. Dafür müsse man vor allem Institutionen stärken und Gesellschaften widerstandsfähiger machen, so Guterres.

National und international sollten sich Staaten außerdem besonders auf Menschenrechte und den Schutz von Frauen vor Gewalt und Diskriminierung konzentrieren. „Das ist für eine nachhaltige Entwicklung unerlässlich“, unterstrich der Portugiese.

Wo Präventionsmaßnahmen in der Vergangenheit versagt haben, müsse man stärker vermitteln, schlichten und eine „kreative Diplomatie“ entwickeln, die von Staaten mit großem Einfluss getragen werde. Differenzen zwischen Staaten könnten mit friedlichen Mitteln aus der Welt geschafft werden.

“Es ist an der Zeit, sich der Werte unserer geteilten Menschlichkeit bewusst zu werden. Sie gelten für alle Religionen und bilden die Grundlage der UN-Charta: Frieden, Gerechtigkeit, Respekt, Menschenrechte, Toleranz und Solidarität“, so der neue UN-Generalsekretär.

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