Sonntag, 26 März 2017
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UNO - SCHLAGZEILEN

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Besuch in Saudi-Arabien: UN-Generalsekretär führt "konstruktive" Gespräche über Jemen und Libyen

708188Guterres13. Februar 2017 – Bei seinem Besuch in Saudi-Arabien sagte UN-Generalsekretär António Guterres, er und der Außenminister des arabischen Landes hätten "sehr wichtige und sehr konstruktive" Diskussionen über Möglichkeiten für zukünftige politische Lösungen für den Jemen und Libyen geführt. António Guterres befindet sich auf seiner ersten großen Reise als Generalsekretär, bei der er mehrere arabische Länder besuchen wird.
 
„Für umfassende politische Lösungen ist es unerlässlich, Menschen zusammenzubringen, ob in Libyen und dem Jemen über Syrien bis hin zum Irak", erklärte Guterres nach seinem Treffen mit Außenminister Adel bin Ahmad Al-Jubeir in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad.
 
Er bezeichnete Saudi-Arabien als „wichtige Säule der Stabilität in der Region und der Welt“ und wies auf die Kooperation mit den Vereinten Nationen bei der Terrorismusbekämpfung hin.

UN-Beobachtermission im Südsudan: Konflikt erreicht “bedenkliches Ausmaß”

South Sudan Wau UN027524 2010. Februar 2017 – Der Leiter der UN-Mission im Südsudan (UNMISS), David Shearer, hat in einer Erklärung Bedenken hinsichtlich der jüngsten Eskalation der Kämpfe zwischen der südsudanesischen Regierung und den Oppositionskräften im Bundesstaat Panyinkang geäußert.

Berichten zufolge war es in den vergangenen Tagen in Owachi und Tonga zu Feindseligkeiten zwischen beiden Parteien gekommen, die ein „beunruhigendes Ausmaß“ erreicht hätten, so Shearer.

Politische Unstimmigkeiten zwischen Präsident Salva Kiir und dem damaligen Vizepräsidenten Riek Machar waren im Dezember 2013 eskaliert und haben zu einem bis heute andauernden Konflikt geführt. Seither befindet sich das Land im Nordosten Afrikas in einer ernstzunehmenden Krise.

In einer weiteren Pressemitteilung berichtete Shearer über seinen zweitägigen Besuch der Städte Bentiu und Leer, die mit am stärksten von dem Konflikt betroffen sind. Dort habe man Gespräche mit lokalen Beamten geführt und die Gelegenheit genutzt, sich mit Pro-Machar-Vertretern zu treffen. Sowohl Regierungs- als auch Oppositionskräfte seien dankbar für die Bemühungen der UN, die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien zu erleichtern, betonte der UNMISS-Leiter. Er begrüßte ihre Einschätzung, dass nur ein einheitlicher nationaler Dialog den Friedensprozess voranbringen könne.

Hungersnot im Jemen: UN und Partnerorganisationen fordern internationale Unterstützung

10 25 2016Yemen9. Februar 2017 – Die UN und humanitäre Partnerorganisationen haben die internationale Gemeinschaft aufgerufen, sich an dem 2,1 Milliarden US-Dollar umfassenden Aktionsplan für humanitäre Hilfe im Jemen zu beteiligen. Mit dem Geld könnte 12 Millionen Jemeniten das Leben gerettet werden. Der Aktionsplan wäre damit der größte in der Geschichte des kriegsverwüsteten Landes.

„Zwei Jahre Krieg haben den Jemen zerstört […]. Wenn internationale Hilfe ausbleibt, droht den Menschen in diesem Jahr eine Hungersnot. Ich fordere die Geber deshalb auf, ihre Unterstützung für unseren kollektiven Aktionsplan beizubehalten und auszuweiten“, erklärte der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, Stephen O'Brien, in einer Pressemitteilung.

Nach Schätzungen des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) sind fast 18,8 Millionen Menschen – mehr als zwei Drittel der jemenitischen Bevölkerung – auf humanitäre Hilfe angewiesen und 10,3 Millionen Menschen in akuter Not. Etwa 3,3 Millionen Menschen – darunter 2,1 Millionen Kinder – sind akut unterernährt.

UN-Aktionsplan für humanitäre Hilfe im Jemen 2017

INTERVIEW mit Jonas Hörsch, Gewinner der “Sustainable Energy for All Challenge”

Jonas Hörsch resizedJonas Hörsch, ein 31-jähriger Physik-Doktorand am Frankfurt Institute for Advanced Studies, ist vergangene Woche zum Gewinner der “Sustainable Energy for All Challenge” (SE4All) gekürt worden. Als Kollaboration zwischen dem Schwedischen KTH Royal Institute of Technology und den Vereinten Nationen, war die Challenge Teil einer Initiative zur Entwicklung von Open Source Technologien, die nachhaltige Entwicklung vorantreiben sollen. In seinem siegreichen Beitrag hat Hörsch es geschafft, die Rechenzeit eines Energiesystemmodells von 15 Stunden auf unglaubliche 9 Minuten zu reduzieren. UNRIC hat mit ihm gesprochen um rauszufinden, wie das möglich war.

UNRIC: Herr Hörsch, wie würden Sie Energiesystemmodellierung einem Laien erklären?
Hörsch: Jedes Land steht vor der Frage: Welche Art der Energiegewinnung ist für mich in den nächsten 20 bis 30 Jahren die Beste? Was ist die bezahlbarste Technologie? Zum Beispiel, ist es billiger in Windenergie oder Kohle zu investieren? Indem sie alle notwendigen Faktoren zusammenbringen, bieten Energiesystemmodelle wie das “Open Source Energy Modelling System” (OSeMOSYS) eine Möglichkeit, diese Fragen zu beantworten. Wenn zum Beispiel der Preis für Solarenergie berechnet wird, berücksichtigt das Modell die Kosten für die zusätzlichen Batterien, die benötigt werden, um auch nachts Energie zu haben.

Die SE4All-Challenge hat dazu aufgerufen die Rechenzeit des Energiesystemmodells OSeMOSYS zu verringern. Haben Sie erwartet die Rechenzeit so extrem reduzieren zu können?
Mein Hauptaufgabengebiet beschäftigt sich mit der Frage: Mit welchem Detailgrad muss ich Energiesysteme modellieren, um verlässliche Ergebnisse zu erhalten. Es ist daher ziemlich nah dran an der Aufgabe der Challenge. Trotzdem habe ich damit gerechnet die Zeit vielleicht um das 3- oder 4-fache zu verringern. Die 100-fache Reduzierung hat auch mich überrascht.

Was war denn der Schlüssel zum Erfolg?
Energiesystemmodelle sind typischer Weise lineare Modelle mit allen Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Faktoren. Zum Beispiel kann ein Kraftwerk nur eine bestimmte Menge an Energie produzieren bevor das Öl ausgeht. Aber es gibt auch jede Menge Faktoren die nicht in Verbindung stehen, aber trotzdem Rechenzeit in Kauf genommen haben. Mein Beitrag war es, nicht mehr alle Abhängigkeiten mitzunehmen, sondern nur noch die relevanten Abhängigkeiten zu berechnen.

Inwiefern wird dieser Zeitgewinn den Nutzern des Modells weiterhelfen?
Insbesondere in der Anfangsphase einer Planung ist es wichtig verschiedene Szenarien durchzuspielen. Sagen wir zum Beispiel dieselbe Konstellation soll für 100 verschiedene Ölpreise berechnet werden. Früher hätte man dafür 1500 Stunden, also knapp 2 Monate benötigt. Jetzt ginge es innerhalb von 1-2 Tagen. Außerdem hilft der Zeitgewinn beim Training mit dem Modell, weil Leute, die das Modell benutzen möchten, direkt die Ergebnisse eines bestimmten Szenarios analysieren können.

Mit diesem Fortschritt im Blick: Ist SDG 7, also saubere und bezahlbare Energie bis 2030, ein realistisches Ziel?
Mit Blick auf die Technologie: Absolut! Man könnte sogar hinzufügen: Und das karbonfrei! Es braucht allerdings politischen Willen und Kooperation. In dieser Hinsicht bin ich momentan etwas skeptischer.

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