Donnerstag, 19 Januar 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

UNO - SCHLAGZEILEN

UN headlines banner

Vereinte Nationen überwachen Evakuierungen in Aleppo

12 15 2016Aleppo16. Dezember 2016 – Die Vereinten Nationen beteiligen sich seit gestern an der Evakuierung von Zivilisten und Oppositionskämpfern aus der syrischen Stadt Aleppo. Nach einem Treffen der Humanitären Einsatzgruppe der Internationalen Gruppe zur Unterstützung Syriens (ISSG) teilt der UN-Gesandte für Syrien, Jan Egeland, die Details des Evakuierunsplans mit.
Teil des dreigleisigen Plans sind neben medizinischer Versorgung für Verletzte und Kranke, die Evakuierung von sowohl Zivilisten als auch Oppositionskämpfern. Die Einigung wurde nicht im Namen der Vereinten Nationen erzielt, sondern durch direkte Gespräche zwischen den Parteien des syrischen Krieges, erklärte Egeland.
Die Vereinten Nationen werden gemeinsam mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuz‘ (IKRK) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Evakuierungen überwachen. Vertreter aller Organisationen stehen bereit, um die aus Ost-Aleppo evakuierten Menschen nach Idlib sowie an andere Orte zu begleiten. Auch Russland wird sich an der Überwachung der Evakuierung beteiligen und sicherstellen, dass die Evakuierungen zügig, unbürokratisch und reibungslos abgewickelt werden. „Dieser Plan ist hoffentlich der Beginn des letzten und erfolgreichen Versuchs zur Evakuierung“, so Egeland.

Ban Ki-moon: Tiefstes Bedauern über anhaltenden Alptraum in Syrien

708390Portrait15. Dezember 2016 – Der Sicherheitsrat hat während seiner gestrigen Sitzung die Arbeit des scheidenden Generalsekretärs Ban Ki-moon gewürdigt. In einer per Akklamation verabschiedeten Resolution unterstrich der Sicherheitsrat Bans weltweiten Einsatz für Menschrechte und Grundfreiheiten.
„Als Generalsekretär ist es Ihnen gelungen, dass die Vereinten Nationen technologischen Fortschritt für sich genutzt haben und sich damit den Herausforderungen fortschreitender Globalisierung und neuen Bedrohungen stellen können“, sagte Román Oyarzun Marchesi (Spanien), der Ratspräsident für den Monat Dezember.
In einer Rede bedankte sich Ban im Gegenzug für das Privileg, der Organisation während der vergangenen zehn Jahre dienen zu dürfen. Mit Blick auf Einsätze in der Demokratischen Republik Kongo, Nepal sowie der Elfenbeinküste und Liberia, verwies Ban zunächst auf die Erfolge des Sicherheitsrates während seiner Amtszeit.
„Der Sicherheitsrat ist am stärksten, wenn er gemeinsam handelt“, sagte Ban und kritiserte den „großen Mangel an Geschlossenheit“ zwischen den Mitgliedsstaaten. „Während ich mich aus meinem Amt verabschiede, gilt mein größtes Bedauern dem andauernden Alptraum in Syrien“, so Ban. Zum Abschluss seiner Rede forderte der scheidende Generalsekretär erneut alle Parteien auf, ihrer gemeinsamen Verantwortung gerecht zu werden und den Schutz von Zivilisten in Syrien sicherzustellen.

Ban Ki-moon: „Wir haben die Menschen in Syrien gemeinsam im Stich gelassen.“

12 13 16 2 OCHA Aleppo

13. Dezember 2016 - In einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon das 15-köpfige Gremium aufgefordert, „alles in seiner Macht Stehende zu tun, um das Blutbad in Syrien zu beenden“. Die Staaten müssten sicherstellen, dass sich alle Konfliktparteien für eine umfassende politische Lösung aussprechen. Nach der gestrigen Einnahme von Aleppo müsse das Streben um einen militärischen Erfolg ein Ende haben.

Ban Ki-moon zeigte sich besorgt über die tragische Situation in Aleppo. In den vergangenen 48 Stunden sei die Welt Zeuge geworden, wie das von der Opposition kontrollierte Stadtgebiet beinahe vollständig bis auf fünf Prozent des ursprünglichen Territoriums zusammengebrochen sei.

Der Generalsekretär brachte zum Ausdruck, dass ein einheitliches Vorgehen der internationalen Staatengemeinschaft gefehlt habe, um das Blutbad aufzuhalten. Auch die zahlreichen Warnungen des UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan De Mistura, vor den Folgen einer solchen Untätigkeit, seien ignoriert worden. „Ich habe es bereits einmal gesagt. Wir haben die Menschen in Syrien gemeinsam im Stich gelassen. Der Sicherheitsrat ist seiner herausragenden Verantwortung nicht nachgekommen, den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit aufrechtzuerhalten.“

António Guterres als UN-Generalsekretär vereidigt

707563 guterresMit einem Plädoyer für eine Reform der Vereinten Nationen hat der Portugiese António Guterres seinen Amtseid als UN-Generalsekretär abgelegt. "Die UNO muss wendiger und effizienter werden", sagte Guterres am Montag nach seiner Vereidigung vor der UN-Vollversammlung in New York. Der 67-Jährige, der zum Jahreswechsel die Nachfolge des Südkoreaners Ban Ki-moon antritt, forderte eine verbesserte Reaktion auf die aktuellen Konflikte.

"Es ist an der Zeit, dass die UNO ihre Unzulänglichkeiten anerkennt und ihre Funktionsweise ändert", sagte Guterres in seiner Rede vor Vertretern der 193 UN-Mitgliedstaaten. Der ehemalige UN-Flüchtlingskommissar sprach sich insbesondere für Reformen in den Bereichen Frieden, nachhaltige Entwicklung und Verwaltung aus.

"Die Organisation ist der Grundpfeiler des Multilateralismus und hat jahrzehntelang zu einem relativen Frieden beigetragen, aber die Herausforderungen übersteigen inzwischen unsere Reaktionsfähigkeit", sagte Guterres. Angesichts zahlreicher Konflikte wie dem Krieg in Syrien müsse die internationale Gemeinschaft "stärker auf Vermittlung, Schlichtung und präventive Diplomatie setzen". Guterres forderte auch eine bessere 
Koordinierung der verschiedenen Unterorganisationen, die für den Anti-Terror-Kampf zuständig sind.

Guterres kritisierte auch die UN-Friedensmissionen. Die Blauhelme würden häufig entsandt, um "einen Frieden zu sichern, den es nicht gibt". Die Strategie und die Einsätze für Frieden und Sicherheit bedürften einer umfassenden Reform. Insgesamt müsse die UNO "stärker auf die Menschen und weniger auf die Bürokratie" setzen.

In seiner Rede spielte Guterres auch auf die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten und auf den Vormarsch von Populisten in aller Welt an. "Angst beeinflusst die Entscheidungen vieler Menschen in der Welt", sagte er. Viele Bürger hätten kein Vertrauen mehr in ihre Regierungen und in internationale Institutionen. Es sei an der Zeit, "die Beziehungen zu erneuern."

Die UN-Diplomaten zollten Guterres nach der Rede langen Beifall. Der Portugiese tritt am 1. Januar sein neues Amt an. Sein Vorgänger Ban hatte zehn Jahre - für zwei Amtszeiten - an der Spitze der UNO gestanden. Der UN-Generalsekretär steht weltweit 44.000 Mitarbeitern vor.

Seite 7 von 280

7