Donnerstag, 25 Mai 2017
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UN-Kino: Dokumentarfilm „The Crossing“ im Kölner Filmforum

thumbnail DSC0340711. Mai 2017 - In Zusammenarbeit mit der DGVN NRW hat UNRIC Bonn gestern zur ersten Ciné-Onu Vorführung des Jahres 2017 ins Filmforum des Kölner Museums Ludwig geladen. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm „The Crossing“, in dem Regisseur George Kurian eine Gruppe syrischer Flüchtlinge auf ihrer Flucht von Ägypten nach Europa begleitet.

thumbnail DSC03382Aus nächster Nähe und streckenweise mit verdeckter Kamera gefilmt, zeigt die preisgekrönte Dokumentation den Horror der Flucht und das Trauma des Heimatverlusts nach der Ankunft in Europa. „Obwohl alle Mitglieder der Gruppe nach der Ankunft an verschiedenen Orten waren, konnte ich beobachten, wie sie gleichzeitig in eine Phase der Depression und Ziellosigkeit gefallen sind“, sagte der per Skype zugeschaltete Regisseur Kurian im Anschluss an die Vorführung. Im Gespräch mit den rund 150 Gästen bekannte Kurian: „Die vielleicht eindrücklichste Erfahrung dieses Films war für mich, die Bedeutung von Identität für jeden Menschen zu sehen. Wir definieren uns über unsere Heimat, unsere Freunde, unsere Ziele und Arbeit. Eine Flucht rüttelt an all diesen Dingen“.

thumbnail DSC03415In der Diskussion im Anschluss an das Skype-Interview stellte sich außerdem der Politologe und derzeitige Leiter einer Flüchtlingsunterkunft in Köln, Gisbert von Haugwitz, den Fragen des Publikums. Mit seiner Erfahrung von mehr als 12 Jahren in internationalen Friedensmissionen auf dem Balkan, Nahen Osten und Afrika, hat von Haugwitz eine besondere Perspektive auf die tägliche Arbeit mit den Flüchtlingen. „Viele der Menschen, die zu uns kommen waren vorher bereits in drei bis vier anderen Unterkünften und sind sehr frustriert. Manchmal hilft es dann, wenn man die Herkunftsländer oder auch die Sprache der Menschen kennt.“

Ciné-ONU ist eine europaweite Initiative von regelmäßigen Filmvorführungen, die ursprünglich im Jahre 2007 vom Regionalen Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNRIC) in Brüssel ins Leben gerufen wurde. Dabei werden Filme zu UNO-relevanten Themen gezeigt und im Anschluss Podiumsdiskussionen mit geladenen Gästen, die entweder zur Entstehung des Filmes beigetragen haben oder Experten für das im Film behandelte Thema sind, veranstaltet. Der Eintritt ist frei.

UN-Generalsekretär Guterres fordert Reformen zum Erhalt des Multilateralismus

02 14 2017SecGen11. Mai 2017 – Der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres hat in einer Rede die Notwendigkeit zu UN-Reformen unterstrichen, um die derzeitigen Probleme auf der Welt zu bekämpfen. „Ich würde mich gerne gezielter auf das konzentrieren, was ich für die drei Hauptprobleme halte, denen wir in der heutigen Welt gegenüberstehen“, sagte Guterres in London.

Zum Einen hätten sich die Konfliktursprünge verändert, so Guterres. Demnach entstehen viele Konflikte bereits im Landesinneren und nicht auf zwischenstaatlicher Ebene. Diese internen Konflikte breiteten sich von der regionalen auf die globale Ebene aus. In der Konsequenz haben wir „was wir heute als die neue globale Bedrohung des Terrorismus ausgemacht haben, die die ganze Welt beeinflusst und die von niemandem vernachlässigt werden darf“.

Als Zweites führte der Generalsekretär die politische, wirtschaftliche und ökologische Instabilität in weiten Teilen der Welt als Ursache zahlreicher Konflikte, darunter auch Differenzen zwischen unterschiedlichen Gemeinschaften, Kulturen und Religionen, an.

Das dritte Hauptproblem ist für Guterres die wachsende Ungleichheit. Die Globalisierung und die technologischen Fortschritte hätten zwar auf der einen Seite zu mehr Wohlstand und Wirtschaftswachstum geführt, auf der anderen Seite aber auch zu wachsender Ungleichheit. Diese Entwicklung führte zu großem Vertrauensverlust in den Multilateralismus.

Um den Multilateralismus zu retten, bedarf es zeitnaher Reformen der multilateralen Organisationen, so der Generalsekretär. Nach Guterres bedarf es auch einer intensiveren Zusammenarbeit der einzelnen Säulen der Vereinten Nationen – Frieden und Sicherheit, Entwicklung und Menschenrechte - damit die Ressourcen dafür verwendet werden, Krisen vorzubeugen. Zuletzt unterstrich der Generalsekretär die Notwendigkeit, den Trend aufzuhalten, dass Menschenrechte auf Kosten nationaler Prioritäten deutlich an Gewicht verlieren.

Malediven: UN-Experten verurteilen die brutale Ermordung des Journalisten und Menschrechtsaktivisten Yameen Rasheed

12 29 2016Shaheed10. Mai 2017 – Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben die maledivischen Behörden aufgefordert, eine öffentliche Untersuchung im Mordfall Rasheed einzuleiten und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Yameen Rasheed, ein Regierungskritiker, der über Korruption und Menschenrechtsverletzungen auf den Malediven berichtete, wurde am 23. April niedergestochen auf den Treppenstufen seines Hauses in der Hauptstadt Malé aufgefunden. Nach Angaben des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) erhielt er mehrere Morddrohungen, welche die Polizei jedoch nicht dazu veranlassten, ihn zu beschützen. Die Ermordung Rasheeds ist die Letzte zahlreicher Attacken gegen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, die ihre Meinung frei äußerten. Meist blieben die Attacken für die Täter folgenlos.

„Wir verurteilen die Ermordung von Yameen Rasheed zutiefst und fordern die maledivische Regierung auf, aktiv zu werden und die Rechte der Menschen zu beschützen, damit sie ihre Meinung weiterhin frei äußern können“, sagten die Experten in einem Bericht, welcher vom OHCHR veröffentlicht wurde.

Libyen: Der Internationale Strafgerichtshof zieht Untersuchung wegen Straftaten gegen Migranten in Erwägung

721683Bensouda9. Mai 2017 – Die Staatsanwältin des Internationalen Strafgerichtshofs Fatou Bensouda hat dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mitgeteilt, dass ihr Büro die Einleitung eines Verfahrens wegen mutmaßlichen Straftaten gegen Migranten in Libyen in Betracht zieht.

„Mein Büro sammelt und analysiert Informationen bezüglich mutmaßlicher Verbrechen, die an Migranten während dem Versuch Libyen zu durchqueren begangen wurden”, so Bensouda während eines Treffen des Sicherheitsrates zur Situation in Nordafrika.

„Ich bin bestürzt über glaubhafte Berichte, denen zufolge Libyen zu einem Marktplatz für Menschenhandel geworden ist“, sagte Bensouda und fügte hinzu, dass ihr Büro sorgfältig die Möglichkeit einer Verfahrenseröffnung bezüglich Straftaten mit Migrantenbezug in Libyen überprüfe. „Wir müssen etwas unternehmen, um diese besorgniserregenden Tendenzen einzudämmen“, so die Staatsanwältin.

Fatou Bensouda erklärte, dass dem Land erneut ein flächendeckender Konflikt drohe. Eine deratige Destabilisierung würde die Rechtsstaatlichkeit in Libyen weiter gefährden und drohe ein Klima der Straffreiheit hervorzurufen, so Bensouda.

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