Montag, 18 Dezember 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

Die Hälfte aller mit HIV lebenden Menschen in der Europäischen Region erhalten eine verspätete Diagnose

world aids day article image1. Dezember 2017 - Die Europäische Region ist weltweit die einzige Region der WHO, in der die Zahl der HIV-Neuinfektionen noch steigt. Dieser Trend setzte sich auch 2016 mit über 160 000 HIV-Neudiagnosen in der Europäischen Region, darunter 29 000 Fälle aus den Ländern der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), fort. Ein Grund für diese besorgniserregende Entwicklung liegt darin, dass über die Hälfte (51%) aller gemeldeten HIV-Diagnosen erst in einem späten Stadium der Infektion erfolgen.

„Die HIV-Epidemie breitet sich in der Europäischen Region weiter mit alarmierender Geschwindigkeit aus, vor allem im östlichen Teil der Region, auf den fast 80% der insgesamt 160 000 HIV-Neudiagnosen entfallen. Das ist die bisher höchste registrierte Zahl von neuen Fällen innerhalb eines Jahres. Wenn dieser Trend sich fortsetzt, werden wir die in den Zielen für nachhaltige Entwicklung enthaltene Zielvorgabe, die HIV-Epidemie bis 2030 zu beenden, nicht erfüllen können“, warnt Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa.

„Eine verspätete Diagnose, vor allem bei Hochrisikogruppen, hat eine verspätete Behandlung zur Folge und trägt zur weiteren Ausbreitung des HIV bei. Je später eine Person diagnostiziert wird, desto wahrscheinlicher wird sie an Aids erkranken, wodurch sich ihr Leiden und auch ihr Sterberisiko erhöhen. Am Welt-Aids-Tag appelliere ich dringend an alle Länder, jetzt entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um in der Europäischen Region eine Trendwende bei der HIV-Epidemie herbeizuführen.“

Die Direktorin des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) Dr. Andrea Ammon erklärt: „Unsere Daten zeigen, dass Europa angesichts von jährlich über 29 000 neu gemeldeten HIV-Infektionen in den Ländern der EU und des EWR mehr zur Bekämpfung von HIV tun muss. Im Durchschnitt braucht es vom Zeitpunkt der Infektion bis zur Diagnose etwa drei Jahre, und das ist viel zu lang. Dies führt langfristig zu weniger günstigen Verläufen für die zahlreichen verspätet Diagnostizierten und erhöht gleichzeitig das Risiko einer Weiterübertragung des Virus. Gut zwei Drittel der Aids-Neudiagnosen in den Ländern der EU und des EWR – genauer: 68% – erfolgten innerhalb der ersten drei Monate nach der HIV-Diagnose, was darauf hindeutet, dass diese Personen sich schon Jahre zuvor infiziert haben.“

Männer und Jungen: Der Schwachpunkt

Am Weltaidstag warnt UNAIDS davor, dass Männer schlechteren Zugang zu HIV-Behandlungen bekommen und eine höhere Wahrscheinlichkeit besitzen, an AIDS-bedingten Krankheiten zu leiden. Ein heute veröffentlichter Bericht zeigt, dass Männer seltener einen HIV-Test machen, schlechteren Zugang zu antiretroviralen Behandlungen haben und öfter als Frauen an AIDS-bedingten Krankheiten sterben. Weltweit werden weniger als die Hälfte aller HIV-infizierten Männer behandelt – im Vergleich zu 60% der Frauen. Studien belegen auch, dass Männer eine Behandlung später als Frauen beginnen, diese abbrechen, oder sie nicht fortführen.

„Die Ungleichheiten, die Frauen und Mädchen dem Risiko von HIV aussetzen, müssen an vorderster Stelle beim Thema AIDS stehen“, sagte Michel Sidibé, Exekutivdirektor von UNAIDS. „Aber bei Männern gibt es einen Schwachpunkt – Männer nutzen nicht die Angebote zur Vorbeugung und lassen sich nicht im gleichen Maß wie Frauen behandeln.“

Praktikant/-in für Bonner UNRIC-Büro gesucht

UNRIC bietet im Bonner Büro ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum ab September 2018 an.
Bewerber/-innen sollten sich noch im Studium befinden, oder vor kurzem ihr Studium beendet haben und erste Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus besitzen.
Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum ist unbezahlt.
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
[email protected]

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front