Sonntag, 19 November 2017
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Das Verschwindenlassen von Menschen – noch heute ein Verbrechen

Enforced DisappearancesDas erzwungene V​erschwindenlassen ist kein Verbrechen der Vergangenheit - es geschieht noch heute. Stellte das Verschwindenlassen in der Vergangenheit weitgehend ​eine Praxis in ​Militärdiktaturen dar, so ist das Verbrechen heutzutage häufig auch ein Mittel der politischen Unterdrückung. Es ist ein globales Problem, das sich nicht auf eine bestimmte Region der Welt beschränkt und in vielen Ländern zunimmt. Diese Praxis wirkt sich nicht nur auf die Opfer und ihre Familien aus, sie hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes indem sie die Verbreitung von Terror fördert und ein Gefühl der Unsicherheit innerhalb einer Gemeinschaft hervorruft. Um auf dieses globale Problem aufmerksam zu machen, wählte die UN-Generalversammlung im Jahr 2010 den 30. August zum Internationalen Tag der Opfer des Verschwindenlassens.

Schon 1992 nahm die Generalversammlung der Vereinten Nationen in ihrer Resolution 47/133 die Erklärung über den Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen an, 2010 trat das Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen in Kraft. Anders als die Erklärung ist das Übereinkommen ein rechtlich bindendes Instrument, das die Einführung von spezifischen internationalen Handlungsinstrumenten ermöglicht, so geschehen mit der Entstehung des Ausschusses für das Verschwindenlassen. Das Übereinkommen stellt einen bedeutenden völkerrechtlichen Fortschritt dar, da es die Praxis des Verschwindenlasssens präzise definiert, nämlich als eine "Verhaftung, Inhaftierung, Entführung oder irgendeine andere Form der Freiheitsentziehung durch Staatsangehörige oder Gruppen von Personen, die mit einer Ermächtigung, Unterstützung oder Zustimmung des Staates handeln". Das Verbrechen kann dank der Konvention gezielt adressiert und effektiver bekämpft werden.

Zweifellos ist das erzwungene Verschwinden eine der abscheulichsten Menschenrechtsverletzungen. Die Opfer dieser Praxis werden häufig gefoltert, sie leben in ständiger Angst um ihr Leben. Ihre Familien sind unwissend über das Schicksal ihrer Lieben, ihre Gefühle wechseln zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

Bis zum heutigen Tag haben 57 Länder das Übereinkommen ratifiziert, bis 2022 sollen insgesamt 114 Länder ihre Unterschrift unter die Konvention gesetzt haben, erklärte das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR).

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