Donnerstag, 17 August 2017
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SDG-Bericht 2017: Fortschritt ist zu langsam

SDG report 2017 progress Photo UNDP TimorLeste18. Juli 2017 - Die Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung hat auf der ganzen Welt begonnen. Trotzdem tickt die Uhr und die Geschwindigkeit der Fortschritte „ist zu langsam, um die vereinbarten Ziele für 2030 zu erreichen“, sagte Generalsekretär António Guterres gestern während der Veröffentlichung des Berichts in New York.
767 Millionen Menschen leben immer noch von weniger als 2 Dollar am Tag und 793 Millionen leiden regelmäßig Hunger. Diese erschütternden Zahlen, die mehr als die Gesamtbevölkerung der Europäischen Union ausmachen, sind ein deutlicher Hinweis für die Ungerechtigkeit im Fortschritt der verschiedenen Ziele.


Die Rate, mit der wir die Müttersterblichkeit reduzieren, muss sich verdoppeln, sagt Guterres in dem Vorwort des Berichts. Mehr Investitionen in Lösungen mit erneuerbarer Energie und Bildung sind notwendig. Die Ungleichheit zwischen Mann und Frau ist weiterhin tief verankert und die Jugend auf der ganzen Welt sieht sich weiterhin einer alarmierenden Arbeitslosigkeitsrate gegenüber. Was also hat sich überhaupt verbessert?Um nur einige Beispiele zu nennen: Die weltweite Armut konnte von 1,7 Milliarden im Jahr 1999 auf 767 Millionen 2013 reduziert werden. Der Anteil an Unterernährten ist von 15% zwischen 2000 und 2002 auf 11% zwischen 2014 und 2016 gefallen. Die Rate an Kindern mit Wachstumsstörungen ist von 33% im Jahr 2000 auf 23% im Jahr 2016 zurückgegangen. HIV Fälle konnten um 46% gesenkt werden, die Sterblichkeitsrate für Kinder unter fünf Jahren um 44%. Außerdem haben 85,3% der Gesamtbevölkerung heutzutage Zugang zu Elektrizität im Vergleich zu 77,6% im Jahr 2000.

Die Ungleichmäßigkeit dieses Fortschritts wird neben anderen Bereichen insbesondere bei der Bildung deutlich. 2014 besuchten zwei von drei Kindern weltweit die Vorschule oder die Grundschule. In ärmeren Ländern jedoch sind es gerade mal vier von zehn. Und trotz erheblichem Anstieg bei den Anmeldungen in Grundschulen seit 2000, gingen im Jahr 2014 9% der schulpflichtigen Kinder nicht zur Grundschule; ein schwacher Fortschritt seit 2008.Des Weiteren fiel der Anteil der urbanen Bevölkerung, die in Slums lebt, von 28% im Jahr 2000 auf 23% im Jahr 2014. In Sub-Sahara Afrika leben jedoch mehr als die Hälfte der Stadtbewohner in Slum-ähnlichen Verhältnissen.

Ziel Nummer 12 für verantwortungsvollen Konsum und verantwortungsvolle Produktion erfährt ebenfalls einige Rückschritte. Weltweit ist der „materielle Fußabdruck“ der Menschen von 48 Milliarden metrischen Tonnen im Jahr 2000 auf 69 Milliarden metrischen Tonnen im Jahr 2010 angestiegen. Australien und Neuseeland haben den größten Fußabdruck pro Bewohner mit 35 metrischen Tonnen pro Person; Europa steht mit 20 metrischen Tonnen pro Person jedoch nicht viel weiter unten auf der Liste. Im Vergleich, Sub-Sahara Afrika produziert im Schnitt lediglich 2,5 metrische Tonnen pro Person. „Gefährdete Gruppen stärken – das ist essentiell, um überall und für jeden Armut zu beenden und Wohlstand zu fördern“, sagte Wu Hongbo, Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Soziales.