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Abschiedsrede von WHO-Chefin Chan: „Wir schwanken manchmal, aber wir geben niemals auf.“

05 22 2017MargaretChan23. Mai 2017 – In ihrer letzten Amtsrede hat die Chefin der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) Margaret Chan betont, wie wichtig es sei, der Zivilbevölkerung zuzuhören.

„Erinnert euch an die Menschen. Hinter jeder Zahl steckt eine Person, die unser Mitgefühl verdient, besonders wenn Leiden oder vorzeitiger Tod verhindert werden kann“, sagte Chan auf der 70. Weltgesundheitsversammlung in Genf. Es sei in der Verantwortung der Gesellschaft den „Menschen, die am meisten leiden, ein Gesicht und eine Stimme zu geben.“

Zudem wies sie auf das „enorme Potenzial von Impfstoffen“ hin, dass ausgeschöpft werden sollte. In Europa und Nordamerika wären die Masern vor kurzem niemals ausgebrochen, wenn mehr als 95 Prozent der Menschen geimpft gewesen wären.

Kritik, dass die WHO an Bedeutung verloren habe, wies Chan zurück. Sie führte an, dass dank guter Zusammenarbeit die Preise für neue Medikamente zur Heilung von Hepatitis C innerhalb von zwei Jahren gesunken sind, während es fast ein Jahrzehnt gedauert hat, um die Preise für die antiretrovirale Behandlung für HIV zu senken.

„Die Tatsache, dass im Jahr 2015 rund eine Billion Menschen kostenlos behandelt wurden, die sie vor Krankheiten schützen, hat wenig Einfluss auf die geopolitische Situation auf der Welt. Die Menschen, die geschützt werden, gehören zu den Ärmsten der Welt“, ergänzte Chan. Dies sei eine große Erfolgsgeschichte: „Wir schwanken manchmal, aber wir geben niemals auf.“

Chan gab jedoch auch Fehler seitens der WHO bei der Behandlung des Ebola-Ausbruchs 2014 zu: Das Virus sei kürzlich wieder in der Nähe der Grenze der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik ausgebrochen. Während die Organisation „schnelle Kurskorrekturen“ unternahm, um drei Ausbrüche unter Kontrolle zu bringen und dazu beizutragen, den ersten Ebola-Impfstoff zu entwickeln, geschah der erneute Ausbruch. „Ich bin persönlich verantwortlich“, stellte sich Chan der Kritik. Die jährliche Weltgesundheitsversammlung, der 194 Länder angehören, wird darüber diskutieren, was aus dem erneuten Ausbruch, sowie in dem Umgang mit anderen Krankheiten gelernt werden kann.

Chans Nachfolger wird in Kürze vorgestellt.

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