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UNICEF-Bericht: Anzahl an unbegleiteten Flüchtlingskindern erreicht Rekordhoch

05 18 2017Macedonia19. Mai 2017 – Das UN-Kinderhilfswerk (UNICEF) hat in einem neuen Bericht auf die Rekordanzahl an alleinreisenden Kindern hingewiesen. Mindestens 300 000 unbegleitete Kinder wurden zwischen 2015 und 2016 in rund 80 Ländern gezählt, heißt es in dem UNICEF-Bericht, der die Motivationen und Risiken solcher Reisen erfasst.

„Ein alleinreisendes Kind ist eines zu viel. Wir haben als Eltern versagt, sie zu beschützen“, sagte der stellvertretende UNICEF-Exekutivdirektor Justin Forsyth. Auf ihrer Reise sind die Kinder oftmals auf Menschenschmuggler angewiesen, um ihr Ziel zu erreichen. „Skrupellose Schmuggler und Menschenhändler nutzen die Verletzlichkeit der Kinder aus, helfen ihnen die Grenzen zu überqueren, nur um sie dann in Sklaverei und Zwangsprostitution zu verkaufen“, so Forsyth.

UNICEF legte im Hinblick auf den nächste Woche in Italien stattfindenden G7-Gipfel einen 6-Punkte-Plan vor, der die Entwicklungen stoppen soll:

1. Schützt Flüchtlingskinder und Migranten, besonders unbegleitete Kinder, vor Ausbeutung und Gewalt.
2. Beendet Inhaftierungen von Kindern, die einen Flüchtlingsstatus ersuchen, mittels einer Reihe praktischer Alternativen.
3. Haltet die Familien zum Schutz der Kinder zusammen und gebt ihnen einen rechtmäßigen Status.
4. Haltet alle Flüchtlings-und Migrantenkinder zum Lernen an und ermöglicht ihnen Zugang zu Gesundheits- und anderen Systemen.
5. Leitet Maßnahmen gegen die Ursachen von Massenwanderungen von Flüchtlingen und Migranten ein.
6. Unterstützt Maßnahmen die Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung in Transit- und Zielländern bekämpfen.

„Diese Kinder brauchen Regierungen auf der ganzen Welt, die sich dazu verpflichten, ihre Sicherheit während der Reisen zu gewährleisten. Die G7-Staaten sollten die Ersten sein, die unseren 6-Punkte-Plan unterzeichnen“, forderte Forsyth abschließend.