Mittwoch, 24 Mai 2017
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UN-Kino: Dokumentarfilm „The Crossing“ im Kölner Filmforum

thumbnail DSC0340711. Mai 2017 - In Zusammenarbeit mit der DGVN NRW hat UNRIC Bonn gestern zur ersten Ciné-Onu Vorführung des Jahres 2017 ins Filmforum des Kölner Museums Ludwig geladen. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm „The Crossing“, in dem Regisseur George Kurian eine Gruppe syrischer Flüchtlinge auf ihrer Flucht von Ägypten nach Europa begleitet.

thumbnail DSC03382Aus nächster Nähe und streckenweise mit verdeckter Kamera gefilmt, zeigt die preisgekrönte Dokumentation den Horror der Flucht und das Trauma des Heimatverlusts nach der Ankunft in Europa. „Obwohl alle Mitglieder der Gruppe nach der Ankunft an verschiedenen Orten waren, konnte ich beobachten, wie sie gleichzeitig in eine Phase der Depression und Ziellosigkeit gefallen sind“, sagte der per Skype zugeschaltete Regisseur Kurian im Anschluss an die Vorführung. Im Gespräch mit den rund 150 Gästen bekannte Kurian: „Die vielleicht eindrücklichste Erfahrung dieses Films war für mich, die Bedeutung von Identität für jeden Menschen zu sehen. Wir definieren uns über unsere Heimat, unsere Freunde, unsere Ziele und Arbeit. Eine Flucht rüttelt an all diesen Dingen“.

thumbnail DSC03415In der Diskussion im Anschluss an das Skype-Interview stellte sich außerdem der Politologe und derzeitige Leiter einer Flüchtlingsunterkunft in Köln, Gisbert von Haugwitz, den Fragen des Publikums. Mit seiner Erfahrung von mehr als 12 Jahren in internationalen Friedensmissionen auf dem Balkan, Nahen Osten und Afrika, hat von Haugwitz eine besondere Perspektive auf die tägliche Arbeit mit den Flüchtlingen. „Viele der Menschen, die zu uns kommen waren vorher bereits in drei bis vier anderen Unterkünften und sind sehr frustriert. Manchmal hilft es dann, wenn man die Herkunftsländer oder auch die Sprache der Menschen kennt.“

Ciné-ONU ist eine europaweite Initiative von regelmäßigen Filmvorführungen, die ursprünglich im Jahre 2007 vom Regionalen Informationszentrum der Vereinten Nationen (UNRIC) in Brüssel ins Leben gerufen wurde. Dabei werden Filme zu UNO-relevanten Themen gezeigt und im Anschluss Podiumsdiskussionen mit geladenen Gästen, die entweder zur Entstehung des Filmes beigetragen haben oder Experten für das im Film behandelte Thema sind, veranstaltet. Der Eintritt ist frei.