Der Sicherheitsrat hat einen Antrag Libyens auf
eine Dringlichkeitssitzung wegen der «militärischen Aggression» gegen
das Regime von Staatschef Muammar al-Gaddafi abgelehnt. Das
mächtigste UN-Gremium wird sich nun erst am Donnerstag mit der Situation
in dem Land befassen. Die Forderung des libyschen Außenministers Mussa
Kussa nach einer dringenden Sondersitzung wies der Rat der 15, darunter
derzeit auch Deutschland, am Montagabend in geschlossener Sitzung
zurück. Stattdessen will der Sicherheitsrat die Unterrichtung
durch Generalsekretär Ban Ki-moon am Donnerstag nutzen, um über die Lage
in Libyen zu beraten. Die Unterrichtung ist Teil der am Donnerstag vom
Sicherheitsrat verabschiedeten Resolution, die die am Samstag begonnenen
Luftschläge autorisiert. Erlaubt sind alle militärischen Maßnahmen
außer Bodentruppen - solange es dem Schutz von Zivilisten dient. Deshalb
können auch Angriffe auf Fahrzeugkolonnen oder Kampfpanzer von der
Resolution gedeckt sein. Deutschland hatte sich wie China, Russland,
Indien und Brasilien der Stimme enthalten und will sich auch nicht aktiv
an dem Kampfeinsatz beteiligen.