Donnerstag, 26 Mai 2016
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Humanitärer Weltgipfel: Ban Ki-moon ruft zum Handeln auf

05 24 2016ClosingWHS

24. Mai 2016 (UNRIC) – Der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat dazu aufgerufen, die Ergebnisse des ersten humanitären Weltgipfels umzusetzen."Der humanitäre Weltgipfel war einzigartig, sowohl in seiner Form als auch in seinen Inhalten", sagte Ban am zweiten und letzten Tag des Gipfels. Nach Ansicht des UN-Generalsekretärs hat sich besonders das humanitäre System verbessert, welches das Leid von Millionen von Menschen mildern wird. "Wir verfügen über den Reichtum, das Wissen und das Bewusstsein, aufeinander aufzupassen", betonte er. 

Insgesamt nahmen 173 Mitgliedsstaaten, 55 Staats- und Regierungschefs, 350 Vertreter des Privatsektors und mehr als 2.000 Menschen aus der Zivilgesellschaft und von Nichtregierungsorganisationen teil. Die Teilnehmer einigten sich insgesamt auf 1.500 Verpflichtungen. Die wichtigsten sind:

•Der Fonds Bildung darf nicht warten ermöglicht Kindern und Jugendlichen in Krisengebieten zur Schule zu gehen.

•Das Grand Bargain wird Investitionen bei Nothilfeeinsätzen effizienter und effektiver machen. 

•Die Partnerschaft für Globale Bereitschaft wird die 20 Staaten, die am meisten gefährdet sind, vorbereiten. 

•Die Eine Milliarde Koalition für Widerstandsfähigkeit hat sich zum Ziel gemacht, eine Milliarde Menschen zu mobilisieren, um

 sichere und stabilere Gemeinschaften weltweit zu schaffen.

SDG-Kampagnenzentrum kommt nach Bonn

160524 UBMZ PHT0324. Mai 2016 (UNRIC) – Das Kampagnenzentrum für die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN (SDGs) wird seinen Sitz in Bonn haben. Eine entsprechende Absichtserklärung haben der Beigeordnete UN-Generalsekretär Magdy Martínez-Solimán und der Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Friedrich Kitschelt, heute unterzeichnet. Sie beinhaltet, dass die deutsche Bundesregierung die Einrichtung des Zentrums in Bonn mit einem Budget von 3,5 Millionen Euro unterstützen wird. „Deutschland sendet mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung ein starkes Signal für sein Engagement für die Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung“, sagte Martínez-Solíman, der ebenfalls stellvertretender Leiter des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) ist. 

Das globale Kampagnenzentrum wird seinen Sitz im Haus Carstanjen haben, in dem seit kurzem auch das neue Wissenszentrum für nachhaltige Entwicklung der Fortbildungsakademie des UN-Systems seine Büros hat. „Die Einrichtung des SDG-Kampagnenzentrums symbolisiert einen Meilenstein für Bonn. „Bonn ist nicht nur UN-Stadt, sondern ist auch dabei, eine Drehscheibe für Nachhaltigkeit zu werden. Das entspricht ganz dem Bonner Slogan ‚Shaping a Sustainable Future‘“, betonte Staatssekretär Kitschelt. 

Um dem Auftrag nachzukommen, Menschen für die Nachhaltigkeitsziele zu interessieren, wird das Globale SDG-Kampagnenzentrum fundamental sein. Das Zentrum wird Empfehlungen formulieren, Datenexpertise bieten und Analysen für Mitgliedsstaaten und Partner auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen. Neben dem Zentrum in Bonn wird die SDG-Kampagne ihre Präsenz in New York beibehalten, um die starke Verbindung zum Büro von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und des UN-Entwicklungsprogramms zu halten.

Was wir vom humanitären Weltgipfel brauchen

66178423. Mai 2016 (UNRIC) – In Istanbul findet der erste Weltgipfel für humanitäre Hilfe statt. Die Chefs von Regierungen, internationalen Organisationen, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft kommen zusammen, um ihre Zusagen bekanntzugeben, wie sie die schwierigsten Herausforderungen, denen wir heute gegenüberstehen, angehen werden. Die Erfordernisse für den Gipfel sind klar: Konflikte ohne Ende, die unsägliches Leid verursachen, Massenvertreibungen, und politische und wirtschaftliche Unruhen; schwerwiegende Verletzungen des humanitären Völkerrechts; ein Ausmaß an Hunger und Unterernährung bei Kindern, das zu Tränen rührt; heftigere und häufigere Naturkatastrophen, die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehen; und eine wachsende Ungleichheit, die Millionen vom Entwicklungsfortschritt abschneidet.

Die Statistiken sind erschütternd: Mehr als 130 Millionen Mädchen, Jungen, Frauen und Männer brauchen Zugang zu humanitärer Hilfe und Schutz, und die Zahlen steigen ständig. Über 40,8 Millionen Menschen wurden innerhalb ihres eigenen Landes aufgrund von Konflikten und Gewalt vertrieben und mehr als 20,2 Millionen Menschen haben Zuflucht in anderen Ländern gesucht. Allein 2015 wurden 19,2 Millionen Menschen in 113 Ländern aufgrund von Naturkatastrophen vertrieben.

Die Vereinten Nationen und ihre humanitären Partner sind auf der Suche nach knapp 21 Milliarden US-Dollar, um vorrangig den Schwächsten in 40 Ländern lebensrettende Soforthilfe zu leisten und 91 Millionen Menschen zu schützen. Die  erste Hälfte des Jahres ist fast erreicht und noch immer fehlen US$17 Milliarden der notwendigen US$21 Milliarden. Unsere Möglichkeiten, jenen Menschen zu helfen, die in vielen Fällen alles verloren haben, werden dadurch versagt.


Als UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon vor vier Jahren zum allerersten Weltgipfel für humanitäre Hilfe aufrief, erkannte er, dass der Status Quo so nicht weitergehen kann. Der Zeitpunkt für ein solches Treffen war niemals akuter. Die Führenden der Welt müssen die Realität der humanitären Bedürfnisse anpacken, die außer Kontrolle geraten.  


Wir haben nun die einmalige Gelegenheit in dieser Generation, eine ambitionierte Agenda für eine Richtungsänderung in Gang zu setzen, um das Leid der Schwächsten auf der Welt zu lindern, und noch wichtiger, zu verhindern. Um Erfolg zu haben, ruft der Generalsekretär in seiner ‚Agenda für die Menschlichkeit’ zu Einsatz und Handlung auf, die sich auf Veränderungen konzentrieren. 


Eine der entscheidendsten Änderungen, die wir beim Gipfel betrachten müssen, ist die Umlenkung der internationalen Aufmerksamkeit auf Konfliktverhütung und Lösung, um damit das Leben von Millionen Menschen zu ändern. Erst einmal müssen die politischen Führer in ihrer gemeinsamen Entschlossenheit und Verantwortung erkennen, dass der einzige Weg zur Reduziering des menschlichen Leides in solch langwierigem und massivem Ausmaß darin liegt, beim Verhindern und Beenden von Konflikten besser zu werden. Das bedeutet, dass die Führenden der Welt ihre Investitionen in die Unterstützung der Stabilität signifikant erhöhen müssen und einer proaktiven vorbeugenden Diplomatie den Vorrang geben, den sie verdient.

Die Politiker müssen auch Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht angehen – Gesetze, die für alle Staaten und nichtstaatliche bewaffnete Gruppen bindend sind. Bei den heutigen Konfliktsituationen wird durch Straffreiheit gegen internationale Rechtsvorschriften verstoßen:  Zivilisten wurden zu Hause und in Krankenhausbetten getötet oder bis zum Verhungern belagert, und die humanitären Helfer wurden Opfer von oft tödlichen Angriffen.   


Der Gipfel muss auch die Zusagen, die die Führenden als Teil der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung bereits gemacht hatten, zum Leben erwecken, um niemanden zurückzulassen, und mit denen, die am weistesten zurückliegen, beginnen. Wir hören den Ruf der krisengeschüttelten Menschen: sie wollen nicht nur überleben und beschützt werden; sie wollen Hoffnung und Erfolg sehen. Wir müssen ein für alle Mal bessere Wege finden, um die Bedürfnisse zu verringern und die Widerstandsfähigkeit zu stärken.

Wir müssen uns alle einer neuen Arbeitsweise verpflichten, indem wir Partnerschaften mit Regierungen, der Zivilgesellschaft, humanitären und Entwicklungshilfe-Akteuren eingehen.  


Schließlich sind keine dieser – und vieler anderer – Veränderungen möglich, ausser wir finden bessere Wege, um Ressourcen zu finanzieren und zu mobilisieren, die das Leid erleichtern und die Verwundbarkeit verringern und dem Risiko gerecht werden. 


Beim Gipfel werden dutzende ambitionierte und realisierbare Initiativen vorgestellt, die die Lebendigkeit und Vielfalt auf dem humanitären Sektor attestieren.

Wir appellieren an die Führenden sich zu verpflichten, die Zahl der Binnenvertriebenen von 40 Millionen im Jahr 2016 auf 20 Millionen bis 2030 zu halbieren.

Wir appellieren an die Führenden, eine neue ‚Global Preparedness Partnership‘ zu unterstützen, die darauf abzielt, dass bis 2020 in 20 Ländern ein Mindestmaß an vorbeugenden Maßnahmen für Naturkatastrophen erreicht wird.

Die ‚Connecting Business‘-Initiative wird vorgestellt. Sie soll das Engagement des Privatsektors bei der Katastrophenrisikominimierung, bei Notfallvorbereitung und –Maßnahmen und Wiederherstellung auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene umsetzen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben humanitäre Helfer jeden Aspekt der humanitären Hilfe verbessert: stärkere Auseinandersetzung; bessere Zusammenarbeit; mehr lokale und nationale Kapazitäten; höhere operationale Standards. Dennoch dürfen wir nicht aufhören, beim Retten und Schützen von Leben besser und effizienter zu werden.  

Als Teil dieser entschlossenen Verbesserung werden wir die Führenden quer durch das humanitäre Spektrum bitten, einen ‚Grand Bargain‘ zwischen den Gebern und Organisationen zu unterzeichnen. In den  kommenden fünf Jahren sollen eine Milliarde Dollar an Effizienzeinsparungen an die vorderste Front der humanitären Handlungen umgeleitet werden. Durch die Unterzeichnung dieser Abmachung stimmen Hilfsorganisationen zu, die Effizienz und Rechenschaftspflicht für das ausgegebene Geld zu verbessern. 

Unsererseits wird mein Büro beginnen, die Förderungsabläufe signifikant zu straffen, stärkeres Gewicht auf die Finanzierung der vordersten Front der lokalen und nationalen Helfer zu legen und die neue Arbeitsweise zu verfechten. 

Wir verstehen, dass diese Veränderungen nicht immer bequem sind. Dazu gehören Nichtübereinstimmung und Kompromiss. Der Gipfel bietet eine historische, wegweisende Gelegenheit und als Führende ist es unsere moralische Verpflichtung zu handeln – der Preis dafür, dass wir es nicht tun, ist zu hoch. Schließen Sie sich uns an! 

  


@WHSummit https://impossiblechoices.org #sharehumanity http://www.worldhumanitariansummit.org/

 

Gastkommentar von Stephen O'Brien, 

Untergeneralsekretär und Nothilfekoordinator

Syrien: Friedensgespräche in Gefahr

05 19 2016Syria20. Mai 2016 (UNRIC) – Auf einem Treffen der Internationalen Unterstützungsgruppe für Syrien hat der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura betont, es sei fragwürdig, dass die nächste Runde der Friedensgespräche stattfinde, wenn sich der Zugang zu humanitären Hilfsgütern und die Einstellung der Feindseligkeiten nicht verbesserten. Wenn es bis zum 1. Juni keinen Zugang zu den belagerten Gebieten gebe, werde der Abwurf von humanitären Hilfsgütern der "letzte Ausweg" sein. "Natürlich sind wir in Eile, die nächste Runde der Friedensgespräche zu beginnen, aber die Botschaft ist klar: Wenn die Feindseligkeiten nicht eingestellt werden und wenn der Zugang zu Hilfsgütern nicht besser wird, dann ist es nicht sicher, ob die nächste Runde stattfinden kann", sagte der UN-Sondergesandte. 

Nach Ansicht des Sondergesandten gibt es keinen Plan B – trotz hoher Kosten werde es eine Luftbrücke geben, wenn die belagerten Gebiete bis zum 1. Juni nicht zugänglich sein werden. Jan Egeland, de Misturas Berater, sagte, dass Hilfskonvois 10.000 Menschen in dem belagerten Gebiet Ost-Harasta mit Nahrungsmitteln und Hilfsgütern zum ersten Mal seit März 2013 versorgen konnten. "Wir haben nun 13 der 18 belagerten Gebiete erreicht, im Vergleich von nur zwei, die wir letztes Jahr erreichen konnten", sagte er. "Aber das ist auch schon das Ende der guten Nachricht, denn Mai war und ist einer der schwierigsten Monate, die wir in diesem Jahr hatten."

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