Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)
UNHCR
(United
Nations High Commissioner for Refugees – Regional Representation for
Austria, the Czech Republic and Germany /Der Hohe Flüchtlingskommissar
der Vereinten Nationen - Regionalvertretung für Deutschland, Österreich
und die Tschechische Republik)
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www.unhcr.de
Der
Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) schützt und
unterstützt Flüchtlinge überall auf der Welt. Gegründet wurde UNHCR von
der UN-Vollversammlung. Der Hauptsitz befindet sich in Genf. Im Jahre
1951 nahm UNHCR seine Arbeit auf, um Millionen von europäischen
Flüchtlingen in der Folge des Zweiten Weltkrieges zu helfen.
Ein
Flüchtling ist nach den UNHCR-Statuten eine Person, die ihr Heimatland
verlassen hat, weil sie eine wohlbegründete Furcht vor Verfolgung wegen
ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Meinung oder
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe hat und die deshalb
dorthin nicht zurückkehren kann oder will.
Seit
seiner Gründung hat UNHCR rund 50 Millionen von Flüchtlingen helfen
können - eine Leistung, die zweimal mit dem Friedensnobelpreis
ausgezeichnet wurde. Doch das Flüchtlingsproblem eskalierte, von etwa 2
Millionen in den frühen 70er Jahren auf mehr als 27 Millionen im Jahr
1995. Im Jahr 2005 war UNHCR für 19 Millionen Flüchtlinge und andere
schutzbedürftige Personen zuständig. Weitere 24 Millionen Menschen sind
innerhalb ihrer eigenen Länder geflohen, so genannte Binnenvertriebene.
Wir sprechen somit von mehr als 40 Millionen Menschen weltweit, die vor
religiös, politisch oder ethnisch motivierter Verfolgung, vor Krieg,
Bürgerkriegen und massiven Menschenrechtsverletzungen ihre Heimatorte
und –regionen verlassen mußten.
Seit
dem 1. Juni 2005 hat der ehemalige portugiesische Ministerpräsident
António Guterres das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten
Nationen inne. Seit Gründung der Organisation ist er der zehnte
Amtsinhaber. Jährlich berichtet er der UN-Vollversammlung durch den
UN-Wirtschafts- und Sozialrat. Die UNHCR-Hilfsprogramme werden durch
das UNHCR-Exekutivkomitee geprüft und gebilligt. Ihm gehören derzeit 68
Staaten an.
Internationaler
Schutz ist die wichtigste Aufgabe von UNHCR. Sichergestellt werden
soll, dass die Menschenrechte von Flüchtlingen respektiert werden, dass
Flüchtlinge das Recht haben, Asyl zu suchen, und dass kein Flüchtling
unfreiwillig in ein Land zurückkehren muss, wo er oder sie Verfolgung
befürchten muss. UNHCR arbeitet deshalb ständig daran, dass
internationale Vereinbarungen zu Gunsten von Flüchtlingen eine weite
Verbreitung finden und diese von den Staaten auch respektiert werden.
Die Organisation versorgt Flüchtlinge mit Nahrung, Wasser, Unterkunft
und betreut sie medizinisch.
Eng
verbunden mit dieser Aufgabe ist die Suche nach dauerhaften Lösungen
für die Probleme von Flüchtlingen. Als Alternativen gelten die
freiwillige Rückkehr in das Heimatland, die Integration in das
Erstasylland und die Weiterwanderung in ein Drittland. Jenen
Flüchtlingen, denen eine freiwillige Rückkehr - die beste Lösung -
nicht möglich ist, hilft UNHCR dabei, sich ein neues Leben aufzubauen,
entweder im Asylland oder in einem Drittland, das bereit ist, diese
Menschen aufzunehmen. Der UN-Generalsekretär hat UNHCR regelmäßig
aufgefordert, Binnenvertriebene zu unterstützen, deren Zahl sich nach
dem Ende des Kalten Krieges mit der Zahl von ethnischen und
innerstaatlichen Konflikten dramatisch erhöhte. Diese Menschen haben
keine internationalen Grenzen überschritten und fallen somit nicht
unter den Schutz von internationalen Flüchtlingskonventionen, obwohl
sich ihre Situation kaum von anderen Flüchtlingen unterscheidet. UNHCR
hat seit den 70er Jahren in mehr als 30 Hilfseinsätzen
Binnenvertriebenen geholfen, wie zum Beispiel im Kosovo und in
Afghanistan. Im Herbst 2005 wurde der Einsatz von UNHCR zugunsten von
Binnenvertriebenen im Rahmen von UN-Hilfseinsätzen noch einmal
ausdrücklich bestätigt sowie die entsprechenden Aufgabenbereiche in
Zusammenarbeit mit denUN-Partnerorgansiationen definiert.
Die
UNHCR-Hilfsprogramme werden hauptsächlich durch freiwillige Beiträge
von Regierungen, aber auch Nichtregierungsorganisationen und
Privatpersonen finanziert. Zudem wird ein begrenzter Betrag - weniger
als zwei Prozent - aus dem regulären UN-Budget für ausschließlich
administrative Zwecke zur Verfügung gestellt.
Im
Jahr 2005 betrug das UNHCR-Budget (einschließlich Ausgaben für
Nothilfeeinsätze) knapp 1,1 Milliarden US$. Hauptgeber waren die USA
(322,7 Mio. US$), Japan (94,5 Mio. US$), die Europäische Kommission
(86,1 Mio. US$) und Schweden (85,2 Mio. US$). Das Budget für 2006 ist
veranschlagt auf 1,22 Milliarden US$, davon allein 523,9 Millionen US$
für Hilfsprogramme in Subsahara-Afrika und 137 Millionen US$ in
Südwest-Asien (Afghanistan, Iran, Irak, Pakistan) und Nordafrika.
Am
1.Januar 2006 beschäftigte UNHCR insgesamt 6.697 Mitarbeiter(innen) in
261 Büros in 117 Ländern. Mehr als 85 Prozent der Mitarbeiter(innen)
sind außerhalb der Genfer Zentrale tätig, oft in entlegenen und
gefährlichen Regionen. UNHCR kooperiert bei der Durchführung seiner
Hilfsprogramme mit den jeweiligen Behörden der Aufnahmeländer,
UN-Partnerorganisationen sowie weltweit 645
Nichtregierungsorganisationen.
Zu
den wichtigsten UNHCR-Aktivitäten in den Jahren 2005/2006 zählen
Hilfsprogramme in Subsahara-Afrika (Tschad/Darfur, Liberia, Region der
Großen Seen, Kenia und Angola), Südwest-Asien
(Pakistan/Iran/Afghanistan) und Südost-Europa (Balkan).