UNEP/ CMS
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www.cms.int
Die
Wanderung von Tieren über nationale Grenzen hinweg ist ein weltweites
Phänomen. Darunter versteht man die zeitlich koordinierten Wanderungen
von Tieren von einem Gebiet in ein anderes, meist zyklisch und
vorhersehbar. Zu den wandernden Tierarten zählen Antilopen, Elefanten,
Gorillas und Vögel sowie Wale und Schildkröten. Aber auch Fledermäuse
und Insekten wie beispielsweise der Monarchfalter können weite Strecken
zurücklegen.
Im
Laufe ihres Lebens sind wandernde Tierarten auf verschiedene
Lebensräume angewiesen und spielen dabei eine wichtige Rolle für das
Ökosystem, in dem sie leben: So bestäuben sie Pflanzen und tragen Samen
weiter. Sie sind Beute für andere Tiere oder tragen als Räuber zum
natürlichen Gleichgewicht bei. In den Gebieten, die sie durchwandern,
stellen sie auch einen Teil der Lebensgrundlage lokaler Gemeinschaften
dar, beispielsweise für Jäger und Fischer. Außerdem üben wandernde
Tierarten mittlerweile große Anziehungskraft im Ökotourismus aus und
haben in zahlreichen Gesellschaften eine große kulturelle Bedeutung.
Allerdings
werden wandernde Tierarten durch menschliche Aktivitäten bedroht, zum
Beispiel durch den Klimawandel, nicht nachhaltige Jagd- und
Fischereipraktiken sowie die Zerstörung ihres Lebensraumes. Das 1979
geschlossene Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden
Tierarten (CMS) hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Gefahren
entgegenzuwirken. Jedes einzelne Land der Welt bietet wandernden
Tierarten Lebensraum, Futter- oder Brutplätze. 104 Länder waren am 1.
November 2007 bereits Vertragsstaaten des Übereinkommens und mehr als
30 weitere Staaten haben unter dem Dach des Übereinkommens spezielle
Regionalabkommen unterzeichnet, um wandernde Tierarten und deren
Lebensräume zu erhalten. Das Übereinkommen fördert zudem
wirtschaftliche Aktivitäten, die die nachhaltige Nutzung von wandernden
Tierarten berücksichtigen, darunter Ökotourismus.
Das
CMS-Sekretariat unterstützt die Arbeit des Übereinkommens. Es wurde im
Jahr 1984 in Bonn eingerichtet und hat heute 21 Mitarbeiter. Das
Sekretariat entwickelt und fördert Abkommen, organisiert Konferenzen,
unterstützt und betreut Forschungs- und Schutzprojekte und arbeitet mit
Regierungen und anderen Organisationen zusammen. Es wird vom
Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) verwaltet. Im Januar 2007
wurde das Sekretariat des Abkommens zur Erhaltung der Kleinwale in
Nord- und Ostsee (ASCOBANS) mit dem CMS-Sekretariat zusammengelegt.
Gemeinsam mit dem CMS-Sekretariat sind die Sekretariate zweier weiterer
multilateraler Umweltabkommen in Bonn unter derselben UNEP-Verwaltung
angesiedelt.
Dabei
handelt es sich um das Abkommen zur Erhaltung der
afrikanischeurasischen wandernden Wasservögel (AEWA) und das Abkommen
zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen (EUROBATS).