UNEP/ ASCOBANS
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www.ascobans.org
In
der Nordsee leben zahlreiche Kleinwalarten. Dazu gehören Delphine,
Schwertwale und Schweinswale. Der Schweinswal ist der in der Nordsee am
häufigsten vorkommende Kleinwal und der einzige, der in der Ostsee
heimisch ist.
Sein
einst umfangreicher Bestand ist auf wenige hundert Exemplare
geschrumpft. Obwohl die Kleinwale im Abkommensgebiet nicht gezielt
bejagt werden, sind sie doch zahlreichen, durch Menschen verursachten,
Gefahren ausgesetzt. Dazu zählen der Verlust ihres Lebensraumes,
Meeresverschmutzung, Lärmbelästigungen durch verschiedene Quellen und
ganz besonders der unbeabsichtigte Fang in Fischernetzen, der
sogenannte Beifang. Jedes Jahr verfangen sich allein in der Nordsee
Tausende von Tieren in Fischnetzen.
Da
viele Kleinwale zu den wandernden Tierarten gehören, kann man den
Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, nur durch grenzüberschreitende
Zusammenarbeit begegnen. Aus diesem Grund wurde 1991 unter der
Schirmherrschaft von CMS das Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in
der Nord- und Ostsee (ASCOBANS) geschlossen. Im November 2007 waren die
folgenden zehn Arealstaaten Mitglieder des Abkommens: Belgien,
Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Litauen, die Niederlande,
Polen, Schweden und das Vereinigte Königreich. Es wird erwartet, dass
in Kürze weitere Arealstaaten hinzukommen. Im Februar 2008 wird eine
2003 beschlossene Ausweitung der Reichweite des Abkommens auf die
Gewässer Irlands, Portugals und Spaniens in Kraft treten. Entsprechend
wird es – sinngemäß – in „Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in
Ostsee, Nord Ost-Atlantik, Irische See und Nordsee“ umbenannt werden.
Die
Vertragsstaaten von ASCOBANS teilen die Besorgnis, dass die beständig
hohen Beifangraten, der Verlust an Lebensraum sowie andere vom Menschen
verursachte Gefahren die Existenz der in der Nord- und Ostsee lebenden
Kleinwale bedrohen könnten. Das Abkommen fördert die Zusammenarbeit
zwischen den Mitgliedstaaten, aber auch mit Arealstaaten, die dem
Abkommen noch nicht beigetreten sind, einschlägigen internationalen
Organisationen, Nichtregierungsorganisationen und anderen regionalen
Interessenvertretern. Ziel ist es, eine günstige Erhaltungssituation im
Vertragsgebiet zu erreichen beziehungsweise zu erhalten. Im Januar 2007
wurden die Sekretariate von ASCOBANS und dessen Mutterabkommen CMS
(Sekretariat des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wild
lebenden Tierarten) zusammengelegt. Das gemeinsame Sekretariat,
verwaltet vom UNO-Umweltprogramm (UNEP), hat seinen Sitz in Bonn. Es
erledigt die erforderlichen Verwaltungsaufgaben, sammelt und verbreitet
Informationen in Bezug auf die Umsetzung des Abkommens, bereitet die
Sitzungen der beschlussfassenden und beratenden Gremien des Abkommens
vor und organisiert diese. Außerdem führt das Sekretariat Maßnahmen zur
Stärkung des öffentlichen Bewusstseins durch, um auf die Gefahren
aufmerksam zu machen, denen Kleinwale ausgesetzt sind.