UNOOSA/UN-SPIDER
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www.unspider.org
Durch
die Auswirkungen von Klimawandel und Landschaftsdegradation in
Kombination mit einem weltweiten Bevölkerungswachstum nimmt die globale
Verwundbarkeit gegenüber Naturkatastrophen stetig zu. Erdbeben,
Überflutungen, Wirbelstürme und andere Katastrophenereignisse führen
alljährlich zu verheerenden menschlichen, gesellschaftlichen und
ökonomischen Folgeschäden.
Verluste
an Leben und Besitz können jedoch durch bessere Informationen über die
Eintrittswahrscheinlichkeit von Katastrophen und durch adäquate
Beobachtungs- und Frühwarnsysteme vermieden werden. Daher hat die
Vollversammlung der Vereinten Nationen durch einen Beschluss im
Dezember 2006 die herausragende Rolle der Raumfahrttechnologie
bestätigt. Erdbeobachtungs- sowie Kommunikations- und
Navigationstechnologien sind mittlerweile von immenser Bedeutung für
das Katastrophenmanagement, da sie zuverlässige und zeitnahe
Informationen liefern.
Diese
Erkenntnis führte zur Etablierung der Plattform der Vereinten Nationen
für raumfahrtgestützte Informationen für Katastrophenmanagement und
Notfallmaßnahmen (UN-SPIDER), die durch das UN-Weltraumbüro (UNOOSA) in
Wien implementiert und unterstützt wird. Das Programm soll
sicherstellen, dass alle Staaten und Hilfsorganisationen schnellen
Zugang zu raumfahrtgestützten Informationen erhalten. Um dieses Ziel zu
realisieren wird UN-SPIDER den Zugang zu betreffenden
Informationsquellen vermitteln, eine Brückenfunktion zwischen
Katastrophenschutzeinrichtungen und Raumfahrtbehörden wahrnehmen und
weiterhin den Wissenstransfer zur individuellen und institutionellen
Aus- und Weiterbildung moderieren.
Im
Gegensatz zu bisherigen Bestrebungen, raumfahrtgestützte Informationen
für unmittelbare humanitäre Hilfsaktionen und Notfallmaßnahmen
einzusetzen, wird UN-SPIDER erstmals den vollständigen
Katastrophenmanagement-Zyklus mit ein beziehen, um somit bereits in der
Phase der Risikoeinschätzung und Katastrophenvorsorge den Verlust von
Leben und Besitzstand zu verringern. Nach erfolgter Implementierung
wird das SPIDER Programm über einen internationalen Mitarbeiterstab bei
UNOOSA in Wien, den Büros in Bonn und Peking sowie im Rahmen eines
Verbindungsbüros in Genf verfügen.
Hauptaufgaben
des Bonner SPIDER-Büros sind die systematische Aufbereitung relevanter
Informationen, die Gewährleistung eines einfachen Zugangs zu diesen
Informationen, die Etablierung einer praxisbezogenen
Nutzergemeinschaft, das Management des Wissenstransfers sowie die
Unterstützung und Anregung strategischer Bündnisse. Das Büro wurde im
Oktober 2007 mit Unterstützung des Deutschen Bundesministeriums für
Wirtschaft und Technologie und des Deutschen Zentrums für Luft- und
Raumfahrt (DLR) eingerichtet und hat momentan zwei Mitarbeiter. Drei
weitere Mitarbeiter werden im Jahre 2008 hinzukommen.