In
den ersten Jahrzehnten seit Gründung der Vereinten Nationen haben
Umweltthemen nur selten einen Platz auf der internationalen Agenda
gehabt. Doch mit zunehmenden Anzeichen der globalen Umweltzerstörung
zeigte sich die internationale Gemeinschaft beunruhigt über die
Auswirkungen der Entwicklung auf die Ökosysteme und das Wohlergehen der
Menschen. Die Vereinten Nationen traten als wichtiger Befürworter für
den Erhalt der Umwelt und „nachhaltige Entwicklung“ ein.
Erstmals wurde der Zusammenhang zwischen Entwicklung und Umwelt im Jahr
1972 auf der Konferenz über die Umwelt des Menschen in Stockholm zum
internationalen Gegenstand gemacht. Daraufhin richteten die Regierungen
das UNO-Umweltprogramm (UNEP) ein. Der Begriff „nachhaltige
Entwicklung“ wurde in der Folge durch einen Bericht von Gro Harlem
Brundtland geprägt, der damaligen Leiterin der 1983 gegründeten
Weltkommission für Umwelt und Entwicklung.
Auf der UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio der Janeiro im
Jahr 1992, dem sogenannten Erdgipfel, verabschiedeten die Länder den
Aktionsplan Agenda 21, die Rio Deklaration und eine Erklärung über
Waldprinzipien. Zwanzig Jahre später fand im Jahr 2002 in Johannesburg
der Weltgipfel über nachhaltige Entwicklung statt, der die Umsetzung
der Rio-Verpflichtungen kritisch überprüfte.