Samstag, 03 Dezember 2016
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Schlagzeilen

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon entschuldigt sich bei Haitianern für Cholera-Ausbruch

706329Haiti2. Dezember 2016 – Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, hat sich für den Ausbruch der Cholera-Epidemie auf Haiti im Jahr 2010 und die damit verbundenen Leiden und Todesfälle entschuldigt. Gleichzeitig stellte er einen Plan zur weiteren Vorgehensweise auf Haiti vor.
„Im Namen der Vereinten Nationen möchte ich deutlich sagen: Wir entschuldigen uns bei der Bevölkerung Haitis. Wir haben hinsichtlich des Ausbruchs sowie der Verbreitung von Cholera in Haiti nicht genug unternommen. Wir bedauern unsere Rolle zutiefst“, sagte Ban während eines Treffens der Generalversammlung in New York.

Im Januar 2010 hatte ein schweres Erdbeben weite Teile Haitis zerstört. Knapp neun Monate später kam es zum Cholera-Ausbruch, von dem Schätzungen zufolge bisher etwa 788,000 Menschen betroffen sind. 9000 Menschen sind der Krankheit seit dem zum Opfer gefallen. Durch eine gemeinsame Reaktion nationaler und internationaler Hilfskräfte konnte die Zahl der Cholerafälle seit dem Höhepunkt der Epidemie im Jahr 2011 um 90 Prozent reduziert werden.

Während des Treffens in New York präsentierte Ban die Details des neuen Aktionsplans mit dem Titel „Ein neuer Ansatz für Cholera in Haiti“. Darin geht es neben dem verstärkten Einsatz zur Eindämmung der Epidemie auch um die Zusicherung langfristiger Unterstützung für die Betroffenen. Dafür, so Ban, bedürfe es der entsprechenden finanziellen Unterstützung der UN-Mitgliedsstaaten.
„Die Vereinten Nationen sollten die Chance ergreifen und sich einer Tragödie stellen, die auch den Ruf unserer Arbeit und globalen Mission beschädigt hat“.

Welt-Aids-Tag: Europa beschleunigt Forschung an präventiven Impfstoffen

World AIDS Day 2016

01. Dezember 2016 – Am heutigen Tag wird weltweit zum 29. Mal der Welt-Aids-Tag begangen. Der Tag dient dazu, Solidarität mit den von HIV betroffenen Menschen zu zeigen und dazu aufzurufen, den Kampf gegen das HI-Virus fortzusetzen.

Europa hat im vergangenen Jahr die Forschung an therapeutischen und präventiven Impfstoffen verstärkt. Dabei stellte die Europäische Kommission im Januar 2016 der „Europäischen HIV Allianz“ (EHVA) mehr als 22 Millionen Euro zur Verfügung. Nichtsdestotrotz werden mehr Gelder für den Kampf gegen die Krankheit benötigt. Bisher kommen die Geldmittel vor allem von Regierungen und US-amerikanischen Stiftungen. Schätzungen von UNAIDS zufolge werden bis zum Jahr 2020 für den Kampf gegen AIDS 26,2 Milliarden Dollar benötigt.

Da sich die Anzahl der HIV-positiv getesteten Menschen, die eine Antiviralbehandlung erhalten, während der letzten fünf Jahre verdoppelt hat, ist die Zahl der HIV-bedingten Todesfälle seit 2005 um 45% gesunken. In diesem Jahr haben bereits mehr als 18 Millionen Menschen eine antiretrovirale Behandlung erhalten und so die Zahl der Todesfälle sowie das Risiko vor Neu-Infektionen gesenkt.

Europäische Länder wie Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien befinden sich dabei unter den zehn Ländern mit der höchsten Anzahl durchgeführter Antiviralbehandlungen. Im Gegensatz dazu haben in der Zentralafrikanischen Republik lediglich 28 Prozent der Menschen mit HIV Zugang zu solchen Medikamenten. „Wir können nicht erwarten die Krankheit zu besiegen, wenn sich täglich beinah 6000 Menschen neu mit HIV infizieren“, so Dr. Babatunde Osotimehin, Exekutivdirektor des UN-Bevölkerungsfonds. Trotz des stagnierenden Fortschritts im Bereich der Neuinfektionen hat sich die internationale Gemeinschaft im Rahmen der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele dazu verpflichtet, die Krankheit bis 2030 zu beenden. „Dieses Ziel können wir nur mit einem gemeinsamen und verstärkten Fokus auf Prävention erreichen“, so Osotimehin.

Mehr Informationen:

Welt-Aids-Tag

UNAIDS

European HIV Vaccination Alliance (EHVA)

 

Mossul: Knapp die Hälfte aller Kinder haben keinen Zugang zu sauberem Wasser

11 30 2016Mosul01. Dezember 2016 – Nach der Zerstörung einer wichtigen Wasserleitung in Mossul sind dem Kinderhelfwerk der Vereinten Nationen (UNICEF) zufolge 300,000 Kinder und ihre Familien von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die beschädigte Wasserleitung liegt teilweise in Gebieten, die von der Terrormiliz Islamischer Staat kontrolliert werden, wodurch eine schnelle Reparatur der Anlage erschwert wird.
„Die Kinder und ihre Familien befinden sich in einer schrecklichen Situation in Mossul. Sie laufen nicht nur Gefahr im Kreuzfeuer der Gefechte verletzt oder getötet zu werden, sondern haben jetzt auch keinen Zugang mehr zu sicherem Trinkwasser“, sagte Peter Hawkins, UNICEF-Vertreter im Irak, in einer Pressemitteilung.
Zurzeit reichen die Wasservorräte nicht aus um die Bewohner Mossuls zu versorgen. Falls die Versorgung mit fließend Wasser nicht schnell wieder hergestellt wird, werden die Menschen gezwungen sein, ihr Trinkwasser aus unsicheren Quellen zu beziehen. UNICEF zufolge sind insbesondere Kinder, die verunreinigtem Wasser ausgesetzt sind, anfällig für Wasserkrankheiten wie schwere Diarrhöe oder Mangelernährung.

Vereinte Nationen: Der IS bringt die Zivilbevölkerung bewusst in Gefahr

Iraq Mosul UNHCR 201630. November 2016 – Dem Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) zufolge gibt es weiterhin Berichte über schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen des Islamischen Staates in der umkämpften irakischen Stadt Mossul.
„Wir sind zutiefst besorgt über das Schicksal hunderter Menschen, die Berichten zufolge vom IS entführt und an unbekannte Orte verschleppt wurden. Der IS zwingt Zivilisten weiterhin zur Umsiedlung und ermordet Menschen, die unter Verdacht stehen, Informationen an die irakischen Sicherheitskräfte weitergegeben zu haben“, sagte OHCHR-Pressesprecherin Ravina Shamdasani während einer Pressekonferenz in Genf.
Sie fügte hinzu, dass der IS, unter der Drohung nicht kooperierende Zivilisten umzubringen, Raketenwerfer und Scharfschützen auf den Dächern ziviler Häuser platziert hat. „Diese Familien werden als menschliche Schutzschilder benutzt und bewusst in Gefahrt gebracht“, so Shamdasani.
Vor zwei Wochen hatte der IS in Bakir 12 Zivilisten hingerichtet, die sich angeblich geweigert hatten, Raketen von ihren Hausdächern starten zu lassen. Des Weiteren sei ein 7-jähriges Kind erschossen worden, nachdem es in Richtung der irakischen Sicherheitskräfte gelaufen war.

Dramatische Situation in Aleppo

62802329. November 2016 - Die Lage im syrischen Aleppo ist nach Angaben der Vereinten Nationen angesichts verschärfter Kämpfe höchst besorgniserregend. Willkürliche Bombardements aus der Luft im östlichen Teil der Stadt hätten viele Zivilisten getötet und verletzt und Tausende vertrieben, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Im östlichen Aleppo lebten 275.000 Menschen in "entsetzlichen Zuständen" und benötigten dringend Unterstützung, da humanitäre Helfer die Gegend seit Juli nicht mehr hätten betreten können. Die letzten Lebensmittelrationen des Welternährungsprogramms seien den Betroffenen vor gut zwei Wochen ausgegangen. Auch Vorräte von Partner-Organisationen neigten sich dem Ende. Die UN stünden bereit, die Betroffenen umgehend zu versorgen, sagte Dujarric in New York.

UN-Beauftragter untersucht Foltervorwürfe nach Putschversuch in der Türkei

CtnMv0dWgAEinnrDer UN-Sonderberichterstatter zu Folter, Nils Melzer, untersucht seit Montag die Foltervorwürfe in der Türkei nach dem Putschversuch im Juli. Der Schweizer werde bis Freitag mit mutmaßlichen Folteropfern sprechen und Haftanstalten besuchen, teilte die UNO in Ankara mit. Melzers Untersuchungen in Polizeiwachen, Haftanstalten und Untersuchungsgefängnissen sollen demnach in einen Bericht für den UN-Menschenrechtsrat einfließen, der im März 2018 vorliegen soll.

Studie: Sexuelle Belästigung von Frauen im Entwicklungshilfe-Sektor weit verbreitet

unspecifiedSexistische Kommentare, Annäherungsversuche, Gewalt: Auch Frauen, die im humanitären Bereich arbeiten, sind Opfer von Mißbrauch und Belästigungen. Dabei wagen nur wenige den Schritt, die Übergriffe zu melden.
Einer Studie des Humanitarian Women’s Network (HWN) zufolge, sind viele Frauen im Entwicklungshilfesektor von mißbräuchlichem Verhalten ihrer männlichen Kollegen betroffen. In einer Umfrage hatte das Netzwerk für Entwicklungshelferinnen, mehr als 1000 Frauen aus 70 Organisationen befragt. Dabei gaben 55 Prozent der Frauen an, dass sie im Laufe ihrer Karriere unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche männlicher Kollegen erlebt hätten. Darüber hinaus berichteten 48 Prozent der Teilnehmerinnen von „unerwünschten Berührungen“ während vier Prozent angaben, zu Geschlechtsverkehr gezwungen worden zu sein.

Im Interview äußert sich Rosalia Gitau, Mitgründerin des Netzwerkes, besonders überrascht über die vier Prozent Ziffer. „Was ich nicht erwartet habe sind die Zahlen im Bereich sexuellen Mißbrauches. Vier Prozent aller Befragten sind vergewaltigt worden. Das sind 40 Personen.“ Die Studie zeigte weiter, dass 60 Prozent der Frauen sich entschieden, die Übergriffe für sich zu behalten.
„Vor vier Jahren wurde ich von einem Kollegen sexuell mißbraucht. Ich habe nicht darüber gesprochen. Ich habe mich geschämt und hatte Angst meine Karriere zu riskieren. Ich wusste, dass eine Beschwerde eine lange Untersuchung und jede Menge Fragen nach sich ziehen würde und ich habe mich nicht stark genug gefühlt, diesen Prozess zu durchlaufen“, erklärte eine Betroffene, die in Afrika arbeitete und sich bereite erklärt hat, mit UNRIC zu sprechen.
Im Bereich der Belästigung zeigte sich Gitau weniger überrascht über die Ergebnisse der Studie. Dabei gaben knapp 70 Prozent der Frauen an Kommentare bezüglich ihrer äußeren Erscheinung bekommen zu haben. Knapp 50 Prozent berichteten von Kommentaren über die Intelligenz von Frauen. Trotzdem sagt Gitau, dass sie diese Zahlen im Bereich der Mikro-Agressionen erwartet habe. „Das ist Teil der Herausforderung für Frauen die im humanitären Sektor arbeiten“.

Auf der Basis der Umfrageergebnisse stellt das Netzwerk jetzt sieben Forderungen an das Inter-Agency Standing Committee (IASC), das zentrale Forum für die Koordination humanitärer Arbeit zwischen verschiedenen Organisationen. Unter Anderem wird dabei eine offzielle Anerkennung des Problems verlangt sowie die Etablierung eines Monitoring-Instruments.
„Ich bin optimistisch“ sagt Gitau, „denn es gibt einfach so viele Frauen – und Männer – denen dieses Thema am Herzen liegt.

Mehr Informationen:

Humanitarian Women’s Network

Internationaler Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Dag Hammarskjöld Ehrenmedaille für Staffan de Mistura und Angela Kane

csm Dag Hammarskjoeld Medaille 4b1f2c3d9425. November 2016 - Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura und die frühere Hohe Repräsentantin der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen Angela Kane haben am 22. November 2016 in Berlin die Dag-Hammarskjöld-Ehrenmedaille der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN). erhalten Die Preisträger wurden für ihr unermüdliches Engagement für Frieden und Abrüstung im Dienste der Vereinten Nationen geehrt: de Mistura vermittelt seit 2014 als UN-Sondergesandter zwischen den zahlreichen Konfliktparteien in Syrien. Kane verhandelte 2013 mit der syrischen Regierung eine Untersuchung durch UN-Waffeninspekteure, nachdem es in Syrien zu einem Chemiewaffenangriff gekommen war. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hielt die Laudatio für beide Preisträger .
Die nach dem zweiten UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld benannte Medaille wird von der DGVN seit 1977 an herausragende Persönlichkeiten verliehen. Zu den bereits ausgezeichneten Persönlichkeiten gehören der ehemalige Chefankläger im Nürnberger Einsatzgruppenprozess Benjamin Ferencz, der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan, die norwegische Politikerin Gro Harlem Brundtland, der frühere Direktor des UN-Umweltprogramms Klaus Töpfer sowie der ehemalige polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki.

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