Sonntag, 29 März 2015
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Schlagzeilen

UNO fordert Spezialtests von Piloten

ICAO, The International Civil Aviation OrganizationVor dem Hintergrund des Dramas um die in Frankreich abgestürzte Germanwings-Maschine hat die UNO regelmäßige medizinische Spezialtests von Piloten gefordert.

Diese Untersuchungen müssten sowohl die psychische als auch die körperliche Fitness der Piloten prüfen, erklärte die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO). Einem Medienbericht zufolge versuchte der ausgesperrte Pilot Minuten vor dem Aufprall noch, die Tür zum Cockpit mit einer Axt zu öffnen.

Die ICAO erklärte, die Untersuchungen müssten von Ärzten vorgenommen werden, die auf die besonderen gesundheitlichen Anforderungen im Luftverkehr spezialisiert seien. Falls die Ergebnisse Anlass zur Sorge gäben, müssten "noch speziellere" Untersuchungen stattfinden. Dann müssten auch neuropsychologische Checks in Erwägung gezogen werden.

Am Donnerstag (26.3.2015) war bekannt geworden, dass der Co-Pilot das am Dienstag (24.3.2015) in den französischen Alpen verunglückte Flugzeug mit 150 Menschen an Bord offenbar bewusst zum Absturz gebracht hatte. Über mögliche Motive des 28-Jährigen, der in den Minuten vor dem Aufprall der Maschine allein im Cockpit war, konnte die französische Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben machen. Sie räumte aber ein, dass die Frage nach einem Suizid gestellt werden könne.

Die größten deutschen Fluggesellschaften wollen jetzt Konsequenzen ziehen und die Zwei-Personen-Regel im Cockpit einführen. Während die europäischen Luftfahrtregeln dies nicht zwingend vorschreiben, gilt diese Vorschrift in den US bereits.

UN-Flüchtlingshilfswerk: Deutschland hat die meisten Asylbewerber aller Industriestaaten

455418Die Industriestaaten haben im vergangenen Jahr nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) die höchste Zahl von Asylanträgen seit 22 Jahren verzeichnet. Von den insgesamt etwa 866.000 Erstanträgen auf Asyl seien die meisten in Deutschland registriert worden. Mit 173.000 Erstanträgen sei rund ein Fünftel auf Deutschland entfallen. Die Zahl der Asylanträge in den Industriestaaten sei im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent gestiegen. Die Gründe dafür seien die Kriege in Syrien und im Irak wie auch andere bewaffnete Konflikte, Menschenrechtsverletzungen und sich verschlechternde Sicherheits- und humanitäre Bedingungen in vielen Staaten. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl sei Schweden das Land mit den meisten Asylbewerbern, gefolgt von Malta, Luxemburg, der Schweiz und Montenegro. Die Skandinavier hätten im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre 24,4 Asylsuchende pro 1.000 Einwohner verzeichnet, teilte das UN-Hilfswerk mit. Die Asylsuchenden seien nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge. Ende 2013 seien 51,2 Millionen Menschen aufgrund von Krieg, Gewalt, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht gewesen. Davon seien 33,3 Millionen Vertriebene innerhalb ihres Landes.

Deutsche UN-Abrüstungsbeauftragte Kane gibt Posten auf

UN-Beauftragte für Abrüstung Angela KaneDie UN-Beauftragte für Abrüstung, die Deutsche Angela Kane, gibt ihren Posten auf. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon würdigte Kanes "bedeutenden Einsatz" im Kampf gegen Chemiewaffen, bei der Abrüstung in Konfliktgebieten sowie bei der Nichtverbreitung von Nuklearwaffen.

Kane war als Hohe Beauftragte der UNO für die Abrüstung unter anderem damit beauftragt, Vorwürfe des Einsatzes von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg zu untersuchen. Letztlich war sie maßgeblich an einem Abkommen zur Vernichtung des Chemiewaffenbestands in Syrien beteiligt und erstattete dem UN-Sicherheitsrat regelmäßig Bericht über den Stand der Umsetzung der Vereinbarung.

Kane hatte den Posten seit 2012 inne. Ihr Nachfolger wird nach Angaben der UNO nun vorübergehend Kim Won Soo, ein Berater von Ban.

Libyen-Gesandter Léon hofft auf ersten Durchbruch

Der LDer UN-Sondergesandte für Libyen, Bernadino Léon, beim Press-Briefingibyen-Sondergesandte der Vereinten Nationen, Bernardino Léon, hat sich zuversichtlich gezeigt, dass es bald Fortschritte in den Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien in dem nordafrikanischen Land geben wird. Es gebe die Chance, dass die beiden rivalisierenden libyschen Parlamente "diese Woche die ersten Namen für eine Regierung der nationalen Einheit" vorstellen würden, so Léon.

Bereits am Sonntag (22. März) hatte er mitgeteilt, dass die Verhandlungen unter UN-Vermittlung mit Blick auf ein "Schlussabkommen" nochmals verlängert wurden.

Es stünden weitere "schwierige Gespräche" bevor. Er wolle daher nicht, "dass die Erwartungen angesichts der Lage vor Ort zu hoch sind". Er verwies darauf, dass es um die Hauptstadt Tripolis in den vergangenen Tagen Kämpfe gab. Der politische Prozess komme aber gut voran, weshalb er auf ein Ergebnis "vor Ende der Woche" hoffe, sagte Leon.

In Libyen herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos und Gewalt. Im Sommer vergangenen Jahres eroberten islamistische Milizen die Hauptstadt Tripolis und bildeten dort ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Die international anerkannte Regierung und das Parlament flohen nach Tobruk im Osten des Landes. Beide Seiten verhandeln nun unter UN-Vermittlung in Marokko über eine Regierung der nationalen Einheit. Die chaotische Lage im Land hat sich nochmals verschärft, seitdem sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) dort ausbreitet.

UN-Sicherheitsrat fordert Rückzug von Jemens Huti-Rebellen

jemen SicherheitsratDer Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat angesichts des drohenden Bürgerkriegs im Jemen ein Ende der Feindseligkeiten gefordert. Das Gremium verurteilte in einer am Sonntag verabschiedeten Erklärung zudem die schiitische Huti-Miliz, die einen großen Teil des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hat.

Der Rat forderte die Rebellen auf, sich zurückzuziehen und bekräftigte seine Unterstützung für Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi. Er drohte zudem mit "weiteren Maßnahmen" gegen jegliche Beteiligte. Im November hatte das Gremium Sanktionen gegen zwei Huti-Anführer und Hadis Vorgänger Ali Abdullah Saleh verhängt.

UN-Vermittler Jamal Benomar sagte den 15 Mitgliedern des Sicherheitsrat, der Jemen sei an den Rand eines Bürgerkriegs gedrängt worden. Es drohe ein langwieriger Konflikt mit einem "Irak-Libyen-Syrien"-Szenario.
Die Lage im Jemen ist eskaliert, nachdem bei Bombenanschlägen in der von den Huti kontrollierten Hauptstadt Sanaa am Freitag mehr als 130 Menschen getötet wurden.

Über das Wochenende nahmen die Huti mit Tais dann eine weitere strategisch wichtige Stadt ein. Die USA zogen ihre letzten Militärangehörigen wegen der unsicheren Lage ab. Ihre Botschaft haben die Amerikaner ebenso wie die europäischen Staaten schon vor längerer Zeit geschlossen. Der Machtkampf im Jemen droht sich zu einem Bürgerkrieg auszuweiten, in den auch die benachbarten und miteinander rivalisierenden Regionalmächte Saudi-Arabien und Iran hineingezogen werden könnten.

Vereinte Nationen stellen Weltwasserbericht vor

Indische Männer verlangen nach WasserZwei Tage vor dem Weltwassertag stellen die Vereinten Nationen ihren Bericht dazu vor. Präsentiert wird der Weltwasserbericht in Neu Delhi in Indien - einem Land, in dem Millionen Menschen nicht genug Wasser haben oder verseuchtes Wasser trinken müssen.

Der Weltwassertag widmet sich in diesem Jahr der nachhaltigen Entwicklung. Die Vereinten Nationen haben sich in ihren Milleniumszielen dazu verpflichtet, die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser bis Ende des Jahres zu halbieren.

Ban Ki-moon mahnt Israelis und Palästinenser zu neuen Verhandlungen

Palästinensische Farmer bei der Olivenernte vor israelischen Siedlungen. Foto: UNRWA Archives/Alaa GhoshehBan Ki-moon hat Israel nach der Parlamentswahl zu neuen Friedensverhandlungen mit den Palästinensern aufgerufen.

Der UN-Generalsekretär fordert von der zukünftigen israelischen Regierung, die Vorbedingungen für einen dauerhaften Frieden in Nahost und für einen palästinensischen Staat zu schaffen. Dazu gehöre auch, den illegalen Siedlungsbau in den besetzten Gebieten zu unterbinden.

Der UN-Generalsekretär wendet sich damit explizit gegen die Wahlkampfaussagen von Benjamin Netanjahu: Der Ministerpräsident hatte erklärt, dass es mit ihm als Regierungschef keinen Palästinenserstaat geben werde.

WHO verstärkt Hilfsappell für Syrien

Syrischer Flüchtling mit KindDie Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der medizinischen Bedingungungen in Syrien Alarm geschlagen: Die Situation der Zivilisten vor Ort hat sich in den letzten Monaten noch einmal dramatisch verschlechtert.

Große Teile der syrischen Bevölkerung sind laut WHO derzeit nicht erreichbar für eine medizinische Grundversorgung. Impfstoffe fehlen, und der Zugang zu ausreichend Trinkwasser ist nicht in allen Landesteilen gesichert. Zudem droht die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Auch chronische Erkrankungen nehmen zu.

Schon im Februar hatte die WHO einen dringenden Hilfsappell veröffentlicht: Über eine Milliarde US-Dollar würde benötigt, um die Gesundheitsversorgung von Millionen Menschen in Konfliktgebieten zu sichern - mehr als die Hälfte des Geldes allein in Syrien.

In dem seit vier Jahre tobenden Bürgerkrieg sind über als 215.000 Menschen getötet worden, so die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, darunter mehr als 66.000 Zivilisten. Seit Anfang Februar seien in Syrien über 5000 Menschen gewaltsam ums Leben gekommen.

Kritisch ist die Lage derzeit aber auch im Irak, in Zentralafrika und im Südsudan.

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