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UN-Generalsekretär António Guterres: Video-Botschaft zur Veröffentlichung des Berichts „Besondere Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch: Ein neuer Ansatz“, 9. März 2017

BONN (UNRIC) – Eine meiner unvergesslichsten Erfahrungen war, den Opfern von Vergewaltigung, sexueller Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch zuzuhören. Ihre tief bewegenden Geschichten und erschreckenden Aussagen werden mir für immer in Erinnerung bleiben. Solche Grausamkeiten sollten niemals passieren. Keine Person, die im Dienste der Vereinten Nationen steht, darf sich mit solch abscheulichen und grausamen Verbrechen in Verbindung bringen.

Tatsächlich dient die große Mehrheit der UN-Truppen und des Personals mit Stolz, Würde und Respekt vor den Menschen, die sie schützen und denen sie helfen, sehr oft unter gefährlichen und schwierigen Bedingungen und mit großem persönlichen Einsatz. Dennoch kämpft unsere Organisation weiterhin mit der Geißel der sexuellen Ausbeutung und des Missbrauchs, trotz großer Anstrengungen über viele Jahre dies zu verhindern.
Wir brauchen einen neuen Ansatz.

In meiner Antrittsrede als Generalsekretär versprach ich, eng mit den Mitgliedstaaten bezüglich struktureller, rechtlicher und operativer Maßnahmen zusammenzuarbeiten, um Nulltoleranz Wirklichkeit werden zu lassen.

Und in meiner ersten Woche als Generalsekretär beauftragte ich eine Hochrangige Arbeitsgruppe mit einer dringenden Aufgabe: Einen ambitionierten, neuen Ansatz zu entwickeln, um sexuelle Ausbeutung und Missbrauch, begangen von jenen, die unter der UN-Flagge dienen, zu verhindern und darauf zu reagieren. Heute präsentiere ich diese Vorschläge zur Begutachtung durch die Generalversammlung.

Mein Bericht legt eine Strategie dar, die die Opfer in den Mittelpunkt stellt, und die in Transparenz, Verantwortung und Gerechtigkeit verankert ist. Er basiert auf vier Schienen.
Erstens, die Rechte und Würde der Opfer an erste Stelle zu stellen.
Zweitens, sich auf das Ende der Straffreiheit für jene zu konzentrieren, die Straftaten und Missbrauch begangen haben.
Drittens, sich auf das Wissen und die Beratung all jener zu stützen, die betroffen sind, Zivilgesellschaft, lokale Gemeinschaften und andere, um unsere Bemühungen zu stärken und zu verbessern.
Viertens und letztendlich, das Bewusstsein stärken und uns über die besten Verfahrensweisen austauschen, um diese Geißel zu beenden.

Nachdem Ausbeutung auch in der Geschlechterungleichheit und Diskriminierung tief verwurzelt ist, müssen wir Geschlechterparität in der ganzen UN-Familie, in unseren Missionen und Friedenssicherungstruppen fördern. Das wird Gleichstellung vorantreiben und Missbrauchsfälle verringern. Ich bin sicher, dass wir diese Ziele gemeinsam erreichen.

Wir wollen dies tun im Namen all jener, die auf den lebensnotwendigen Schutz und die Unterstützung durch die UN zählen – und im Auftrag der Zehntausenden an UN-Personal auf der ganzen Welt, die diesen Dienst mit Mut und Einsatz für die höchsten Ideale erbringen.
Lasst uns mit einer Stimme verkünden: Wir werden niemanden tolerieren, der sexuelle Ausbeutung und Missbrauch begeht oder duldet. Wir lassen niemanden diese Verbrechen unter UN-Flagge vertuschen.

Jedes Opfer verdient Gerechtigkeit und volle Unterstützung.
Gemeinsam wollen wir dieses Versprechen umsetzen.

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

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