Montag, 22 September 2014
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Erklärung von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon anlässlich des Welt-Toiletten-Tages, 19. November 2013

Jedes Jahr sterben mehr als 800.000 Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Durchfallinfektionen, mehr als ein Kind pro Minute. Unzählige andere Kinder erkranken schwer, viele leiden unter langfristigen gesundheitlichen Schäden und Entwicklungsstörungen. Die Ursachen sind mangelnde Hygiene und fehlende sanitäre Einrichtungen. Weltweit haben 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu adäquaten sanitären Anlagen, über 1 Milliarde Menschen verrichten ihre Notdurft im Freien. Wir müssen mit den Tabus brechen und eine sanitäre Versorgung für alle Menschen zu unserer globalen Entwicklungspriorität machen.

Der in diesem Jahr von den Vereinten Nationen zum ersten Mal offiziell begangene Welt-Toiletten-Tag ist eine Möglichkeit, dieses wichtige Thema hervorzuheben. Für das Wohlergehen von Menschen und Natur ist die sanitäre Versorgung entscheidend. Sie ist essentielle Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung, Würde und die Verbesserung von Chancen. Mangelnde Wasser- und Sanitärversorgung kosten die Entwicklungsländer jedes Jahr etwa 260 Milliarden Dollar, 1,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts. Jede Investition in Sanitäreinrichtungen wiederum verspricht eine fünfmal so hohe Rendite, weil sie die Menschen gesund und produktiv bleiben lässt. Wenn Schulen über ordentliche Toiletten verfügen, können elf Prozent mehr Mädchen zur Schule gehen. Wenn Frauen Zugang zu privaten Latrinen haben, sinkt für sie das Risiko, Opfer eines Übergriffs zu werden.

Der Fortschritt in Bezug auf bessere sanitäre Versorgung verlief trotz des dringenden moralischen und ökonomischen Handlungsbedarfs bisher zu langsam und ist noch immer nicht groß genug. Deswegen habe ich dieses Jahr mit dem Call to Action on Sanitation das Ziel ausgerufen, offene Notdurft-Verrichtung bis 2025 zu beenden, aufbauend auf bereits bestehenden Initiativen, wie der Sanitation and Water for All Partnerschaft oder dem Sanitation Drive to 2015

Wir sind einen weiten Weg entfernt vom Erreichen des Millenniums-Entwicklungsziels, die Zahl der Menschen ohne ausreichenden Zugang zu sanitären Anlagen zu halbieren. Wir müssen dringend unsere Anstrengungen erhöhen und mit allen Akteuren zusammenarbeiten, um schnelle und konkrete Resultate zu erzielen. Gleichzeitig muss sanitäre Versorgung zu einem Kernpunkt des Post-2015-Entwicklungsrahmens werden. Die Lösungen müssen nicht teuer oder technologisch sein. Es gibt bereits viele Pläne, die wir wiederholen oder erweitern können. Wir müssen uns besonders um die Aufklärung gefährdeter Gruppen kümmern und seit Langem bestehende kulturelle Sichtweisen und Praktiken ändern, die keinen Platz mehr in unserer modernen Welt haben.

Indem wir zusammenarbeiten und offen über Toiletten und sanitäre Einrichtungen reden, können wir die Gesundheit und das Wohlergehen aller Menschen verbessern. Das ist das Ziel des Welt-Toiletten-Tages.

Kontakt

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