Freitag, 24 Oktober 2014
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Botschaft von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon anlässlich des Internationalen Tages für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten (6.November)

Krieg und bewaffnete Konflikte zerstören die Grundlagen nachhaltiger Entwicklung. Sie verbreiten Armut, verhindern Chancen und untergraben elementare Menschenrechte. Kein von Konflikten betroffener Staat hat bis jetzt ein einziges der Millenniumsziele erreicht. Nun, da wir über die Frist für die Millenniumsziele im Jahr 2015 hinausschauen, müssen wir feststellen, dass Frieden und Sicherheit eine entscheidende „vierte Dimension“ für nachhaltige Entwicklung darstellen.

Auch müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass ein dauerhafter Frieden und die Entwicklung nach Konflikten vom Schutz der Umwelt und von einer verantwortungsbewussten Regierungsführung beim Thema natürliche Rohstoffe abhängen. Es kann keinen Frieden geben, so lange die Ressourcen, die die Basis für den Lebensunterhalt und das Einkommen der Menschen bilden, beschädigt oder zerstört werden – oder so lange die illegale Ausbeutung dieser Rohstoffe Konflikte finanziert oder auslöst.

Seit 1990 sind mindestens 18 gewaltsame Konflikte durch die Ausbeutung natürlicher Ressourcen wie Holz, Mineralien, Öl und Gas befeuert worden. Manchmal geht es um Umweltschäden, manchmal geht es um die Marginalisierung der lokalen Bevölkerung, die nicht von der Erschließung der Ressourcen profitiert. Meistens jedoch geht es einfach nur um Gier.

In Afghanistan sind einige Beobachter besorgt darüber, dass das kürzlich im Land entdeckte Mineralvorkommen – mit einem geschätzten Wert von etwa einer Billion US-Dollar – einen Bürgerkrieg auslösen könnte. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo werden reiche Vorkommen an Zinn, Tantal, Wolfram und Gold dafür genutzt, bewaffnete Gruppierungen zu finanzieren und Gewalt zu verbreiten, anstatt den Lebensstandard von Millionen von Menschen zu verbessern. Und in ganz Afrika werden Elefantenherden dezimiert, um den illegalen Handel mit Elfenbein zu fördern, der wiederum Rebellen, kriminelle Netzwerke und andere destabilisierende Kräfte fördert.

Bis heute haben sechs Friedensmissionen der Vereinten Nationen ein Mandat erhalten, um die Fähigkeit des Gastgeberlandes zu stärken, seine Kontrolle über die eigenen Ressourcen zurück zu gewinnen und den illegalen Abbau durch bewaffnete Gruppierungen zu stoppen. Dennoch brauchen wir bei der Konfliktprävention, den Friedensmissionen und der Friedenskonsolidierung einen größeren internationalen Fokus auf die Handhabung natürlicher Ressourcen.

Lassen Sie uns an diesem Internationalen Tag unsere Verpflichtungen nochmals bekräftigen, in Zeiten von Frieden und Krieg nachhaltig zu handeln und lebensnotwendige natürliche Ressourcen zu schützen. Lassen Sie uns mehr tun, um Konflikte um Rohstoffe zu verhindern und die Rohstoffe stattdessen stärker dafür zu nutzen, Frieden zu schaffen und Frieden zu bewahren. Der Fluch der Ressourcen muss durchbrochen werden, um zu verhindern, dass er die Basis für nachhaltige Entwicklung und damit die Sicherheit in fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten gefährdet.

 

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