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Ban Ki-moon: Lasst Mädchen einfach Mädchen sein!

ban octBotschaft von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum 11. Oktober, dem ersten Internationalen Tag des Mädchens

Jeden Tag und überall auf der Welt werden Mädchen Opfer von Diskriminierung, Gewalt und Misshandlungen. Am Internationalen Tag des Mädchens wollen wir auf diese alarmierende Wirklichkeit aufmerksam machen. Es ist wichtig, dass Mädchen gestärkt und ihre Menschenrechte gesichert werden. In Mädchen zu investieren ist eine moralische Pflicht. Es ist eine Entscheidung für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes und das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau verpflichten uns, dies zu tun.

Wir müssen in Mädchen investieren, um die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen, um wirtschaftliches Wachstum zu sichern und den Frieden und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu stärken.

An diesem ersten Internationalen Tag des Mädchens richtet sich der Blick der Vereinten Nationen vor allem auf das Problem der Kinderheirat. Jede dritte Frau, die heute zwischen 20 und 24 Jahre alt ist, hat vor ihrem 18. Lebensjahr geheiratet. Das sind allein in dieser Altersgruppe mehr als 70 Millionen Frauen. Obwohl die Anzahl minderjähriger Bräute in den letzten 30 Jahren zurückgegangen ist, ist der Kampf gegen Kinderheirat weiterhin eine Herausforderung, insbesondere in den ländlichen und armen Regionen der Welt.
Eine Hochzeit im Kindesalter raubt Mädchen Chancen. Sie schadet ihrer Gesundheit und setzt sie einem erhöhten Risiko aus, Opfer von Gewalt und Misshandlung zu werden. Oft kommt es zu verfrühten und ungewollten Schwangerschaften, die wiederum ein tödliches Risiko darstellen. Wenn eine Mutter jünger als 18 Jahre alt ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Neugeborenes innerhalb seines ersten Lebensjahres stirbt, 60 Mal so hoch wie bei einer Mutter, die älter als 19 Jahre alt ist.

Bildung ist für Mädchen eine der besten Strategien, sich vor einer Kinderheirat zu schützen. Wenn Mädchen die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen und so einer verfrühten Ehe zu entgehen, können sie sich selbst und ihren Familien ein besseres Leben ermöglichen. Sollten sie bereits verheiratet sein, kann ein Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, in denen sie nicht zuletzt auch mehr über HIV-Prävention und reproduktive Gesundheit erfahren, ihr Leben und ihre Zukunft entscheidend bereichern.

Ich fordere Regierungen, gesellschaftliche und religiöse Führer, die Zivilgesellschaft, den privaten Sektor und die Familien – vor allem Männer und Jungen – dazu auf, die Rechte von Mädchen zu stärken. Die relevanten Übereinkommen wie die Erklärung und Aktionsplattform von Beijing und das Aktionsprogramm der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung sollten dafür genutzt werden.

Mein Leben, mein Recht, beendet Kinderheirat – das ist das Motto des heutigen Tages. Lassen wir uns von diesem Motto leiten und tragen wir unseren Teil dazu bei. Lassen wir Mädchen einfach Mädchen sein. Keine Bräute.

(UNRIC, 11. Oktober 2012)

 

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