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Die Dynamik aufrechterhalten: Auf das erste Jahr der SDGs aufbauen von David Nabarro, 20. September 2016

613518Vor einem Jahr kamen die Staats- und Regierungschefs von 193 Ländern zusammen, um sich dem Ende der Armut, dem Kampf gegen den Klimawandel und gegen Ungerechtigkeit zu verpflichten. Sie vereinbarten einen Plan für die Zukunft der Welt und ihrer Menschen. Der Plan – die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung, bietet für Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt und für unseren Planeten als Ganzes eine bessere Zukunft.

Die Realisierung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung vor dem Zieldatum 2030 wird eines der ehrgeizigsten Vorhaben sein, das die Weltgemeinschaft je unternommen hat. Aber ich bin überzeugt, wenn die Menschen im Zentrum aller Handlungen stehen, wenn die Verpflichtung der Interessensvertreter aufrecht bleibt und wenn der Geist der Partnerschaften sich durchsetzt, dann wird es in den nächsten 14 Jahren keinen Mangel an Erfolg geben.

Ich bin aufgrund der Natur der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) optimitisch. Die Ziele werden von 4 wesentlichen Grundsätzen untermauert. Erstens - sie sind miteinander verbunden und untrennbar, und verknüpfen Entwicklung, Menschenrechte, Frieden und Sicherheit. Zweitens - sie sind universell. Sie gelten für alle Menschen überall. Drittens - sie müssen durch integrative Teilnahme aller in der Gesellschaft umgesetzt werden. Viertens – bei der Umsetzung sollte niemand zurückgelassen werden. Die Ziele haben einen gemeinsamen Zweck für das Wohl der künftigen Generationen und für den Planeten, der fit für die Zukunft sein soll. Deshalb haben wir eine schnelle, starke und sogar dringende Verlagerung aller Sektoren auf nachhaltige Praktiken und Politiken gesehen.

Zum ersten Jahrestag – “SDG Jahr 1“ – haben mehr als 50 Regierungen aber auch zahlreiche Unternehmen, Wissenschafter und zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Bemühungen intensiviert, um die SDGs zu einem zentralen Rahmen für Strategien und Handlungen werden zu lassen, und sie haben ihren Fokus und Investitionen für Datensammlungen und Analysen erhöht, um Entscheidungen in die richtige Richtung zu lenken und niemanden zurückzulassen.
Auf lokaler Ebene haben Hunderte Städte und Gemeinden ihre eigenen Pläne für die Erreichung der Ziele erarbeitet. Und tausende Kommunen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft haben Aktionen unter dem SDG-Banner forciert.

All diese Schritte haben eine Dynamik ergeben, um den Klimawandel zu verringern, die Geschlechtergleichstellung voran zu bringen, Naturkatastrophen abzuschwächen, die Massenmigration anzugehen und Ungleichheiten zu verringern.

Vergangenen Juli haben 22 Regierungen ihre SDG-Pläne den Vereinten Nationen unterbreitet. Sie haben gezeigt, wie sie die SDGs zu einem zentralen Rahmen für nationale Entwicklung machten. Diese helfen zu gewährleisten, dass die Handlungen abgestimmt werden, dass Programme zusammenspielen und dass die Finanzierung so effizient wie möglich funktioniert. Das bedeutet, dass die Entwicklungszusammenarbeit an die SDGs angepasst wird. Die Dynamik hinter dem Pariser Abkommen über den Klimawandel beschleunigt sich ebenfalls und bisher haben die Regierungen von 27 Nationen das Abkommen ratifiziert – einschließlich der weltgrößten Treibhausgasverursacher, China und die Vereinigten Staaten.

Auch andere Bereiche schaffen Impulse. Es gab eine bemerkenwerte Veränderung bei der Tätigung von Geschäften, mit größerem Fokus auf soziale, wirtschaftliche und ökologische Dimensionen in der Entwicklung. Die UNO hat sich vom Projektschwerpunkt auf ein gemeinsames Arbeiten bei der Unterstützung von abgestimmten Strategoem verlagert, um Interessensvertreter zusammenzubringen und ihre Bemühungen anzugleichen, damit die Partner auf effiziente und effektive Art zusammenarbeiten können.

Es ist klar, dass ernorme Schritte unternommen wurden.

Aber es muss noch mehr getan warden, um den SDG-Plan umzusetzen. Die SDGs geben spezifische Ziele für Alle vor, um die Herausforderungen, denen sich unser Planet und die Menschen weltweit gegenüber sehen, zu meistern.

Wie bleiben wir auf diesem Weg und realisieren eine nachhaltige Zukunft?

Hier kommen die wichtigsten Interessensvertreter – die Menschen – ins Spiel. Unterstützung und Druck von öffentlicher Hand sind für die Transformation der SDGs vom Wunsch in die Wirklichkeit wesentlich. Mein Ziel ist, dass bis Ende 2017 zwei Milliarden Menschen auf der ganzen Welt über die SDGs Bescheid wissen und eine weitere Million Menschen zu Aktivisten werden – um Erneuerer zu werden, die Entscheidungsträger drängen und zur Verantwortung ziehen, bis wir unsere Welt verändert und nachhaltiger gemacht haben.

Kinder und Jugendliche spielen eine besondere Rolle dabei, als das Gesicht der sozialen Bewegungen, die Triebfedern des sozialen Wandels und die Fackelträger für eine nachhaltigere Zukunft für die kommenden Generationen.

Der erste Jahrestag der Annahme der SDGs bietet die Möglichkeit, alle bisher gemachten Errungenschaften zu feiern, mehr zu machen, um die SDGs wahr werden zu lassen und, am wesentlichsten, den Regierungen, Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und jungen Menschen auf der ganzen Welt für ihre Bemühungen zu danken.

Wenn alle Interessensvertreter weiterhin für die Schaffung einer nachhaltigen und wiederstandsfähigen Welt arbeiten, ist die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in den nächsten 14 Jahren und die Veränderung unserer Lebensweise wirklich greifbar.

Seien wir ehrlich – wir haben nicht wirklich einen Plan B. Es gibt keinen Planeten B.

Dr. David Nabarro ist Sonderberater des Generalsekretärs für die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und den Klimawandel

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